Social Distancing im Flugzeug? Das klingt zunächst schwierig, sitzen Urlauber und Geschäftsreisende dort doch teilweise stundenlang auf engem Raum zusammen. Das ist mit den aktuellen Kontaktverboten nicht vereinbar. Und auch wenn Lockerungen kommen werden, der Weg zurück in die Normalität wird nur schrittweise vollzogen. Das gilt auch für die Luftfahrt.

Lufthansa und Eurowings blocken Mittelsitze

Die Airlines denken daher derzeit über Möglichkeiten nach, um Kontakteinschränkungen künftig umzusetzen. Während der Zeit, in der der Flugverkehr wieder hochgefahren wird, wäre eine Möglichkeit das Blocken von Mittelsitzen. Bereits jetzt setzen mehrere Fluglinien dieses Prozedere auf den noch verbliebenen Flügen um: Bei Deutschlands größter Airline Lufthansa und ihrer Tochter Eurowings werden seit dem 27. März die mittleren Plätze nicht mehr belegt.

Wenn der Flugbetrieb wieder hochfährt: Wizz Air will Mittelplätze leer lassen

Bei Wizz Air kommt diese Idee gut an. Nach Angaben von Airline-Chef József Váradi überlege auch der ungarische Billig-Flieger, die Mittelsitze im Airbus A320 frei zu lassen. Das beträfe im Grunde ein Drittel der 180 Sitzplätze. Beim Airbus A320 gibt es genau wie beim amerikanischen Gegenstück Boeing 737 pro Sitzreihe sechs Plätze, die durch einen Gang geteilt werden. Auch Easyjet kündigte an, nach dem Neustart – wann immer er sein sollte – die Mittelsitze vorerst frei zu lassen. 

In anderen Maschinentypen ist es nicht ganz so unkompliziert, Sitznachbarn zu vemeiden. Regionalflieger wie die Bombardier DHC-8, genannt Dash 8, haben jeweils vier Sitze pro Reihe, Großraumflieger wie der Airbus A380 acht Sitze pro Reihe. In diesen Maschinen müsste dann nicht nur ein Drittel, sondern die Hälfte der Sitzplätze blockiert werden.

Ob die Plätze auch ohne diese Regelung überhaupt gefüllt würden, steht auf einem anderen Blatt. Denn die Airlines rechnen damit, dass die Nachfrage erst langsam wieder ansteigen wird.