Die Corona-Pandemie hat Italien fest im Griff. Das Land registrierte seit Februar mehr als 26.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19, weltweit zählen nur die USA mehr Tote.

Trotz alledem hat Venedig jetzt zur Unterstützung des Tourismus aufgerufen. So twitterte Bürgermeister Luigi Brugnaro am Dienstag: „Jedem, der sich in den nächsten Monaten bewegen darf, rate ich: Kommt nach Venedig.“

Venedigs Wirtschaft ist vom Tourismus abhängig – trotz des Coronavirus

Die Message ist deutlich: Durch die Reisebeschränkungen sind die Touristenzahlen komplett eingebrochen, das schadet der Wirtschaft immens. „Wir können es uns nicht mehr leisten, eine der wichtigsten Industrielokomotiven des Landes anzuhalten“, erklärte Brugnaro und stellte ein entsprechendes Dokument mit 29 Hauptkritikpunkten an die Regierung aus. Insgesamt 65 Verbände, darunter Vertreter der Industrie und des Handwerks, unterzeichneten die Ausführungen.

Bürgermeister und Verbände fordern Rom zu klaren Vorgaben hinsichtlich der Öffnungen, zum Beispiel von Hotels, auf. Laut Haushaltsrat Michele Zuin biete sich Venedig sogar als führende Stadt zur Überwindung der Krise an – samt Wiedereröffnung der Strände und Einhaltung des Termins für das internationale Filmfest im September.

Die Initiative steht im Zusammenhang mit zahlreichen Beschwerden von Arbeitnehmern, die eine Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivitäten fordern. „Die Regierung muss uns zuhören“, betonte Bürgermeister Brugnaro. „Die Venezianer bitten nicht um Lebensunterhalt, sondern um ihre Arbeit.“

In Venedig mangelte es schon vor Corona an Touristen

Normalerweise wird die Unesco-Stadt von Besuchern überlaufen. Doch Venedig hatte bereits vor dem Ausbruch der Covid-19-Panedemie mit einem Einbruch der Touristenzahlen zu kämpfen. Ein Rekord-Hochwasser hatte die Stadt im November in Mitleidenschaft gezogen.