Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren und Grenzschließungen: Die Folgen der Corona-Pandemie haben die Touristik weltweit zum Erliegen gebracht. Mittlerweile beruhigt sich die Lage vielerorts zum Glück. Länder wie die Niederlande, Portugal und die Türkei machten – neben der SPD-Fraktion des Europaparlaments – Vorschläge für den sicheren Wiederanlauf der Branche, die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes soll in den nächsten Wochen schrittweise aufgehoben werden

Kurzum: Es scheint im Sommer 2020 doch noch eine Chance auf den Urlaub im Ausland zu geben. Allerdings sind eine Menge Schutzmaßnahmen nötig, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Eine Umstellung, die Reisende gerne auf sich nehmen, um die Welt wieder erkunden zu können – könnte man meinen. Doch eine aktuelle Umfrage des Bayerischen Zentrums für Tourismus zeigt das Gegenteil. Wegen der Aussicht auf Mund-Nasen-Bedeckungen und Abstandsregeln spricht sich rund jeder Dritte gegen einen Urlaub in Corona-Zeiten aus. 

Mehr anzeigen

Diese Gründe halten die Deutschen vom Reisen in Corona-Zeiten ab

Daneben geben 45 Prozent der Befragten an, erst einmal abwarten zu wollen. Der Rest von ihnen – und damit rund ein Viertel – will der Auswertung nach schnellstmöglich wieder innerhalb Deutschlands verreisen. 

Die Gründe für die negative Einstellung gegenüber Reisen in Zeiten von Corona scheinen vielfältig. Bei 35 Prozent der Befragten passt die Aussicht auf strenge Corona-Richtlinien nicht zu den Wunschvorstellungen eines Urlaubs. Andere – ebenfalls rund ein Drittel – haben „momentan keine Lust“ auf eine Reise.

Ein Viertel der Befragten verweist auf die leere Reisekasse. Jeder Fünfte hat wiederum Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Zudem wollen 14 Prozent der Befragten erst wieder in den Urlaub, wenn die Grenzen ins Ausland gänzlich geöffnet werden.

Urlaub 2020: Gründe für das Reisen trotz Corona-Krise

Auffälligkeiten gibt es auch in der Gruppe der Teilnehmer, die weiterhin am Urlaub 2020 festhalten. Die Anteile der Reisewilligen liegen in den Altersgruppen von 18 bis 29 Jahren und von 40 bis 49 Jahren deutlich über dem Durchschnitt. Ihnen ist wichtig, dass die Urlaubsregionen und Unterkünfte für ihren Schutz sorgen, zum Beispiel durch Abstandsregelungen. 

Die Gründe für die Reiselust in Zeiten der Krise sind ebenso vielfältig wie die Argumente dagegen. Ganze 59 Prozent der Reiselustigen geben an, Kraft sammeln und entspannen zu wollen. Jeder Zweite äußert als Beweggrund den Wunsch nach Zeit mit den Liebsten. Außerdem wollen sich 42 Prozent der betroffenen Probanden „einfach verwöhnen lassen“. Am beliebtesten sind Entspannungsurlaube, gefolgt von Natur- und Bade- oder Strandurlauben. 

Reisen trotz Corona-Krise: Deutsche bevorzugen Ferienhäuser

Als Unterkunft für die nächste Reise innerhalb Deutschlands bevorzugen 26 Prozent der Befragten eine Ferienwohnung oder ein -haus. Weitere 16 Prozent von ihnen wollen ihren Urlaub lieber in mittelgroßen Hotels verbringen. Die kleineren Vetreter der Art locken immerhin 14 Prozent der Befragten. Jugendherbergen, Pensionen, Gasthöfe und große Hotels erfreuen sich weniger Beliebtheit: Nur jeweils weniger als 10 Prozent der Deutschen entscheiden sich der Umfrage zufolge für eine dieser Varianten. 

Insgesamt nahmen 1.011 Probanden im Alter von 18 bis 74 Jahren an der repräsentativen Befragung teil.