Seit Wochen bestimmt die Corona-Krise den Alltag von Millionen Menschen weltweit. Das hat – neben den Auswirkungen auf Gesundheit und Wirtschaft – auch Folgen für die diesjährige Urlaubsplanung. Insbesondere jetzt, wo die weltweite Reisewarnung mindestens bis zum 12. Juni 2020 verlängert wurde, steht die Frage im Raum: Ergibt es Sinn, trotz allem ein Flugticket oder Hotel für einen Zeitpunkt in ein paar Monaten zu buchen?

Urlaub 2020: Das spricht für die Buchung einer Reise

Vertreter der Touristik sprechen sich für die Buchung eines Sommerurlaubs aus. Ihre Existenzgrundlage ist durch die Corona-Pandemie gefährdet. Erst kürzlich haben Reisebüros bei Demos in 40 deutschen Städten auf den entstandenen massiven wirtschaftlichen Schaden der Branche aufmerksam gemacht.

Einige Flüge und Hotels sind für Buchungen im Herbst gerade so günstig wie nie. Dem „Business Insider“ bestätigten mehrere Experten, jetzt sei die beste Zeit, um zu buchen. Denn viele Airlines wollen Verluste aus dem Frühjahr gutmachen. Da könnte es sich lohnen, einmal zu schauen, ob du nicht ein Schnäppchen machen kannst.

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Corona-Krise: Fluggesellschaften und Veranstalter kommen Urlaubern entgegen

Viele Veranstalter bieten aktuell bei neuen Buchungen auch einen Bonus an, bei Tui beispielsweise gibt es bis zu 100 Euro für Kunden, die jetzt eine Reise für einen späteren Zeitpunkt im Jahr 2020 oder sogar schon für 2021 buchen.

Noch ein Pro für die Buchung: Viele der etablierten Fluggesellschaften kommen potenziellen Passagieren angesichts der Corona-Pandemie entgegen. Sie erheben keine Umbuchungs- oder Stornierungsgebühren, wenn sie sich doch dafür entscheiden, den ursprünglichen Flug nicht anzutreten.

Bei Urlauben, die wegen der Reisewarnung der Bundesregierung abgesagt werden mussten, haben Kunden nach der gültigen Rechtslage die Wahl zwischen einem Gutschein und einer Rückzahlung. Wer sich für einen Voucher entscheidet, erhält, ähnlich wie bei einer ganz neuen Buchung, bei vielen Anbietern einen Bonus. Das gilt für Tui wie auch für DER Touristik und FTI

Fazit: So sehr die Flexibilität bei Reisebuchungen früher gefehlt hat, so sehr bemühen sich Airlines und Veranstalter nun, potenzielle Kunden einzufangen.

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Für vor der Krise gebuchte Urlaube im Sommer oder Herbst 2020 gelten die kostenlosen Rücktrittsmöglichkeiten hingegen nicht. Betroffene sollten daher die aktuelle Lage im Blick behalten und abwägen, ob und wann sie stornieren – denn je näher der Reisetermin rückt, desto höher sind die Storno-Kosten, die ein Veranstalter berechnen darf.

Reisen trotz Corona: Flugzeuge sind jetzt so sauber wie noch nie

Sowohl die verhältnismäßig lange Inkubationszeit als auch die Option eines symptomfreien Krankheitsverlaufs tragen zur rasanten Ausbreitung des Coronavirus bei. Und neben Kreuzfahrtschiffen gerieten vor allem auch Flugzeuge ins Visier: Denn dort sitzen zahlreiche Menschen über einen langen Zeitraum auf engstem Raum zusammen.

Zahlreiche Fluggesellschaften verbesserten daher ihre Reinigungsmaßnahmen. Dabei schaffen neue Methoden wie das „Nebeln“, bei dem elektrisch geladene Desinfektionsmittel in der Kabine versprüht werden, Abhilfe.

Corona-Maßnahmen: Social Distancing am Flughafen

Auch die Flughäfen ergreifen Maßnahmen, um die Covid-19-Pandemie einzudämmen. Am San Francisco International Airport etwa sollen die Beschilderung und Aufkleber an den Sicherheitskontrollen und in den Gate-Bereichen Reisende daran erinnern, Abstand voneinander zu halten. In Deutschland haben Airlines und Flughäfen gemeinsam ein Konzeptpapier erarbeitet zu den Maßnahmen in der Luftfahrt.

Urlaub während der Corona-Krise: Das spricht dagegen

So viel zu den Pros, nun zu den Kontras. Gegen eine Reisebuchung spricht, dass die Corona-Pandemie noch lange nicht überstanden ist. Dementsprechend ist unklar, wann die Grenzen weltweit wieder geöffnet werden. Gleiches gilt für Sehenswürdigkeiten und Attraktionen. In vielen Ländern gibt es, ähnlich wie in Deutschland, zwar Pläne, welche Orte zuerst wieder zugänglich sein sollen. Aber wann es so weit ist, das ist oft noch unklar.

Ein Ende der Krise ist Virologen zufolge nicht in Sicht: Sie bezweifeln, dass sich das öffentliche Leben gänzlich normalisiert, bevor es ein Medikament oder eine Impfung gegen das neuartige Virus gibt.

Die Einreisebeschränkungen hängen vom jeweiligen Land ab

Das Auswärtige Amt warnt grundsätzlich vor touristischen Reisen ins Ausland. Wer sich dennoch für die Planung eines Urlaubs entscheidet, muss die Beschränkungen des Zielorts beachten. In vielen Ländern weltweit gelten Einreisesperren. Wann diese aufgehoben beziehungsweise gelockert werden, ist unklar. Oftmals soll, ähnlich wie in Deutschland, zunächst der nationale Tourismus gefördert werden und dann in mehreren Phasen weiter vorgegangen werden. 

Reiseforscher Jürgen Schmude sagte diesbezüglich zum reisereporter: „Es ist damit zu rechnen, dass im nächsten Schritt zunächst das Reisen innerhalb der EU wieder möglich und nachgefragt werden wird. Das Reisen mit Übertritt der EU-Außengrenzen wird erst in einem weiteren Schritt folgen. Den genauen Zeitpunkt kann man nur erahnen. Ich persönlich rechne frühestens ab September mit der Möglichkeit, wieder relativ frei in Europa zu reisen, interkontinentale Reisen werden erst zum Jahresende oder 2021 wieder möglich sein.“ 

Können Reisende sich auf Airlines und Veranstalter verlassen?

Weltweit leidet die Touristik unter der Corona-Krise: Es fehlt an Umsatz. Viele Reisende sind sich daher unsicher, ob die Airline die Kosten für einen Flug bei einer Annullierung tragen kann. Denn im Falle einer Insolvenz sind europäische Veranstalter zwar versichert.

Ob dadurch aber der gesamte Reisepreis erstattet werden kann, hängt von der Zahl an Insolvenzen in einem Geschäftsjahr ab – und die könnte in diesem Jahr hoch ausfallen, befürchten Experten. Bei der Thomas-Cook-Pleite im Jahr 2019 reichte beispielsweise die Deckungssumme von 110 Millionen Euro nicht aus.

Hinzu kommt, dass viele Reisen aufgrund von Ausgangssperren, Reisebeschränkungen und Co. gecancelt werden. Da die Nachfrage also geringer ist als üblich, könnte sich der Flugplan auch in den kommenden Monaten häufig ändern.