Nach wochenlanger Quarantäne wurde die Ausgangssperre in Spanien gelockert: Kinder und Erwachsene dürfen wieder Spaziergänge im Freien machen. Dies haben die spanischen Behörden des Küstenortes Zahara de los Atunes an der Costa de la Luz in Andalusien zum Anlass genommen, den Strand zu desinfizieren.

Vor den Lockerungen der Maßnahmen ließen sie Bleichmittel gegen das Coronavirus versprühen – alles zum Schutz der Kinder, heißt es.

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Strand mit Bleichmittel desinfiziert – Aufschrei von Umweltschützern

Diese Aktion sorgte bei den Bewohnern und bei Umweltschützern für Kritik. „Es ist völlig absurd“, sagte María Dolores Iglesias Benítez gegenüber dem „Guardian“. „Der Strand ist ein lebendiges Ökosystem. Und wenn man es mit Bleichmittel besprüht, wird alles getötet, was dort lebt.“ 

Iglesias Benítez leitet eine lokale Vereinigung, die sich aktiv für den Schutz des Gebiets einsetzt, das als Nistplatz für den Regenpfeifer sowie mehrere Arten von Zugvögeln dient.

Vogel-Nester am Strand von Zahara de los Atunes von Traktoren zerstört?

Eigentlich hatte die Umweltschützerin gehofft, dass sich die Anzahl der Nester in der Gegend in diesem Jahr verdoppeln würde – schließlich war der Strand sechs Wochen lang verwaist. Doch nun befürchtet sie, dass die Traktoren die Eier zerquetscht haben.

Deshalb habe ihre Organisation Beschwerden bei den örtlichen Behörden eingereicht und damit die Aufmerksamkeit von Greenpeace Spanien auf sich gezogen. In einem Tweet heißt es: „Das Besprühen von Stränden mit Bleichmittel in der Brutzeit ist keine Idee von Trump. Es passiert in Zahara de los Atunes.“

Laut einem Gemeindeberater sollte die Aktion lediglich die Kinder schützen: „Ich sehe ein, dass es ein Fehler war, dabei hatten wir allerdings nur die besten Absichten im Sinn“, sagte er dem Sender „Canal Sur“. Die Regierung der Region wolle nun die Maßnahme genauer prüfen.