Knapp zwei Monate ist es her, dass Außenminister Heiko Maas aufgrund der Corona-Pandemie eine weltweit geltende Reisewarnung für alle touristischen Ziele im Ausland ausgesprochen hat, die noch bis zum 14. Juni gilt. Nun will er diese nicht verlängern, sondern schrittweise wieder aufheben– für europäische Länder zuerst. 

In der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ erklärte Maas am Sonntag, dass es bei vielen Ländern positive Entwicklungen bei der Bekämpfung des Coronavirus gebe. Er hoffe, die Deutschen könnten daher in diesem Sommer wieder in Europa Urlaub machen. Ab dem 15. Juni solle es deshalb keine weltweite Reisewarung mehr geben, sondern Reisehinweise, mit denen sich jeder „selbst ein Urteil bilden können“ soll.

Weltweite Reisewarnung soll durch Reisehinweise ersetzt werden

Bürger sollen über Reisehinweise auf regionale Risiken hingewiesen werden: „Wo kann man hinfahren? Ist es verantwortbar? Ist man willkommen? Und vor allem: Welche Regelungen gelten da?“ So sollen die Hinweise die Warnung ersetzen. Allerdings seien viele Länder noch dabei, die Details auszuarbeiten.

Aufgrund der unterschiedlichen Infektionszahlen könne es keine einheitliche Lockerung geben. Die Quarantänevorgaben könnten in Europa aber aufgehoben werden – nur für Drittstaaten seien sie noch erforderlich.

Heute berät Maas mit Kollegen aus europäischen Urlaubsländern über die möglichen Lockerungen von Reisebeschränkungen. An den Beratungen nehmen neben Deutschland auch Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien teil, berichtet die „Tagesschau“.

Maas kündigte Aufhebung bereits auf Twitter an

Bereits am 13. Mai verkündete Maas, die Reisewarnung aufzuheben. Ein genaues Datum nannte er aber nicht. Auf Twitter schrieb er: „Für Europa wird es sicher früher möglich sein, die Reisewarnung aufzuheben, als für andere Reiseziele – vorausgesetzt, dass sich der positive Trend in vielen Ländern verstetigt. Ich werde zu einem Nachbarschaftsdialog einladen, um die nächsten Schritte zu vereinbaren.“

Grenzen zu Frankreich, der Schweiz und Österreich werden geöffnet

Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte bereits vor einer Woche während einer Bundespressekonferenz mitgeteilt, ab dem 15. Juni die Grenzen zu den Nachbarländern Deutschlands wieder öffnen zu wollen. Urlauber können dann wieder nach Frankreich, in die Schweiz und nach Österreich ohne Grenzkontrollen reisen. Darauf haben sich die Länder geeinigt.

Die Grenzkontrollen zu Luxemburg wurden bereits am 16. Mai beendet. „Im Rahmen des Nachbarschaftsdialogs bemüht sich Deutschland nun in den kommenden Wochen um Grenzöffnungen und die Wiederherstellung von Reisefreiheit im Schengen-Raum“, heißt es in einem Tweet vom Auswärtigen Amt.