Urlauber und Hoteliers fiebern auf den Tag hin, an dem das Reisen wieder möglich ist. Das Gipfeltreffen am 6. Mai gilt als Entscheidungstermin für die Maßnahmen und Lockerungen in der Coronavirus-Krise. Damit der Reisebetrieb in Deutschland dann so schnell wie möglich anlaufen kann, bereiten sich viele Hotels vor.

Der reisereporter hat nachgefragt: Welche Sicherheitsmaßnahmen sollen Gäste und Personal vor einer Ansteckung mit Covid-19 schützen? Und fällt das Frühstücksbuffet nun aus Hygiene-Gründen aus? Hier kommen die Regelungen und Hygiene-Maßnahmen, die Hotel- und Hostelketten sowie Airbnb planen, in alphabetischer Reihenfolge.

A&O Hostels und Hotels: Hygienekonzept

Die A&O Hostels und Hotels sind laut Marketing-Chef Phillip Winter bereit, um sobald wie möglich für Touristen zu öffnen. Für Business-Reisende stehen die Unterkünfte bereits zur Verfügung. Deshalb habe das Unternehmen zusätzlichen Hygiene- und Präventions-Maßnahmen umgesetzt und entwickelt.

  • Plexiglas-Trennscheiben für die Rezeptions-Tresen
  • Abstandsmarkierungen auf dem Fußboden – überall dort, wo Warteschlangen möglich sind
  • Hinweise per Beamer in den Lobbys
  • Desinfektions-Spender in allen öffentlichen Bereichen: Eingang, Lobby, Frühstücksraum, Toiletten
  • Schlafsaal-Belegung: maximal 50 Prozent
  • Abstand von 1,5 Meter aller Stühle in Essbereichen zueinander sowie Wegbeschreibung/Schilder
  • Masken für alle Mitarbeiter
  • nicht nur Reinigung, sondern vollständige Desinfektion der Zimmer nach Abfahrt
  • vereinfachter Web-Check-in, mehr Check-in-Automaten und der Mobile Key per App fürs Handy
  • alle Türen in öffentlichen Bereichen sollen dauerhaft geöffnet bleiben, damit kein Kontakt notwendig ist

Hat das Frühstücksbuffet bei A&O eine Zukunft?

Anstelle eines Frühstücksbuffets bietet A&O eine „Corona-Frühstücks-Version“ an. Vorgesehen ist, dass ein individuell portioniertes Frühstück an den Tisch gebracht wird. Lediglich Getränke sollen nach wie vor selbst am Buffet geholt werden: „Auf diese Weise entsteht deutlich weniger Gedränge“, so Winter gegenüber dem reisereporter. 

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Airbnb: Hygiene-Anweisungen für Gastgeber

Airbnb hat sich laut eigenen Aussagen mit Hygiene- und Gastgewerbe-Experten zusammengesetzt, um erweiterte Reinigungs-Richtlinien zu erstellen. Daraus resultierend bietet das Unternehmen Lern- und Zertifizierungsprogramme an, an denen Gastgeber zur Covid-19-Prävention teilnehmen können.

Diese Corona-Maßnahmen gelten für Airbnb-Gastgeber

Dabei erhalten Gastgeber Zugriff auf fachmännisches Infomaterial zum Thema Reinigung. Zum persönlichen Schutz empfiehlt Airbnb ihnen die Verwendung von Masken und Handschuhen für Gastgeber oder deren Reinigungspersonal sowie die Verwendung von Desinfektionsmitteln.

Außerdem sei eine 24-stündige Wartezeit vor dem Betreten einer Unterkunft nach dem Check-out des Gastes erforderlich, um vor Partikeln zu schützen, die einige Stunden lang in der Luft verbleiben können. Danach sollen Unterkünfte, welche die Bedingungen erfüllen, unmittelbar nach ihrer Reinigung wieder zur Verfügung stehen.

Sollten Gastgeber die erweiterten Reinigungsrichtlinien nicht sofort einhalten können, steht ihnen nun alternativ die Anwendung eines Zeitpuffers zwischen den Buchungen zur Verfügung. So können sie mithilfe eines neuen optionalen Tools Buchungen verwalten und ein zusätzliches Zeitfenster von 72 Stunden zwischen Buchungen einrichten. Reservierungen sind während dieses Zeitraums nicht möglich.

Die Gäste wiederum können nach den zertifizierten Unterkünften in diesem Programm filtern und sie buchen. 

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Maritim Hotels haben Hygiene-Schutzkonzept entwickelt

Auch die Maritim Hotels sind nicht geschlossen, sondern der Betrieb läuft derzeit in stark reduziertem Umfang weiter. Das bedeutet, geschäftliche Aufenthalte sind erlaubt, Restaurants, Schwimmbäder und Wellnessbereiche sind geschlossen.
Dementsprechend schnell könnte die Hotelkette wieder mehr Gäste begrüßen, sobald dies von behördlicher Seite erlaubt ist, so Hotelsprecherin Harriet Eversmeyer auf Anfrage.

Ein Maritim Hotel.

„Unsere Hotels sind sehr gut vorbereitet, wir haben ein umfassendes Hygiene-Schutzkonzept entwickelt. Einige Stichpunkte dazu sind Abstandsregelungen, Einlassbeschränkungen an den Fahrstühlen, Personen-Leitsysteme, Desinfektionsmittel für Gäste und Beschäftigte, Mundschutz und Einmal-Handschuhe für Gäste und Personal sowie Plexiglas-Schutz an der Rezeption“, sagt Eversmeyer dem reisereporter.

Gibt es in Zukunft weiterhin Frühstücksbuffets in Maritim Hotels?

In puncto Frühstücksbuffet hat das Unternehmen aber eine klare Meinung: „Wir können uns nicht vorstellen, dass in naher Zukunft Buffets angeboten werden.“ Deshalb hätten sich die Maritim Hotels vorbereitet, ein vereinfachtes Frühstück à la carte zu servieren.

Hilton plant Desinfektions-Standards für alle Hotels

Hilton möchte einen Standard in Hilton-Häusern welweit umsetzen und arbeitet dafür mit einem Hersteller für Desinfektionsmittel zusammen. Geplant sind zusätzliche Desinfektionsmaßnahmen für besonders häufig benutzte Objekte und Oberflächen, darunter Lichtschalter, Türgriffe, Fernbedienungen und Heizungsthermostate. 

Mitarbeiter, die diese Reinigungsprozesse durchführen, sollen zum Schutz ihres Wohlergehens mit der dafür notwendigen Schutzausrüstung ausgestattet und speziell ausgebildet werden.

Außerdem sollen auch Fitnessräume mehrmals täglich desinfiziert werden. Dafür sollen sie jeweils schließen, weshalb nur eine limitiere Anzahl an Gästen das Angebot nutzen kann. Zudem sollen Desinfektionstücher an Eingängen und anderen stark frequentierten Bereichen im Hotel ausgelegt werden.

DER Touristik mit Hygiene-Konzept

Relativ positiv zum Start des Reisebetriebs äußert sich DER Touristik. Auf Anfrage heißt es: „Wir sind zuversichtlich, dass Urlaubsreisen ab Sommer in einigen ausgewählten Hauptreisezielen wieder möglich sein werden. Dabei beobachten wir die Lage in den Hauptreisezielen genau und werden den Auflagen der Behörden hinsichtlich der Sicherheits-, Abstands- und Hygiene-Anforderungen selbstverständlich in allen Belangen Rechnung tragen. Die Vorbereitungen für einen Restart in den Zielgebieten, insbesondere im Hinblick auf die Wiedereröffnung von Hotels, laufen auf Hochtouren.“

Vor diesem Hintergrund habe die DER Touristik ein Analytik-Labor beauftragt, Vorschläge hinsichtlich der Abstands- und Hygieneanforderungen zu erarbeiten. Für die Hotels und Resorts gebe es bereits umfassende Leitlinien für den Restart. So seien neben erweiterten Desinfektionsplänen räumliche Anpassungen in den Gemeinschaftsbereichen der Hotels geplant: Beispielsweise sollen Abstände zwischen Sitzgruppen erhöht und wo nötig Rezeptionen mit Schutzbarrieren aus Plexiglas ausgestattet werden.

In den Restaurantbereichen gebe es eine alternative zu den Buffets, um den angepassten Abstands- und Hygieneregeln Rechnung zu tragen. 

Deutsche Hospitality: Vorerst keine Buffets

Unter der Dachmarke Deutsche Hospitality befinden sich unter anderem die Steigenberger Hotels, die Intercity Hotels und die Zleep Hotels. All diese Unterkünfte haben ein gemeinsames Ziel: die Stunde null.

„Wenn wir unsere Hotels wiedereröffnen dürfen, haben wir in verschiedenen Szenarien erarbeitet und erprobt. Unsere Maßnahmen reichen von einer zusätzlichen Erhöhung der Reinigungsintervalle, noch intensiverer Mitarbeiter-Schulung und zusätzlichen Desinfektionsmitteln bis hin zu gut sichtbaren Mindestabstandsregelungen, der Ausgabe von Mundschutz und Handschuhen sowie Rezeptionsaufsätzen in Form von durchsichtigen Scheiben und vielem mehr“, so Sven Hirschler, Pressesprecher der Deutschen Hospitality.

Steinberger Hotel de Saxe auf dem Neumarkt in Dresden

Wird es in den Hotels der Deutschen Hospitality Buffets geben?

In geöffneten Restaurant- und Barbereichen werde laut Hirschler der Abstand der Tische auf mindestens 1,5 Meter erhöht und die Bestuhlung mit entsprechendem Abstand umgesetzt – dies gelte auch für das Frühstücksangebot. Geplant ist, dass die Öffnungszeiten erweitert werden, wenn sich viele Gäste gleichzeitig im Hotel befinden. Buffets sollen aber zunächst nicht angeboten werden.

„Mit einem À-la-carte-Service gewährleisten wir besseren Schutz. Die maximale Buffetalternative wäre ein Ausgabeservice im gebotenen Abstand. Dazu kommen eine Vielzahl von weiteren Maßnahmen wie der Verzicht von Produkten in offenen Behältnissen, das Desinfizieren von Tischen oder das Getränkeangebot von kleinen Flaschen“, sagt Hirschler gegenüber dem reisereporter.

Tui Hotels & Resorts

Auch Tui Hotels & Resorts setzt verschiedene Maßnahmen um. Laut dem Unternehmen gibt es ein Maßnahmenpaket mit Regelungen zum Verpflegungsservice, Hinweisen zum Verhalten innerhalb des Hotelbetriebs sowie zusätzlichen Standards für die Reinigungsprozesse.

„Die Sicherheit und Gesundheit der Urlauber steht dabei ganz oben, daher entwickeln wir jetzt schon Vorkehrungen bei Hygiene-Standards, Social Distancing in Hotels und Restaurants, bei Flügen oder Busfahrten. Österreich, Zypern, Griechenland, die Balearen und Kanaren, Bulgarien arbeiten intensiv an diesen zusätzlichen Standards und bereiten sich auf die Rückkehr der Urlauber vor. Wir sind in Gesprächen mit den Regierungen der Urlaubsländer, um gemeinsam die neuen hohen Standards zu erarbeiten und sie umzusetzen“, sagt Tui-Sprecherin Anja Braun.

So äußert sich der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband zu den Maßnahmen

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband empfiehlt den Hoteliers sogar, sich im Betrieb auf die Öffnungen vorzubereiten.

Dazu sagt Pressesprecherin Stefanie Heckel: „Zur Vermeidung von Infektionsrisiken gehört dazu, Abstandsregeln klar zu kommunizieren und einzuhalten, strengere Hygienemaßnahmen zu definieren und durchzuführen sowie Küchenkonzepte und Betriebsabläufe anzupassen. Dabei sollte zunächst auch auf Buffetangebote –  insbesondere Selbstbedienung beim Frühstücksbuffet – verzichtet werden.“