Von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise ist die Reisebranche besonders stark betroffen. Viele Reiseanbieter und Fluggesellschaften müssen aufgrund der geringen Reisenachfrage Einsparungen vornehmen.

Der Reiseanbieter Tui streicht beispielsweise 8.000 Arbeitsplätze weltweit. Auch die Airline Qatar Airways hat während der Pandemie vielen Mitarbeitern eine Kündigung ausgesprochen – bei den Piloten ging diese allerdings mit einer horrenden Forderung einher.

Junge Piloten sollen rund 150.000 Euro für verlorenen Job zahlen

„Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir Ihre Dienste nicht länger benötigen. Ihr letzter Arbeitstag in diesem Unternehmen endet am 7. Mai 2020“, heißt es in dem Schreiben von Qatar Airways an die Piloten, das diese am 7. Mai erhalten haben.

Doch als sei die Kündigung nicht schlimm genug, verlangt die Fluggesellschaft direkt im nächsten Absatz eine Rückerstattung der Ausbildungskosten. Das sind laut der Nachrichtenseite „UKaviation.news“ etwa 130.000 britische Pfund oder ungefähr 148.000 Euro.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Piloten durch einen Vertrag verpflichten, das in sie investierte Ausbildungsgeld zurückzuzahlen, sollten sie die Ausbildung vorzeitig abbrechen oder sollten sie als junge Piloten das Unternehmen nach kurzer Zeit verlassen. In diesem Fall hat sich allerdings die Fluggesellschaft von den Mitarbeitern getrennt. Ein Fehlverhalten des Mitarbeites geht aus dem Brief nicht hervor.

Kritik an Qatar Airways für Forderung

Deshalb kritisiert „UKaviation.news“ die Kündigung. Auf der Seite heißt es: „Durch die Forderung könnten die Piloten vor dem finanziellen Ruin stehen. Natürlich finden sich die Fluggesellschaften auch mitten in einer globalen Krise, aber für den verlorenen Job auch noch zu bezahlen halten viele für inakzeptabel.“ Qatar Airways habe dazu keine Stellung bezogen.