Traumhafte Strände, bunte Städte und eine herzliche Kultur: Eine Reise in die Türkei steht für viele Deutsche ganz oben auf der Bucket List, es ist das drittbeliebteste Reiseziel hierzulande. 

Und die Türkei wirbt um deutsche Touristen: „Die Türkei ist ein sicheres Land. Es ist wichtig, dass die Reisewarnung noch einmal überprüft wird anhand objektiver Kriterien“, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu auf einer Pressekonferenz mit Heiko Maas. Dieser jedoch macht klar: Deutschland bleibt hart. Die Reisewarnung wird nicht aufgehoben. 

Reisewarnung für Türkei wird nicht aufgehoben

Auf der Webseite des Auswärtigen Amtes heißt es dazu: „Aufgrund der Ausbreitung von Covid-19 und damit einhergehenden Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr sowie Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens wird vor nicht notwendigen Reisen in die Türkei gewarnt.“ Auch das Robert-Koch-Insitut (RKI) stuft das Land als Corona-Risikogebiet ein.

Reisen sind damit zwar erlaubt, aber mit gewissen Risiken verbunden – diese haben wir dir in einem großen Überblick zusammengefasst.

Türkei-Urlaub 2020: Die Corona-Richtlinien am Strand

Dass für den Neustart der Touristik Schutzmaßnahmen nötig sind, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, ist klar. An Stränden gibt es laut der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“ daher eine Reihe von Richtlinien für Urlauber. Bislang gälten sie am beliebten Konyaalti-Strand in Antalya, weitere Abschnitte folgten. 

Demnach seien Reisende von nun an dazu verpflichtet, gekennzeichnete Strandeingänge und -ausgänge zu nutzen, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Dort erwarteten sie Informationsbroschüren, Handschuhe und Mund-Nasen-Bedeckungen, die zum Einsatz kämen, sobald mehrere Strandliebhaber zusammenkommen, also im Eingangsbereich, den Umkleidekabinen und an gastronomischen Ständen. 

Ein ähnliches Prinzip gebe es an Umkleidekabinen und Duschen: Hier würden spezielle „Spuren“ eingerichtet, um die Personenanzahl zu kontrollieren.

Des Weiteren gebe es am Meer von nun an etwa neun Quadratmeter große Logen, die Platz für drei Personen bieten. Zwischen jeder „Liegeinsel“ gelte ein Mindestabstand von zweieinhalb Metern – Social Distancing inklusive. 

Außerdem gibt es dem Bericht nach schlechte Nachrichten für Raucher: Am Strand sei das Rauchen künftig verboten. Der Grund: Unabhängig davon, dass Zigarettenstummel die Umwelt verschmutzen, könnten sie das Coronavirus übertragen. 

Türkei-Urlaub 2020: Corona-Tests am Flughafen

Die Türkei selbst hat das Einreiseverbot für deutsche Staatsangehörige am 11. Juni aufgehoben. Jetzt gelten bereits am Flughafen Schutzmaßnahmen. Wer einreist und durch eine erhöhte Temperatur auffällt, ist dazu verpflichtet, einen Corona-Test zu machen. Bei einem positiven Ergebnis folgt eine medizinische Behandlung vor Ort. Auch Quarantänemaßnahmen sind möglich. 

Urlaub trotz Corona: Die Schutzmaßnahmen der Türkei

Neben den Coronavirus-Tests bei der Einreise zählen laut der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“ auch detaillierte Vorschriften für Transport, Unterbringung und Verpflegung der Urlauber zu den neuen Schutzmaßnahmen. Zudem würden die Unterkünfte umfangreich desinfiziert und mit einem speziellen Corona-Tüv geprüft. Die Priorität liege also klar beim Wohlergehen der Gäste und des Personals. 

Einen Teil der Maßnahmen müssen die Hotels ohnehin erfüllen. Denn wer sich nicht an Richtlinien wie eine maximale Auslastung von 60 Prozent, Mindestabstände zwischen Liegestühlen und Tischen oder eine Maskenpflicht in gemeinschaftlich genutzten Räumen hält, muss schließen. Außerdem ist am Buffet keine Selbstbedienung erlaubt.

Die Speisen gibt es nun vom Personal. Es desinfiziert bei der Ankunft auch das Gepäck der Urlauber. Um stets richtig reagieren zu können, bekommen die Mitarbeiter außerdem eine Pandemie-Schulung. 

Ein Zertifikat soll Urlaubern Orientierung bieten

Wer die gewünschten Voraussetzungen und Hygienestandards erfüllt, erhält dem Bericht zufolge das Zertifikat. Um Urlaubern dann Orientierungshilfe zu bieten, würden die betroffenen Unterkünfte ab Juni online aufgeführt. 

In der Vergangenheit sprach sich auch die SPD-Fraktion des Europaparlaments für ein solches Zertifikat aus – allerdings forderte sie eine EU-weite Variante für Resorts und Hotels.