Mehr als 500 Auswärtige sitzen wegen der Corona-Krise noch immer auf den Malediven fest, darunter einige Deutsche. Etwa 180 Touristen, die aus insgesamt 50 Ländern kommen, harrten zeitweise am Flughafen aus und hofften auf Rückflüge in die Heimat. Das Problem: Derzeit gibt es nur noch Evakuierungsflüge.

Daher wurden sie in einem Hotel untergebracht – auf Kosten der maledivischen Behörden. Nach Informationen der englischsprachigen Zeitung „The Edition“ handelt es sich dabei um Dreamland Maldives, ein typisches Luxushotel, wie es sie überall in dem Land gibt: Es findet sich auf einer kleinen Insel, mit Bungalows auf dem Wasser und am Strand. 

Gestrandet im Luxushotel wegen Corona-Pandemie

„Es wäre schlecht für unser Image, wenn wir sie hätten rumsitzen lassen“, so der Direktor der Tourismusbehörde, Mohamed Hassan. Auch einige Urlauber, die sich teure Hotels inzwischen nicht mehr leisten könnten, wurden in das Hotel gebracht. „Wir glauben, sie sind wie Einheimische. Sie sind die Menschen, die dieses Land dorthin gebracht haben, wo es jetzt ist“, sagte Ali Waheed, Tourismusminister der Malediven.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes befindet sich noch eine niedrige zweistellige Zahl von Deutschen auf den Inseln der Malediven. Insgesamt seien im Zuge der großen Rückholaktion 85 Deutsche ausgeflogen worden. Die anderen planten offenbar einen längeren Aufenthalt. 

Um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, setzen die Malediven seit dem 27. März 2020 die Visavergabe (Visa on Arrival) aus. Damit ist die Einreise auf die Malediven faktisch nicht mehr möglich, teilt das Auswärtige Amt mit. Einzelne Inseln wurden abgeriegelt, sie dürfen weder betreten noch verlassen werden. 

Die Kapazitäten des maledivischen Gesundheitssystems sind bei steigenden Infektionsfällen begrenzt. Seit dem Bekanntwerden des ersten Corona-Falls Anfang März stieg die Zahl auf 491 bestätigte Infektionen, ein Mensch starb.

Die Malediven sind als Luxusurlaubsziel in hohem Maße vom Tourismus abhängig: Dieser Sektor macht 28 Prozent des BIP des Inselstaates aus.