Das Coronavirus hat viele Länder lahmgelegt. Die Regierungen haben Maßnahmen ergriffen, wodurch Hotels und Flughäfen für Reisende gesperrt wurden. Hunderttausende Touristen waren deshalb in ihrem Urlaubsland gestrandet – die deutsche Regierung brachte sie in einer aufwendigen Rückholaktion nach Hause

Doch nicht alle Urlauber hatten so viel Glück: In Indien haben vier Männer und zwei Frauen aus Frankreich, der Türkei, der Ukraine, den USA und Nepal einen Monat lang in einer Höhle in der Nähe von Rishikesh gelebt. Nach Angaben der Polizei von Uttarakhand wohnten sie zunächst in einem Hotel, hatten irgendwann aber kein Geld mehr und flüchteten deshalb in die Höhle.

Touristen in Indien rationierten letztes Geld für Lebensmittel

„Sie lebten seit dem 24. März in der Höhle, die Polizei fand sie am Sonntag. Wir haben sie vorsichtshalber gebeten, sich zwei Wochen lang selbst unter Quarantäne zu stellen, aber die Gruppe schien gesund zu sein“, sagte ein Polizeisprecher gegenüber dem Nachrichtensender „CNN“. Die Touristen hatten ihr verbliebenes Geld so rationiert, dass sie sich Lebensmittel und andere Gegenstände kaufen konnten.

Touristen dürfen seit 20. März nicht nach Uttarakhand einreisen

Indischen und ausländischen Touristen ist es seit dem 20. März aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus verboten, in den Bundesstaat Uttarakhand einzureisen. Die Behörden haben allerdings eine Website namens „Stranded in India“ gestartet, um Ausländern, die während der landesweiten Sperrung im Land festsitzen, Hilfe zu leisten. Ob den Touristen die Seite bekannt war, ist ungewiss.

Seit dem 24. März sind für die 1,3 Milliarden Menschen im Land nur noch die wesentlichen Dienste in Betrieb. Darunter: das Gesundheitswesen, Feuerwehr und Lebensmittelgeschäfte. Die Maßnahmen gelten bis mindestens 3. Mai. Nach Angaben der Johns Hopkins University sind 17.615 mit dem Coronavirus Infizierte und 559 Todesfälle registriert (Stand: 21. April).