Aufgrund der Coronavirus-Pandemie ist noch immer unklar, ob Reisen im Sommer stattfinden können oder nicht. Die weltweite Reisewarnung gilt zwar noch mindestens bis zum 14. Juni. Allerdings wecken die Lockerungen der Richtlinien vielerorts Hoffnungen. So setzen zum Beispiel Länder wie Spanien, Ägypten oder Griechenland auf das schrittweise Hochfahren des Tourismus.

Klar ist: Dafür sind Schutzmaßnahmen unabdingbar. Für einige sorgen die Betreiber von Campingplätzen, Hotels und Ferienwohnungen, andere müssen Urlauber selbst in die Hand nehmen. Wie du dich bestmöglich vorbereiten kannst, zeigt dir der reisereporter.

Corona-Krise: Diese Reisen bergen die Gefahr einer Infektion

Wer in die Urlaubsplanung geht, sollte sich Matthias Stoll, Infektiologe der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), zufolge zwei Fragen stellen:

  1. Ist mein Reisewunsch umsetzbar und wenn ja, mit welchen Abstrichen?
  2. Kann es nicht ein viel besserer Plan sein, etwas anderes auszuprobieren, das ich ohne Pandemie nie gemacht hätte, aber gern ausprobieren würde?

Das Robert-Koch-Institut (RKI) rät von nicht notwendigen Reisen weiterhin ab. Allen, die sich trotz der Pandemie zu einer Reise entscheiden, empfiehlt das RKI mögliche Quarantäne-Zeitfenster bei der Einreise nach einem mehrtägigen Auslandsaufenthalt zu bedenken.

Infektiologe Stoll hat außerdem Tipps in Bezug auf die Unterkunft und die Art des Urlaubs. Demnach sei eine Individualreise mit dem Fahrrad oder im eigenen Auto weniger problematisch als eine Anreise mit Bus und Bahn. Auf diese Weise könnten Urlauber den Kontakt mit anderen Menschen besser meiden. 

Ähnliches gelte für die Unterkunft. „Ein Ferienhaus mit eigenem Bad, Küche und Garten birgt weniger Risiken als Anlagen mit Speisesälen, gemeinschaftlichen Sanitäranlagen und einer Sonnenterrasse, die bei gutem Wetter auch ohne Abstandsregeln schon zu klein für alle Gäste ist“, erklärt Stoll.

Zudem hätten Selbstversorger die Gefahren ohnehin besser in der Hand als Vollpensionsgäste – mit der Einschränkung, dass sie regelmäßig einkaufen müssen. „Das dürfte an manchen Urlaubsorten in der Hauptsaison schwierig mit den Abstandsregeln in Einklang zu bringen sein“, befürchtet der Infektiologe. 

Reisen trotz Coronavirus: Maßnahmen, die Urlauber schützen

Wer dann im Urlaub ist, sollte die Tipps, die er zu Hause umsetzt, ebenfalls befolgen. Schmierinfektionen, bei denen Erreger über eine Kette von Berührungen weitergereicht werden, können als möglicher Covid-19-Ansteckungsweg nicht ausgeschlossen werden. „Die mit Abstand wirksamste Maßnahme ist daher das häufige und sorgfältige Händewaschen“, erklärt Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Berliner Centrums für Reise- und Tropenmedizin (CRM). 

Hinzu komme die Nutzung von Desinfektionsmitteln. Sie sei wichtig für Situationen, in denen das Händewaschen nicht möglich ist. Allerdings sollten Reisende laut der Zeitschrift „Öko-Test“ darauf achten, dass Sprays, Gele, Tücher und Co. entweder „begrenzt viruzid“ oder aber „gegen behüllte Viren“ wirken. Eine entsprechende Liste gibt es auf der Website des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Das Tragen von Handschuhen hingegen sei oft wirkungslos. Denn die Gefahr, sich mit ihnen ins Gesicht zu fassen, sei hoch. Wer Handschuhe trägt, sollte sie daher – ähnlich wie in Kliniken – regelmäßig wechseln. Das sei auf Reisen wenig praktikabel.

Des Weiteren handelt es sich beim Coronavirus um einen Erreger, der über eine Tröpfcheninfektion übertragen wird. Eine Mund-Nasen-Bedeckung lohnt sich Matthias Stoll von der MHH zufolge daher. Sie schütze zwar nicht vor einer Ansteckung, helfe aber dabei, die Gefahr für Risikogruppen zu mindern.

Auch das Social Distancing, die bewusste räumliche Trennung von Menschen, sei bei Reisen unabdingbar. Das bestätigt auch das Robert-Koch-Institut und rät Menschen, den Kontakt zu anderen auf ein „absolut nötiges Minimum“ zu reduzieren. Ausgenommen seien Mitglieder des eigenen Haushalts. In der Öffentlichkeit schaffe ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern Abhilfe.

Gleiches gilt dem RKI nach für die Nies- und die Husten-Etikette. Heißt: Mindestens einen Meter Abstand halten, sich in die Armbeuge anstatt in die Hand niesen und Taschentücher lediglich einmal verwenden und anschließend wegschmeißen.