Die Chancen auf einen Sommerurlaub im Ausland sinken weiter: Das Auswärtige Amt hat die weltweite Reisewarnung noch bis mindestens 14. Juni 2020 verlängert, bisher sollte sie bis zum 3. Mai gelten. Grund dafür ist die anhaltende Ausbreitung des Coronavirus.

 „In vielen Ländern gibt es nach wie vor Einreise- und Ausgangsbeschränkungen. Der internationale Flugverkehr liegt am Boden. Wir müssen davon ausgehen, dass es noch Wochen dauern wird, bis sich die Dinge bei uns wie auch in anderen Ländern normalisieren“, twitterte Außenminister Heiko Maas.

Was bedeutet die Verlängerung nun für Reisende? Können sie kostenlos den Urlaub stornieren? Wäre ein Kurztrip nach Holland trotzdem möglich? Und was ist mit dem Sommerurlaub? Fragen und Antworten im reisereporter-Überblick:

Aktuelle Deals

Was bedeutet die weltweite Reisewarnung überhaupt?

Wegen der Corona-Pandemie warnt das Auswärtige Amt vor nicht notwendigen touristischen Reisen in das Ausland, weil weiterhin mit drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist.

Das Risiko, dass Touristen ihre Rückreise aufgrund der zunehmenden Einschränkungen nicht mehr antreten können, ist in vielen Destinationen derzeit hoch. Das Coronavirus ist inzwischen in mindestens 185 Ländern nachgewiesen worden. Weltweit haben sich mehr als drei Millionen Menschen mit dem Virus infiziert.

Das Auswärtige Amt rät auch aus einem weiteren Grund von Reisen während der Corona-Pandemie ab. Denn: Wer im Ausland festsitzt, sollte sich nicht zwingend auf eine Rückholaktion der Bundesregierung oder des Reiseveranstalters verlassen.

Was bedeutet die Reisewarnung für Auslandsreisen über Pfingsten und Fronleichnam?

Viele Deutsche fahren traditionell über Fronleichnam oder Pfingsten für einen Kurzurlaub ins Ausland. Das gilt vor allem für die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt, wo traditionell längere Pfingstferien stattfinden. Doch für den Kurztrip sieht es nun schlecht aus. Aufgrund der Reisewarnung können Auslandsurlaube nun leichter kostenfrei storniert werden. Schließlich werden mindestens in den nächsten Wochen keine normalen Reisen ins Ausland möglich sein.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Werden jetzt alle Reisen bis Mitte Juni storniert?

Reisen können meist dann kostenlos storniert werden, wenn am Reiseziel in dessen unmittelbarer Nähe „unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände“ auftreten, die die Durchführung der Reise oder die Beförderung von Personen an den Zielort erheblich beeinträchtigen oder unmöglich machen. Dazu gehören in der aktuellen Corona-Krise zum Beispiel Ausgangssperren, geschlossene Kultureinrichtungen und das Einreiseverbot vieler Länder.

Die Reisewarnung ist für Reiseveranstalter zumindest ein starkes Indiz hierfür, sodass die Reise kostenlos storniert werden kann. Aber, so heißt es auch auf der Website des Auswärtigen Amtes: „Unmittelbare Rechtsfolgen hat auch eine Reisewarnung nicht. Entscheidend für die Möglichkeit eines kostenlosen Reiserücktritts sind nicht Reisewarnungen, sondern die rechtliche Frage, ob außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände vorliegen (§ 651 BGB).“ Dies sei in jedem Einzelfall zu prüfen.

In welchem Zeitraum sagen Veranstalter derzeit Reisen ab?

Bisher haben die großen Reiseveranstalter alle Reisen bis Mitte Mai storniert. Ob der Juni nun folgt, bleibt abzuwarten.

Welche Regeln gelten wegen Corona an der Grenze zu den Niederlanden?

Bereits über Ostern zog es etliche Touristen in die Niederlande – trotz der eindringlichen Bitte des Landes, dies zu unterlassen. Fakt ist: Die Grenze zu den Niederlanden ist geöffnet, die Regierung appelliert jedoch weiterhin an ausländische Touristen, von Privatreisen abzusehen.

Die Bundespolizei weist zudem darauf hin, dass Personen, die sich länger als 72 Stunden in den Niederlanden aufgehalten haben, im Verdachtsfall in Quarantäne müssen und nicht über die Grenze dürfen.

Wollten einige Länder nicht die Grenzen öffnen? Was heißt das für die Reisewarnung?

Länder wie Österreich und Kroatien hatten den Deutschen Hoffnungen auf einen Urlaub im Land gemacht – trotz Pandemie und Reisewarnung. Sie wollten sich bilateral mit Ländern einigen und Tourismus-Korridore öffnen. Allerdings gibt es noch keinen Zeitpunkt für eine Öffnung der Grenzen.

Wann Touristen aus dem Ausland wieder nach Österreich reisen können, ist laut Tourismusministerin Elisabeth Köstinger noch nicht entschieden. „Wir werden nur dort Möglichkeiten der Reisefreiheit und teilweisen Öffnung der Grenzen ermöglichen können, wo Infektionszahlen niedrig sind und sich ähnlich gestalten wie in Österreich“, sagte die ÖVP-Politikerin. Das sei in Tschechien und auch in Deutschland der Fall, allerdings werde das noch eine Diskussion in der Zukunft sein.

Auch aus Kroatien heißt es, man sei zwar in Gesprächen mit Deutschland, Österreich, Ungarn und Slowenien. Bevor jedoch Tourismus-Korridore geöffnet werden könnten, müssten zunächst Epidemiologen befragt und Kriterien für den Schutz der Urlauber aufgestellt werden.

Was bedeutet die Verlängerung der Reisewarnung für den Sommerurlaub?

Ob in den Sommerferien, die in einigen Bundesländern bereits Ende Juni beginnen, wieder Urlaubsreisen ins Ausland möglich sein werden, lässt das Auswärtige Amt noch offen: „Jeder kann seinen Beitrag leisten, dass wir #COVID19 erfolgreich bekämpfen und nach dem 14. Juni möglichst keine #Reisewarnung mehr brauchen. Das kann aber niemand versprechen. Wir müssen uns anschauen, wie die Entwicklungen in den nächsten Wochen sein werden.“, so Außenminister Heiko Maas.

Vor dem 14. Juni solle die Lage dann erneut bewertet werden, dazu wolle man sich vor allem mit den EU-Nachbarn eng abstimmen.