Wunderschöne Denkmäler, einzigartige Gebäude und Stätten werden von der Unesco als Welterbe bezeichnet. Auf die Liste kommen aber nur Gebilde von außergewöhnlichem universellen Wert. In Deutschland gibt es 46 Weltkurlturerbe-Stätte, die du bei deinen Reisen durch die Bundesländer entdecken kannst. Das sind die Favoriten des reisereporters.

Entdecke die Höhlen-Kunst der Schwäbischen Alb

In der Schwäbischen Alb kannst du entdecken, wie die ersten modernen Menschen während der Eiszeit vor etwa 43.000 Jahren in Europa lebten.

Unter anderem stehen seit dem Jahr 2007 sechs Höhlen als Teilgebiete auf der Unesco-Welterbeliste: Vogelherdhöhle, Hohlenstein-Stadel-Höhle und Bocksteinhöhle im Lonetal bei Ulm sowie Geißenklösterle, Hohler Fels und Sirgensteinhöhle im Achtal bei Blaubeuren in Baden-Württemberg.

Die Höhle Hohlenstein-Stadel.

In den Höhlen und bei anderen archäologischen Stätten im gesamten Gebiet wurden bei Ausgrabungen Stein- und Knochengeräte sowie Schmuck- und Kunstobjekte gefunden, die zwischen 35.000 und 43.000 Jahre alt sind. Darunter eine Mammut-, eine Höhlenlöwe- und eine Höhlenbär-Figur aus Elfenbein oder Knochen.

Einige Fundstücke befinden sich im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren und im Ulmer Museum. Die Höhlen können zu festen Öffnungszeiten besucht werden.

Besuche den Bergpark Wilhelmshöhe oder den Muskauer Park

Sehenswerte Parks und Landschaftsanlagen gibt es in Deutschland viele. Einige davon stehen aber auch auf der Unesco-Liste. Der 240 Hektar große Bergpark Wilhelmshöhe in Hessen ist seit 2013 aufgelistet. Entstanden ist der Park ab dem Jahr 1696 nach einer Idee des Landgrafen Karl von Hessen-Kassel.

Zu sehen gibt es ein Schloss, eine gigantische Herkules-Statue, künstliche Felsformationen, Steintreppen und einen Springbrunnen mit mehr als 750.000 Litern Wasser, aus dem eine 50 Meter hohe Fontäne emporschießt.

Erkunde den Bergpark Wilhelmshöhe in Hessen.

Der Muskauer Park: Polnisch-deutsches Weltkulturerbe

Der Muskauer Park ist seit dem Jahr 2004 ein polnisch-deutsches Weltkulturerbe. Auf der polnischen Seite heißt der Park Mużakowski. Die grenzüberschreitende Stätte wurde zwischen 1815 und 1844 von Fürst Hermann von Pückler-Muskau angelegt.

Das rund 700 Hektar große Gelände besteht auf deutscher Seite aus dem Schloss-, Bade- und Bergpark und auf polnischer Seite aus dem Unterpark, dem Arboretum und den Braunsdorfer Feldern.

Das schloss im Muskauer Park.

Erkunde die Altstädte von Stralsund, Wismar und Quedlinburg

Die Altstädte von der im 13. Jahrhundert gegründeten Orte Stralsund und Wismar in Mecklenburg-Vorpommern sind samt Straßennetz, Plätzen, Parzellen- und Grundstücksstruktur fast unverändert erhalten. Mit ihrer Struktur repräsentieren sie den Reichtum und die Macht der Hanse bis ins 15. Jahrhundert.

So ist Stralsund eine vom Fernhandel geprägten Hafenstadt und Wismar eine auf den Export ausgerichtete Hansestadt. Seit 2002 gelten die Altstädte als Weltkulturerbe.

1.300 gut erhaltene Fachwerkhäuser in Quedlinburg

Eher abseits vom Wasser, aber dennoch eine wohlhabende Handelsstadt aus dem Mittelalter ist die Altstadt von Quedlinburg. Der Ort liegt in Sachsen-Anhalt auf der östlichen Seite des Harzes und ist damit nicht weit vom Brocken entfernt. Einer anschließenden Wanderung in den Bergen steht damit nichts im Wege.

Doch zuvor gibt es in Quedlinburg 1.300 gut erhaltene Fachwerkhäuser aus sechs Jahrhunderten zu bestaunen. Seit 1994 steht die Altstadt auf der Unesco-Liste.

Quedlinburg in Sachsen-Anhalt mit einer Tourismus Bimmelbahn.

Die Hamburger Speicherstadt

Nicht nur Altstädte und mittelalterliche Bauten gehören zum Weltkulturerbe, auch moderne Stätten haben Platz auf der Liste der Unesco, beispielsweise die Hamburger Speicherstadt. Sie zählt mit ihrem Verbindungsnetz aus Straßen, Kanälen und Brücken und dem benachbarten Kontorhausviertel zu den größten Lagerhauskomplexen der Welt. 

Die Speicherstadt in Hamburg bei Sonnenuntergang.

Die Speicherstadt stellt einen der weltweit größten zusammenhängenden Hafenspeicherhauskomplexe dar. Damit zeigt sie die Folgen des internationalen Handelswachstums im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert für eine historisch gewachsene Hafenstadt.

Bestaune die Dome in Köln, Hildesheim und Trier

Deutschland hat viele wunderschöne Kirchen zu bieten, aber nur wenige stehen auf der Unesco-Welterbeliste. Darunter: der Naumburger Dom, der Hildesheimer Dom und der Kölner Dom.

Der Kölner Dom ist eine römisch-katholische Kirche. Gebaut wurde das Meisterwerk gotischer Architektur von 1248 bis 1880. Bei seiner Vollendung war er das größte Gebäude der Welt. Seit 1996 zählt er zum Unesco-Weltkulturerbe und gehört heute zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Deutschlands.

Der Kölner Dom bei Nacht.

Der Trierer Dom steht in der ältesten Stadt Deutschlands

Als älteste Stadt Deutschland (Gründung im Jahr 17 vor Christus) hat Trier so einige außergewöhnliche Denkmäler der römischen Zivilisation zu bieten. Dabei gilt der Dom als einer der ältesten Kirchenbauten der westlichen Welt. Er versinnbildlicht die Anerkennung des Christentums durch Kaiser Konstantin zwischen den Jahren 310 und 320. Zum Weltkulturerbe gehört er seit 1986.

Der Dom St. Petrus in Trier – ein echter Hingucker, oder?

Dom und Michaeliskirche in Hildesheim stammen aus dem Mittelalter

In Hildesheim in Niedersachen gibt es gleich zwei Kirchen, die unter einer Bezeichnung auf der Welterbe-Liste stehen: Dom und Michaeliskirche in Hildesheim. Die ehemalige Benediktinerabteikirche St. Michael wurde von 1010 bis 1022 erbaut und war wegweisend für weitere architektonische Entwicklungen im Mittelalter. 

Der erste Dombau entstand in Hildesheim bereits 872. Besonders die berühmten Bronzetüren und die Bronzesäule des Bernward von etwa 1020 sind im Dom sehenswert. Beide Gebäude gehören seit 1985 zum Weltkulturerbe.