Social Distancing ist aktuell auch beim Fliegen ein großes Thema: Die deutschen Airlines Lufthansa und Eurowings blocken derzeit alle Mittelplätze, sodass Passagiere keine direkten Sitznachbarn haben. Da die Auslastung der Flieger derzeit aber ohnehin sehr gering ist, stellt sich die Frage: Wie sieht das Vorgehen für die Wiederaufnahme des normalen Luftverkehrs aus? 

Ob bei wieder steigenden Passagierzahlen noch ein Drittel der Sitzplätze frei bleiben wird, ist fraglich. Zumindest taucht die Mittelsitz-Blockade nicht als eine von mehr als 20 Maßnahmen in einem Konzeptpapier auf, das der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“​ vorliegt. Das Konzept wurde zwischen deutschen Airlines und Flughäfen abgestimmt.

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Easyjet und Wizz Air überlegen, Mittelplätze bei Neustart frei lassen

Es wird wohl jeder Airline selbst überlassen bleiben, ob sie weiterhin Sitze blockieren. Der ungarische Billigflieger Wizz Air beispielsweise will das tun: Nach Angaben von Airline-Chef József Váradi überlege man, die Mittelsitze im Airbus A320 frei zu lassen. Das beträfe im Grunde ein Drittel der 180 Sitzplätze.

Auch Easyjet erwägt, nach dem Neustart – wann immer er sein sollte – die Mittelsitze vorerst frei zu lassen. „Wir evaluieren weiterhin alle Optionen, welche Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen unsere Kunden und Mitarbeiter am besten schützen, wenn wir den kommerziellen Flugbetrieb wieder aufnehmen“, heißt es dazu in einer Stellungnahme der Airline.

Konzept der Airlines sieht Mundschutzpflicht und Fieberscreening vor

Zur Pflicht werden soll hingegen in einer sogenannten Wiederaufnahmephase das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Flugzeug. „Beim Boarding, im Flugzeug für die Dauer des Fluges und beim Aussteigen darauf achten, dass jeder Fluggast eine Schutzmaske trägt“, zitiert die „FAZ“​ das im Konzept.

Die Masken werden aber offenbar nicht von den Airlines oder dem Personal am Flughafen verteilt. Stattdessen heißt es: „Es besteht eine entsprechende Verpflichtung des Passagiers, eine Schutzmaske mitzuführen und aufzusetzen.“ Das soll selbst für Langstreckenflüge gelten.

So lange soll die Mundschutzpflicht im Flugzeug gelten

Doch bereits vor dem Weg zum Flughafen sollen Fluggäste in die Verantwortung genommen werden: Beim Online-Check-in sollen sie bestätigen, dass sie sich gesund fühlen und nicht mit dem Coronavirus infiziert sind. Am Airport selbst könnte das Fiebermessen bei Passagieren eingeführt werden – und zwar mittels „Temperaturscreening“, einer allgemeinen Fieberprüfung mit speziellen Sonden.

Wie lange soll die „Wiederaufnahmephase“ dauern? Die „FAZ“ zitiert dahingehend das Konzept und schreibt von einem Zeitraum, der zunächst sechs Wochen umfassen soll. Wann die Phase beginnen soll, ist aber noch unklar.