Die Türkei hat die Ausbreitung des Coronavirus laut dem türkischen Außenminister Mevlut Cavusoglu in den Griff bekommen. Grund genug, um erste Schritte aus der Krise zu wagen und sich als sicheres Reiseziel zu empfehlen: Das Land rechnet ab dem 14. Juni mit deutschen Touristen, entsprechende Flüge soll es dann ebenfalls geben.

Aktuell gelten nach Angaben des Auswärtigen Amtes allerdings Einschränkungen. Hierzu zählt ein Einreiseverbot für Touristen aus Staaten, die von Covid-19 betroffen sind. Auch Deutsche dürfen derzeit nicht in die Türkei. Die türkischen Landes- und Seegrenzen sind geschlossen, sämtliche Auslandsflüge gecancelt.

Turkish Airlines etwa kündigte an, bis zum 4. Juni keine nationalen Flüge anzubieten, internationale Flüge der Airline fallen bis zum 10. Juni aus.

Türkei-Urlaub 2020: Die Corona-Richtlinien am Strand

Dass für den Neustart der Touristik Schutzmaßnahmen nötig sind, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, ist klar. An Stränden gibt es laut der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“ daher eine Reihe von Richtlinien für Urlauber. Bislang gälten sie am beliebten Konyaalti-Strand in Antalya, weitere Abschnitte folgten. 

Demnach seien Reisende von nun an dazu verpflichtet, gekennzeichnete Strandeingänge und -ausgänge zu nutzen, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Dort erwarteten sie Informationsbroschüren, Handschuhe und Mund-Nasen-Bedeckungen, die zum Einsatz kämen, sobald mehrere Strandliebhaber zusammenkommen, also im Eingangsbereich, den Umkleidekabinen und an gastronomischen Ständen. 

Ein ähnliches Prinzip gebe es an Umkleidekabinen und Duschen: Hier würden spezielle „Spuren“ eingerichtet, um die Personenanzahl zu kontrollieren.

Des Weiteren gebe es am Meer von nun an etwa neun Quadratmeter große Logen, die Platz für drei Personen bieten. Zwischen jeder „Liegeinsel“ gelte ein Mindestabstand von zweieinhalb Metern – Social Distancing inklusive. 

Außerdem gibt es dem Bericht nach schlechte Nachrichten für Raucher: Am Strand sei das Rauchen künftig verboten. Der Grund: Unabhängig davon, dass Zigarettenstummel die Umwelt verschmutzen, könnten sie das Coronavirus übertragen. 

Urlaub 2020: Geplant sind auch Corona-Tests am Flughafen

Außerdem wolle die Regierung jeden Touristen, der einreist, gleich am Flughafen auf das Coronavirus testen, wie die türkische „Hürriyet“ berichtet.

Auf die Ergebnisse, die etwa fünf bis sechs Stunden später vorlägen, müssten Reisende aber nicht vor Ort warten. Stattdessen werden die Kontaktdaten der Betroffenen Tourismusminister Nuri Ersoy zufolge notiert, sodass sie im Zweifelsfall in ihrer Unterkunft erreicht werden können. 

Urlaub trotz Corona: Die Schutzmaßnahmen der Türkei

Neben den Coronavirus-Tests bei der Einreise zählten auch detaillierte Vorschriften für Transport, Unterbringung und Verpflegung der Urlauber zu den neuen Schutzmaßnahmen. Zudem würden die Unterkünfte umfangreich desinfiziert und mit einem speziellen Corona-Tüv geprüft. Die Priorität liege also klar beim Wohlergehen der Gäste und des Personals. „Sie sollen sich wohlfühlen“, erklärte Ersoy der „Hürriyet“. 

Einen Teil der Maßnahmen müssen die Hotels ohnehin erfüllen. Denn wer sich nicht an Richtlinien wie eine maximale Auslastung von 60 Prozent, Mindestabstände zwischen Liegestühlen und Tischen oder eine Maskenpflicht in gemeinschaftlich genutzten Räumen hält, muss schließen. Außerdem ist am Buffet keine Selbstbedienung erlaubt.

Die Speisen sollen vielmehr vom Personal ausgegeben werden und das Gepäck wird mit Desinfektionsmittel bei Ankunft behandelt. Um stets richtig reagieren zu können, wird das Personal mit einer Pandemie-Schulung auf den Betrieb während der Krise vorbereitet. 

Auch an den Stränden des Mittelmeeres gilt für Urlauber dann eine Abstandspflicht, es werden etwa nur die Hälfte der Liegen auf dem Strand angeboten. 

Ein Zertifikat soll Urlaubern Orientierung bieten

Wer die gewünschten Voraussetzungen und Hygienestandards erfüllt, erhält dem Bericht zufolge das Zertifikat. Um Urlaubern dann Orientierungshilfe zu bieten, würden die betroffenen Unterkünfte ab Juni online aufgeführt. 

Erst kürzlich sprach sich auch die SPD-Fraktion des Europaparlaments für ein solches Zertifikat aus – allerdings forderte sie eine EU-weite Variante für Resorts und Hotels.