Was für viele einen Rückschlag bedeutet, sehen zwei Wirte aus einer kleinen schwedischen Gemeinde namens Ransäter als Chance. Rasmus Persson und Linda Karlsson heben das Social Distancing, die bewusste räumliche Trennung von Menschen, auf ein neues Level – und zwar mithilfe eines Ein-Mann-Restaurants.

Beim „Bord för en“, also „Tisch für einen“, ist der Name Programm. Das zeigt schon der erste Blick auf die Website, wo das Konzept beschrieben wird: „Ein Tisch. Ein Stuhl. Direkt in der Mitte eines schwedischen Sommerfeldes.“

Corona-Krise: Social Distancing leicht gemacht

Auf diesem Stuhl sitzt täglich nur eine Person. Sie wird aus der Ferne bekocht. Denn die Küche des Restaurants liegt im etwa 45 Meter entfernten Haus der beiden Betreiber – was für sie keineswegs lange Servierstrecken bedeutet. Mithilfe eines Seils und eines kleinen Körbchens wird das Essen auf direktem Wege vom Küchenfenster zum Gast geliefert.

Auf der Website heißt es dazu: „Lasst uns der Wahrheit ins Auge sehen: Ein Tisch für eine Person könnte in nächster Zeit unsere einzige Option sein. Warum also kein Tisch mit Stil?“

Einziger Gast in Restaurant unter freiem Himmel erhält regionales Menü

Das Menü besteht aus drei Gängen, bei denen sich das Paar auf regionale und saisonale Kost fokussiert. Die Speisekarte soll daher regelmäßig angepasst werden. Zu Beginn gibt es als Vorspeise Råraka, eine schwedische Kartoffel-Spezialität, mit einem vegetarischen Kaviar-Ersatz, Alpen-Säuerling und Schmand.

Die Hauptspeise wird als „Black & Yellow“ beschrieben und besteht aus Karotten-Ingwer-Püree, Haselnussbutter, Schlangenwurzel und Zuckermais-Kroketten. Als krönender Abschluss gilt das Dessert, ein Gemisch aus Blaubeeren, Buttermilch und selbst geerntetem Bratschenzucker.

Beim „Bord för en“ entscheidet der Gast, was er zahlt

Zu Recht stellt sich manch einem an dieser Stelle die Frage nach dem Preis. Hier tut sich eine weitere Besonderheit der Geschäftsidee auf. Denn entgegen der allgemeinen Erwartungshaltung verlangen Rasmus Persson und Linda Karlsson nicht zwingend viel Geld für ihre Dienste: Wie viel der Gast für das Menü bezahlt, ist ihm selbst überlassen.

Das „Bord för en“ öffnet am 10. Mai. Der Tisch kann auf en.bordforen.com reserviert werden.