Endlich ist es so weit: Die Hotels in Deutschland dürfen demnächst wieder öffnen– einer Reise an Pfingsten oder im Sommer steht fast nichts mehr im Wege. Ein Strandurlaub an der Nord- oder der Ostsee ist bereits ab dem 25. Mai wieder möglich. Aber: Einige Bundesländer wollen eine maximale Belegungsquote für einige Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze, wodurch es zu Stornierungen von bestehenden Buchungen kommen kann. 

In Mecklenburg-Vorpommern dürfen Unterkünfte nur 60 Prozent, in Niedersachsen nur 50 Prozent der Betten belegen, um die Abstandsregeln zu gewährleisten. Das heißt: Ausgebuchte Unterkünfte müssen Buchungen reihenweise stornieren. Welche Rechte Urlauber in diesen Fällen haben, erklärt Reiserechtsanwalt Paul Degott dem reisereporter.

Hotel muss bei Stornierung Anzahlung oder Gesamtbetrag erstatten

Kann ein Hotelier, Campingplatzbetreiber oder Ferienwohnungsvermieter den Belegungsvertrag nicht einhalten, müsse er dem Reisenden die Anzahlung oder die Buchungskosten erstatten, sagt Degott.

„Jedoch muss der Betreiber nicht für Mehrkosten bei einer Umbuchung auf ein anderes Hotel, bereits gebuchten Ausflügen oder gemieteten Fahrrädern haften“, so der Reiserechtsanwalt.

Der Grund: „Da es sich um behördliche Auflagen handelt, basieren die Stornierungen nicht auf Vorsatz oder Fahrlässigkeit, sondern auf höherer Gewalt. Damit haben die Urlauber keinen Haftungsanspruch gegenüber dem Veranstalter.“ Bei unverschuldeten Absagen komme deshalb auch kein Schmerzensgeldanspruch in Betracht.

Was ist, wenn ich statt eines Meerblick-Zimmers ein anderes bekomme?

Schon bei der Buchung wird der Leistungsumfang des Veranstalters festgehalten. Touristen, die ein Zimmer mit Meerblick gebucht haben, aber wegen der Maximalauslastung nur ein normales Zimmer bekommen, haben einen Anspruch auf die Preisdifferenz, so Degott. Schließlich habe der Betreiber den Vertrag nicht vollständig erfüllt.

Welche Buchungen im Sommer werden wegen der Corona-Krise storniert?

Grundsätzlich gilt auch in der Coronavirus-Pandemie: Der Veranstalter, der storniert, muss bei der Auswahl der Absagen „sach- und interessengerecht“ vorgehen, sonst würde er sich eventuell doch schadensersatzpflichtig machen. 

In Mecklenburg-Vorpommern war diesbezüglich das sogenannte Windhund-Prinzip nach dem Motto „first come, first served“ in der Diskussion. Das würde konkret bedeuten: Wer früh gebucht hat, hat gute Chancen, anreisen zu dürfen. Spätere Buchungen werden von Hotels und Ferienwohnungen zuerst storniert.

Es könnte auch nach Wirtschaftlichkeit gehen – in Niedersachsen mit der Wiederbelegungsfrist von sieben Tagen würde das bedeuten: Buchungen von Gästen, die kürzer kommen wollen, werden storniert.