Ob New York, Mumbai, Mailand oder London – Ausgangssperren und Reiseverbote sorgen in der Corona-Krise weltweit für leere Straßen, Hotels und Gastronomien. Was äußerst ungewöhnlich für diese Städte sein mag, ist an einigen Orten der Welt alltäglich. Lost Places gibt es in fast jedem Land. Darunter: verlassene Hotels, Bahnhöfe, Flughäfen und Freizeitparks.

Aber in manchen Ländern gibt es ganze Dörfer und Städte, in denen niemand mehr wohnt. Die Gebäude zerfallen langsam zu Ruinen und die Natur breitet sich ungehindert aus. Einige dieser Geisterstädte sind beliebte Touristenziele, auch wenn sie ziemlich gruselig wirken. 

Craco, eine verlassene Bergstadt in Italien

In der süditalienischen Region Basilikata befindet sich die verlassene Stadt Craco. Die jahrhundertealte Bergstadt wurde auf einem steilen Gipfel gebaut. Im Laufe der Jahre wuchs die Bevölkerung derart an, dass sich die Stadt bis 1815 in zwei Bezirke aufteilte.

Doch im Jahr 1963 musste Craco aufgrund einer Reihe von Erdrutschen evakuiert werden und die Einwohner zogen in das Tal von Craco Peschiera.

In der süditalienischen Region Basilikata liegt die verlassene Stadt Craco.

1972 dann die nächste Katastrophe: Eine Überschwemmung verschlimmerte die Situation und verhinderte eine mögliche Wiederbevölkerung des historischen Zentrums. Nach einem weiteren schweren Erdbeben im Jahr 1980 wurde die Stadt dann endgültig verlassen.

Der wohl berühmteste Lost Place der Welt: Prypjat

Prypjat gehört zu den berühmtesten Geisterstädten der Welt. Die Stadt wurde 1986 zu einem Lost Place, als eine verheerende Explosion im Kernkraftwerk Tschernobyl die Stadt traf. Die Katastrophe hat die Bevölkerung der Stadt von 50.000 auf null gesenkt. Das Unglück gilt als die schlimmste Atomkatastrophe der Geschichte.

Die Atomexplosion des Kraftwerks Tschernobyl machte die Stadt Prypjat zu einem Lost Place.

Jahrzehntelang umgab das Gebiet in der Ukraine eine Sperrzone, die sich über 30 Kilometer in alle Richtungen von der Stadt aus erstreckte. Seit 2011 ist der Ort für Touristen zugänglich – und hat sich seit der Serie „Chernobyl“ zum Hype entwickelt.

Die verlassene Insel Hashima in Japan

Fünf Kilometer von der japanischen Stadt Nagasaki entfernt gibt es sogar eine ganze Insel, die verlassen wurde. In den 1970er-Jahren lebten rund 5.250 Einwohner auf Hashima, doch mit der Industrialisierung Japans zogen alle nach Nagasaki. Seither wird die von einem Damm umgebene Insel nur noch von Tieren bewohnt. 

Nur wenige Kilometer von der Stadt Nagasaki entfernt liegt die verlassene Insel Hashima.

Seit 2009 ist der Lost Place für Touristen zugänglich. Die Insel gehört heute zum Unesco-Weltkulturerbe.

Kayaköy, eine verlassene Kleinstadt in der Türkei

Nur acht Kilometer südlich des Touristen-Hotspots Fethiye in der Türkei liegt Kayaköy, eine verlassene Stadt, die heutzutage nur noch selten besucht wird. Die verlorene Steinstadt hieß früher Levissi und hatte einst rund 10.000 Einwohner. Zu Geisterstadt wurde sie 1923 am Ende des griechisch-türkischen Krieges.

Nur acht Kilometer südlich des Touristen-Hotspots Fethiye liegt Kayaköy.

Die ehemaligen griechischen Bewohner wurden nach den Bestimmungen des Vertrags von Lausanne – einem Abkommen der türkischen und der griechischen Regierung – vertrieben.

Seither liegt die auf einem Hang errichtete Stadt brach. Ein großes Erdbeben im Jahr 1957 verwüstete zudem große Teile.

Geisterstadt Kolmannskuppe in der Namib-Wüste

In der Namib-Wüste im südlichen Afrika liegt die Geisterstadt Kolmannskuppe. Einst stürmten Horden von Diamantensuchern in den Ort, doch bald waren die Quellen erschöpft. Etwa 1956 wurde die Stadt in Namibia vollständig aufgegeben.

In der Namib-Wüste im südlichen Afrika liegt Kolmannskuppe, eine Geisterstadt.

Seitdem erobert die Wüste den Ort zurück. Die Gebäude sind teilweise vollständig mit Sand bedeckt, Türen und Fester verschüttet, und in einigen Häusern türmen sich die Sanddünen auf.