Außenminister Heiko Maas hat sich heute mit den Außenministern mehrerer europäischer Länder getroffen, um die Möglichkeiten für einen Sommerurlaub in Europa in diesem Jahr auszuloten. Das Ziel sei dabei die schrittweise und koordinierte Wiederherstellung der „Freizügigkeit“ zwischen den Ländern. Diese sei eine notwendige Voraussetzung für die Aufhebung der weltweiten Reisewarnung, die noch bis zum 14. Juni gilt. Danach soll die Reisewarnung durch Reisehinweise ersetzt werden, die Entscheidung darüber will der Außenminister aber erst am 15. Juni fällen. 

Sommerurlaub 2020 wird keine Rückkehr zur Reise-Normalität

„Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass es eine schnelle Rückkehr zum business as usual geben kann“, sagte Außenminister Heiko Mass in einer Pressemitteilung im Anschluss an die Konferenz. Es werde überall Restriktionen geben: an Stränden, in Restaurants, in Innenstädten. Darauf müsse man eingestellt sein. „Der Urlaub in diesem Jahr im europäischen Ausland wird anders aussehen, als man ihn kennt.“

Außerdem müsse sich das Vorgehen immer am Infektionsgeschehen und anderen Faktoren orientieren. Weil diese aber in den einzelnen Ländern und Regionen sehr unterschiedlich aussehen können, müsse man das Risiko individuell für jedes Reiseziel bewerten. Auch innerhalb eines Landes könne es Unterschiede bei den Maßnahmen und beim Infektionsgeschehen geben. Als Beispiel nannte Maas Spanien mit unterschiedlichen Regelungen in Madrid, Barcelona aber auch auf den Balearen und den Kanaren.

So soll der Urlaub in Europa funktionieren

Die Grenzkontrollen sollen in den kommenden Wochen weiter abgebaut werden. Auch über Quarantänebestimmungen sowie Sicherheits- und Hygienestandards wurde gesprochen. „Wir hoffen, dass wir am 15. Juni in der Lage sein werden, die generelle Reisewarnung durch Reisehinweise zu ersetzen“, so Maas. Das sei aber nicht der allgemeine Starttermin, ab dem wieder überall Urlaub möglich sei. Stattdessen werde die Lage ab dann individuell bewertet.

In den Reisehinweisen könnte nämlich auch stehen, dass Reisen zu bestimmten Zielen nicht empfehlenswert seien. Dadurch will das Außenministerium eine Grundlage bieten, um zu entscheiden, ob man im europäischen Ausland Urlaub machen wolle. Die Konsequenz daraus könne auch sein, dass sich die Deutschen aufgrund der Einschränkungen an ihrem Reiseziel letztlich doch gegen einen Urlaub im Ausland entscheiden.

Ende der Reisewarnung hängt von gesundheitlichen Fragen ab

Maas betonte, dass gesundheitliche Fragen immer an erster Stelle stehen würden; man wolle sowohl die Sicherheit für Gäste als auch Gastgeber sicherstellen. So soll unter anderem vermieden werden, dass sich deutsche Urlauber im Ausland mit dem Virus infizieren und dadurch die Infektionszahlen in Deutschland wieder in die Höhe schnellen lassen.

Die Gespräche wollen die Länder in dieser Woche weiter fortsetzen und genaue Maßnahmen entwickeln. An den Gesprächen beteiligen sich neben Deutschland auch Vertreter aus Spanien, Bulgarien, Griechenland, Italien, Kroatien, Malta, Österreich, Portugal, Slowenien und Zypern. Gemeinsam wollen die Außenminister einen „kontrollierten Wiedereinstieg in den europäischen Tourismus“ ermöglichen. Dieser sei nur durch abgestimmtes, transparentes Vorgehen zwischen den Ländern möglich. 

Maas macht wenig Hoffnung für Sommerurlaub außerhalb Europas

Bei Reisen außerhalb Europas werde man große Vorsicht an den Tag legen, sagte Maas mit Blick auf die Corona-Entwicklungen in Nord- und Südamerika, in Afrika und Teilen Asiens. Beim Sommerurlaub werde man sich deshalb zunächst auf den Europa-Urlaub konzentrieren.