Gute Nachrichten für Reisefans: Sommerurlaub in Europa scheint nun doch in greifbare Nähe zu rücken, nachdem viele Deutsche Reisen ins Ausland bereits abgeschrieben haben. Die Grenzen zu Frankreich, zur Schweiz und zu Österreich sollen bereits ab Mitte Juni wieder komplett geöffnet sein, auch die weltweite Reisewarnung soll schrittweise aufgehoben werden.

EU-Kommission: So soll Urlaub in Corona-Zeiten sicher werden

Wir werden definitiv im Sommer eine Touristensaison haben“ – das hatte EU-Wirtschafts- und -Währungskommissar Paolo Gentiloni bereits im Vorfeld gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt. Normal werde diese Sommersaison in Corona-Zeiten allerdings nicht sein. Es werde „Sicherheitsmaßnahmen und Einschränkungen“ geben.

Die EU-Kommission hat an diesem Mittwoch, 13. Mai, Empfehlungen für Vorkehrungen in Hotels und bei der Anreise gegeben. Der reisereporter informiert im großen Überblick darüber, wann welche Grenzen in Europa geöffnet werden sollen (und warum wir dann trotzdem nicht gleich alle in den Urlaub dürfen) und welche Maßnahmen in den Reiseländern in Europa umgesetzt werden.

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• In diesen Ländern ist bald wieder Urlaub möglich
Die Regeln für sicheres Reisen in Zeiten von Corona
• Wann wird die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes aufgehoben?
Was ist, wenn der Sommerurlaub doch abgesagt wird?

In diesen Ländern ist bald wieder Urlaub möglich

Die Grenzen Deutschlands zu den Nachbarländern sind vor etwa zwei Monaten geschlossen worden. Nun steht fest: Bald werden sie wieder geöffnet – allerdings nicht gleich in der ganzen Europäischen Union, sondern schrittweise. Warum wird so vorgegangen?

Die EU-Kommission teilt dazu mit: „Eine allgemeine Aufhebung der Beschränkungen wäre zwar wünschenswert, wenn die Gesundheitssituation in der gesamten Union hinreichend positiv wäre, allerdings geht die Kommission davon aus, dass ein abgestuftes und koordiniertes Vorgehen wahrscheinlich notwendig sein wird.“

Die Grenzkontrollen sollen offenbar vorsichtig wieder gelockert werden – denkbar wären demnach zunächst sogenannte Touristenkorridore. Wenn die epidemiologische Situation in zwei Ländern vergleichbar sei, dann könne dort zuerst gelockert werden, heißt es auch von der EU-Kommission.

Grenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz werden geöffnet

Die Grenzen zu Frankreich, der Schweiz und Österreich  sollen ab dem 15. Juni wieder geöffnet werden. Das sei die „klare Zielsetzung“, sagte Deutschlands Innenminister Horst Seehofer an diesem Mittwoch bei der Bundespressekonferenz. 

Voraussetzung dafür sei, dass es in puncto Infektionsgeschehen weiter so günstig weiterlaufe, wie es aktuell der Fall sei. Von Samstag, 16. Mai, an, solle es statt systematischer nur noch stichprobenartige Kontrollen zu den drei Ländern geben. 

Die Grenzkontrollen zu Luxemburg  sollen sogar bereits ab dem 16. Mai beendet werden. Bei Dänemark  sei das ebenfalls möglich, so Seehofer. Der genaue Zeitpunkt soll zwischen beiden Regierungen gemeinsam festgelegt werden. Nach Polen  werden Deutsche bis mindestens Mitte des nächsten Monats nicht reisen können, das Land hat angekündigt, die Grenzen bis zum 12. Juni geschlossen zu lassen.

Wann ist Urlaub in Spanien, Italien und Griechenland möglich?

Das sind insgesamt positive Nachrichten für Urlauber, die Reisen in Deutschlands direkte Nachbarländer geplant haben. Aber: Was ist mit den beliebtesten Reisezielen der Deutschen wie Spanien, Italien und Griechenland? Wann ist dort Urlaub wieder möglich? Erst einmal bleiben die Grenzen dicht.

Horst Seehofer sagte dazu: „Flugverbindungen von Italien und Spanien  nach Deutschland werden weiterhin nicht möglich sein.“ Auch die direkten Nachbarländer würden die Grenzen nicht öffnen. Grund dafür sei, dass Spanien und Italien Risikogebiete seien und mit zu den am stärksten vom Coronavirus betroffenen Ländern weltweit gehören.

Griechenland  dringt auf eine sehr rasche Rückkehr zur Grenzöffnung in Europa. „Unser Ziel ist es, möglichst bis zum 15. Juni auf die Wiedereröffnung von Reisen zwischen EU-Ländern hinzuarbeiten“, heißt es in einem inoffiziellen griechischen Dokument, das der Kommission am Montag vorgelegt wurde, berichtet „Politico“. Allerdings gibt es noch auch hier noch keinen Zeitpunkt für Grenzöffnungen.

Wann sollen die restlichen Grenzen in Europa geöffnet werden?

Wann also die restlichen Grenzen innerhalb der EU wieder geöffnet werden und damit der freie Reiseverkehr wieder stattfinden kann, ist noch unklar. Fest steht nur: Reisen werden nicht gleichzeitig wieder in alle Länder möglich werden.

Wird der Sommerurlaub in allen Ländern möglich?

Sobald die Grenzen geöffnet sind, ist die größte Hürde für freies Reisen genommen. Damit der internationale Flugverkehr aber wieder aufgenommen werden kann und die Hotels an den Urlaubszielen wieder für Touristen aus dem Ausland öffnen können, müssen noch weitere Voraussetzungen erfüllt werden.

Die wichtigste ist dafür, dass Tourismus wieder möglich wird: Die Ausbreitung des Coronavirus im Zielland ist deutlich zurückgegangen und über längere Zeit auf niedrigem Niveau. Außerdem muss das Gesundheitssystem so gut aufgestellt sein, dass Krankenhäuser bei einem möglichen erneuten Anstieg der Infektionszahlen nicht überlastet wären.

Wann sind interkontinentale Reisen wieder möglich?

Fest steht laut Innenminister Horst Seehofer: Die Grenzen zu Drittstaaten außerhalb der EU sollen weiter geschlossen bleiben, und zwar bis mindestens zum 15. Juni, was den Empfehlungen der EU-Kommission entspricht.

Diese Regeln soll es an den Urlaubszielen geben

Die EU-Kommission hat ein Konzept für sichere Sommerurlaube in Zeiten von Corona vorgelegt. Die stark eingeschränkte Reisefreiheit innerhalb der EU soll zumindest schrittweise wiederhergestellt werden, allerdings sollen Hotels, Ferienparks und Restaurants neue strenge Hygiene- und Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen. Die Maßnahmen im Überblick:

Corona-Situation am Reiseziel soll per Online-Karte erkennbar sein

Urlauber sollen vor der Abreise offenbar auf einer Online-Karte prüfen können, wie die Situation an ihrem Reiseziel ist. Eine solche Karte, in der einzelne Regionen angezeigt werden können, solle nun aufgesetzt werden, berichtet die „Deutsche Presse-Agentur“.

Diese Regeln sollen an den Stränden gelten

Handtuch an Handtuch wird es weder an Pools noch an Stränden geben, darin sind sich Experten und Politiker einig. Daher könnte es Maßnahmen geben, um an den Stränden genügend Abstand zwischen den Urlaubern zu gewährleisten.

Diese Hygienepflichten sollen Hotels umsetzen

Grundsätzlich müsste in den Hotels die Grundregeln wie Mindestabstand und regelmäßiges Händewaschen eingehalten werden. Die EU-Kommission präsentiert in einem Empfehlungsentwurf, welcher der „Deutschen Presse-Agentur“ vorliegt, aber noch weitere Maßnahmen, die in allen Hotels umgesetzt werden müssten. Das Personal müsse geschult werden und die Gäste sollten regelmäßig über Neuigkeiten der Behörden informiert werden.

Für den Fall eines Corona-Ausbruchs in der Unterkunft müsse eine Kontaktverfolgung gewährleistet sein. Außerdem wird es wohl Zeitslots für die Pool-Nutzung, das Fitnessstudio sowie Frühstück und Abendessen geben. Für Restaurants oder Cafés solle eine Maximalzahl an Gästen festgelegt werden. 

Reisewarnung des Auswärtigen Amtes wird schrittweise aufgehoben

Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt seit etwa zwei Monaten und noch bis mindestens 14. Juni. Doch Deutschlands Außenminister Heiko Maas teilte mit, dass die Warnung schrittweise aufgehoben werden könnte, zuerst für Länder in Europa. Wann es so weit sein wird, dazu äußerte sich Maas jedoch noch nicht.

Was ist, wenn der Sommerurlaub doch abgesagt wird?

Noch ist die Planung der europäischen Länder zu Grenzöffnungen und Regeln am Urlaubsziel recht vage – Stornierungen von Reiseveranstaltern und Airlines sind daher aktuell noch wahrscheinlich. Welche Rechte haben Verbraucher in diesem Fall? 

Anbieter müssen Kosten für Pauschalreisen und Flugtickets erstatten – Reisende können einen Gutschein akzeptieren, müssen aber nicht. So sieht es das aktuelle deutsche Reiserecht vor.

Deutschland will Verbraucher jedoch dazu verpflichten, bei Absagen in der Corona-Krise vorerst einen Gutschein statt einer Erstattung zu akzeptieren, und pochte bei der EU-Kommission darauf, die Gutscheinlösung verpflichtend im EU-Pauschalreiserecht zu verankern.

Doch aus Brüssel gibt es kein grünes Licht: Verbraucher sollten im Falle abgesagter Reisen weiterhin die Wahl haben. Vielmehr sollten die EU-Staaten die Gutscheine möglichst attraktiv machen. Zum einen sollen sie gegen Insolvenz abgesichert werden und bis zu ihrem Ablauf gegen Geld eingetauscht werden können.