Wochenlang mussten Deutschlands Hausboote leer auf dem Wasser treiben. Denn aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie galten für die Betreiber der schwimmenden Unterkünfte die gleichen Richtlinien wie für Inhaber von Pensionen oder Hotels. 

Doch dank der aktuellen Lockerungen können nun auch Hausbootvermieter in die neue Saison starten. Die ersten Schiffe sind ab Freitag, 15. Mai 2020, unterwegs. Allerdings gelten an Bord strenge Regeln. 

Corona-Krise: Diese Richtlinien gelten auf Hausbooten

„Auf dem Boot dürfen sich maximal zwei Parteien, also zwei Haushalte, aufhalten“, erklärt Lorenzo Guendel von der PUUR Yachtcharter GmbH. „Das heißt, Verwandte oder Freunde können auf diese Weise gemeinsam verreisen.“

Und das werde auch überprüft: Denn in Zeiten des Coronavirus sei es Pflicht, neben der Namen und Geburtsdaten auch die Anschrift der Gäste zu notieren. Dadurch soll der Verordnung nach verhindert werden, dass Urlauber aus Risikogebieten ein Boot mieten. Andererseits hilft die Richtlinie Guendel zufolge dabei, mögliche Infektionsketten nachzuvollziehen. 

„Außerdem dürfen Gäste nur an Bord eines Hausboots, wenn es eigene Sanitäranlagen gibt“, erklärt Guendel. Heißt im Umkehrschluss: Gemeinschaftstoiletten oder -duschen dürfen nicht genutzt werden und sind deshalb geschlossen.

Ansonsten umfassen die Auflagen die herkömmlichen Schutzmaßnahmen, die in Deutschland gelten – also Abstandsregelungen, beispielsweise bei der Boots-Übergabe, eine Mundschutzpflicht in gemeinschaftlich genutzten Räumen, etwa im Hafenbüro, und eine Nies- und Husten-Etikette. 

Welche Verhaltensregeln Experten Reisenden grundsätzlich empfehlen, liest du hier. 

Hausboot-Urlaub in Deutschland: Diese Maßnahmen ergreifen Betreiber

Hinzu kommen Richtlinien, die Hobby-Kapitäne nur indirekt betreffen. Hierzu zählt laut Guendel zum Beispiel ein möglichst digitales oder telefonisches Buchungsverfahren. Und: „Der Hafen darf beispielsweise nur öffnen, wenn die Wasser- und Stromversorgung am Steg gewährleistet ist“, weiß Guendel. Außerdem gelte für Boote, die nebeneinander liegen, ebenfalls eine Mindestabstands-Regelung. 

Die Verordnung umfasst zudem strenge Hygienerichtlinien, etwa in Bezug auf häufig genutzte Oberflächen. „Das betrifft zum Beispiel Stühle und Tische“, erklärt Guendel. „Sie werden jetzt zweimal täglich gründlich desinfiziert.“ Im selben Zuge müssten Betreiber ihren Gästen an Bord des Boots Desinfektionsmittel bereitstellen. 

Trotz Corona: Wann dürfen Hobby-Kapitäne wieder in See stechen?

In den Brandenburger Häfen sind dem Vermieter Locaboat zufolge Gäste aus allen Bundesländern willkommen. Einen kleinen Haken gibt es aber noch: Auswärtige Hobby-Kapitäne dürfen bis zum 25. Mai nicht über die Landesgrenze nach Mecklenburg-Vorpommern schippern. Auch Templin ist aufgrund einer gesperrten Schleuse nicht erreichbar.

In Mecklenburg-Vorpommern dürfen die Einwohner des Bundeslandes Hausboote von Montag, 18. Mai 2020, an chartern. Ab dem 25. Mai gilt freie Fahrt für alle. Auf reisereporter-Anfrage bestätigten auch Anbieter aus Niedersachsen und Baden-Württemberg den Wiederanlauf des Betriebs.