Volle Strände und gut gelaunte Party-Touristen auf der Schinkenstraße: So sähe es am Ballermann jetzt eigentlich aus. Doch wegen Corona ist alles anders: Die Strände und Promenaden leer gefegt, das für das vergangene Wochenende geplante große Party-Opening 2020 im Bierkönig fiel aus. Auch der Megapark wird die Saison am 10. Mai nicht einläuten.

Party-Opening auf Mallorca fällt wegen Corona aus

Ausnahmezustand am Ballermann, der Vergnügungszone an der Playa de Palma. Und das wird sich wohl auch in der Hauptsaison im Sommer 2020 nicht ändern. „Für alle Geschäftstreibenden an der Playa ist das eine Katastrophe“, sagt ein Megapark-Sprecher gegenüber der „Mallorca Zeitung“. Aktuell bleibe nur eins: Abwarten.

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Spanien wolle die stark vom Tourismus abhängige Wirtschaft zwar „so schnell wie möglich“ reaktivieren, so die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol. Im Vordergrund müsse aber die „Sicherheit des Urlaubsziels“ und der Bewohner der Inseln stehen. Die Regierung arbeite dafür an einem Zwei-Stufen-Plan zur Wiederaufnahme des Tourismus. Dieser sehe vor, im Sommer zunächst die produzierenden Betriebe wieder zu öffnen.

Mallorca: „Saisonstart light“ im August?

Aber erst 2021 werde wieder voll auf ausländische Touristen gesetzt, wie Tourismusministerin María Reyes Maroto bestätigte. Auf Mallorca wurde ein „Saisonstart light“ für Juli oder August ins Spiel gebracht, allerdings auch hier zunächst mit nationalen Urlaubern. 

Saufexzesse, grölende Urlaubergruppen und tanzende Massen auf Riesenpartys wird es in den nächsten Monaten nicht geben. Denn klar ist: Für die Wiederaufnahme des Tourismus wird auch auf Mallorca eine entscheidende Regel gelten: Sicherheitsabstand.

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Wenn wegen der Corona-Pandemie Massenveranstaltungen für längere Zeit verboten und keine staatlichen Gelder für Betriebe wie Bierkönig oder Megapark zur Verfügung gestellt werden, wäre das eine Katastrophe für die Betreiber. Der Megapark hat ohnehin schon mit Problemen zu kämpfen, im Jahr 2018 musste er wegen einer fehlenden Betriebslizenz zur Hälfte schließen. Wie es derzeit um die Lage des Clubs steht, darüber kann nur spekuliert werden.

Marion Pfaff, bekannt als Krümel, wird deutlicher. Sie betreibt Krümels Stadl in Peguera. Eigentlich hätte sie 2020 zehnjähriges Bestehen gefeiert, sagte aber zur „Bild“: „Wenn die Situation sich derart fortsetzt, bin ich nicht mal sicher, ob das Stadl bis zum Jahresende überhaupt noch existieren wird.“

Ähnlich sorgenvoll äußert sich auch Sven Schmidthaus von Bikeking gegenüber der „Mallorca Zeitung“. Er vermietet an der Playa unter anderem Fahrräder und befürchtet, es seien vor allem die kleinen Geschäfte, die zuerst kaputtgehen. „Wenn die Saison dieses Jahr nicht mehr anläuft, wird es im nächsten Jahr die Hälfte der Läden an der Playa nicht mehr geben.“ Denn selbst wenn einige wenige Touristen kommen, würde ein harter Preiskampf beginnen.

Mallorca-Sänger bangen um Existenz

Auch für Künstler, die in Bierkönig, Megapark und Co. hätten auftreten sollen, bedeutet die Situation eine Katastrophe: Für sie war bereits Mitte März plötzlich die Après-Ski-Saison vorzeitig beendet. „Künstlern und DJs brechen teilweise gleich mehrere Aufträge pro Woche weg. Da nicht immer alles per Vertrag, sondern auch oft per Handschlag geregelt wird, gibt es da oft kein Geld. Da geht es jetzt um Existenzen“, sagte Sänger Lorenz Büffel („Johnny Däpp“) dem RedaktionNetzwerk Deutschland.