„Kom niet naar Nederland. Bleibt zu Hause, restez à la maison!“ Diesen Appell hatte Mark Rutte, Ministerpräsident der Niederlande, vor den Osterferien an Deutsche, Belgier und Franzosen gerichtet. Der Grund: die Covid-19-Pandemie.

Dann beruhigte sich die Lage – und das Land wagte erste Schritte aus der Krise. Am Montag, 11. Mai 2020, öffneten mit Einschränkungen Kitas, Grundschulen, Friseure und Beauty-Salons. Ab dem 1. Juni 2020 folgen laut Ankündigung der Regierung Cafés, Restaurants, Museen und Theater. 

Campingplätze und Ferienparks dürfen ab Juli wieder öffnen

Und ab dem 1. Juli dürfen dann auch Ferienparks und Campingplätze wieder vollständig öffnen. Zunächst war das nur eingeschränkt möglich – Duschen und Toilettenhäuschen waren geschlossen.

In der Praxis gelten für deutsche Reisende neben der weltweiten Reisewarnung, die noch bis zum 14. Juni 2020 gilt, allerdings die Angaben des Auswärtigen Amtes. Zwischen den Niederlanden und Deutschland finden nach wie vor keine Grenzkontrollen statt.

Auf der Website heißt es: „Alle Flugreisenden von Flughäfen in Risikogebieten müssen ein sogenanntes Gesundheitszeugnis, das vor Reiseantritt am Flughafen ausgefüllt werden muss, mit sich führen.“ Wird eine der Fragen im Formular bejaht, ist eine Einreise nicht möglich. Laut der Auflistung der European Union Aviation Safety Agency betrifft diese Regelung Flughäfen in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. 

Trotz Corona-Krise nach Holland: Diese Reise-Richtlinien gibt es

Wie in Deutschland ist der Aufenthalt von Gruppen in der Öffentlichkeit in Holland verboten. Außerdem muss jeder einen Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern einhalten – auch beim Sport im Freien. Demnach sind Aktivitäten wie Tennis oder Golf erlaubt, Mannschaftssportarten wie Fußball hingegen nicht.

Holland-Urlauber sollten auch ihre Mund-Nasen-Bedeckung beim Kofferpacken nicht vergessen. Denn auch in den Niederlanden gilt ab dem 1. Juni 2020 eine Mundschutzpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bussen, Bahnen oder Zügen. Wer sich widersetzt, muss tief in den Geldbeutel greifen. Im schlimmsten Fall droht eine Strafe von bis zu 400 Euro. 

Geld, das potenzielle Urlauber ebenso in Klamotten investieren können. Denn obwohl die Kommunen in der Grenzregion von Besuchen zum Shoppen abraten, öffnet ein Großteil der Geschäfte, darunter auch das Designer-Outlet in Roermond, seine Türen. Die Einschränkungen ähneln den Maßnahmen hierzulande: Einlasskontrollen regulieren die Gesamtanzahl der Kunden im Einkaufszentrum, nur ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche ist im Geschäft selbst zulässig.

Auch für alle, bei denen beim Shoppen Hunger aufkommt, gibt es gute Neuigkeiten: Ab dem 1. Juni 2020 öffnen die Kneipen, Cafés und Restaurants. Allerdings dürfen sie vorerst nur maximal 30 Gäste empfangen. Ab Juli sind dann bis zu 100 Besucher erlaubt. Gut zu wissen: Auch der Betrieb von kulturellen Einrichtungen wie Kinos, Museen und Theatern läuft wieder an, wenn die Touristik im Juni hochfährt. Allerdings ist eine Reservierung vonnöten.

Vorsicht: Trotz all der Richtlinien steht es den Kommunen frei, die Zugänge zu Parkplätzen, Stränden und Naturgebieten bei einem übermäßigen Ansturm zu sperren. Wer einen Urlaub in den Niederlanden plant, sollte sich daher kurz vor Antritt der Reise über die örtlichen Schutzmaßnahmen und Richtlinien informieren. Für alle, denen die Reise unter diesen Umständen zu unsicher ist, gibt es alternativ unseren virtuellen Kurztrip nach Amsterdam.