Nach der Air-Berlin-Pleite hatte es einen echten Run auf den Nachlass gegeben: Nostalgiker hatten bei Auktionen zugeschlagen und teilweise horrende Summen für Schokoherzen, Trolleys und Business-Class-Sitze geboten. Doch nicht alles wurde verkauft, wie diese skurrile Idee in der Corona-Krise zeigt. 

Sie kommt von Blockforest Aviation, einem Online-Shop von zwei ehemaligen Belair-Flugbegleitern, die sich auf den Handel mit ausrangiertem Bordequipment von Airlines spezialisiert haben. 

Aus übrig gebliebenen Stoffservietten aus der Air-Berlin-Business-Class wurden Mund-Nasen-Schutzmasken mit Logoaufdruck der ehemaligen Fluglinie gefertigt, die nun ab 12 Euro pro Stück angeboten werden. Pro Maske wird dabei eine Stofferviette,  ein Headrestcover beziehungsweise ein halber Kissenbezug verwendet, erklärt Firmenmitgründer Frank Benz dem reisereporter.

So entstand die Idee für den Air-Berlin-Mundschutz

Wie kamen sie auf die Idee? „Auf der Facebook Seite unserer Gemeinde wurde nach Stoff zum Nähen von Mundschutzmasken angefragt“, erzählt Benz. Wegen der zurückliegenden Inventur wussten er und sein Partner, dass noch „palettenweise Stoff“ vorhanden sei. Diesen hätten sie der Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt – und stellten diesen Tranchenweise kostenlos der Gemeinde zu Verfügung.“

Als Dankeschön hätten sie einige Masken erhalten und Freunden gezeigt. Weil die begeistert gewesen seien, hätten sie sich dazu entschieden, den Mund-Nasen-Schutz auch online zu verkaufen – und die Nachfrage sei „explodiert“, sagt Benz. Inzwischen wurde eine Näherei mit ins Boot geholt, um dem Bedarf gerecht zu werden. 

Mundschutz im Flugzeug soll Pflicht werden

Das Thema Mundschutz wird derzeit heiß diskutiert. Denn in Deutschland gilt bald in allen 16 Bundesländern eine Maskenpflicht.

Und auch im Flugzeug soll sie kommen. Denn laut einem Konzept zum Neustart des Flugbetriebes, das von deutschen Airlines und Flughäfen abgestimmt wurde, soll er in einer Wiederaufnahmephase von mindestens sechs Wochen zur Pflicht werden. Und zwar nicht nur auf der Kurz- und Mittelstrecke, sondern auch auf Langstreckenflügen.