Wie sieht ein Urlaub nach der Corona-Krise aus? Mit dieser Frage beschäftigen sich derzeit Reiseexperten weltweit. Mitglieder des Travel Industry Club haben am Mittwoch über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Reiseziele und die Tourismusindustrie diskutiert. Sie waren sich einig, dass die Pandemie All-inclusive-Angebote nachhaltig verändern könnte.

Buffet im Hotel: Ein möglicher Corona-Ansteckungsherd

Denn auch in den ersten Wochen und Monaten nach der Krise würde bei vielen Reisenden der Wunsch nach Sicherheit im Fokus stehen. Darauf müssten die Destinationen mit der Gastronomie und Hotellerie Antworten finden.

„Dies kann beispielsweise bedeuten, dass Restaurants nur noch à la carte servieren und auf Buffets verzichten, die Abstände zwischen den Tischen vergrößert werden und Servierpersonal nur noch mit Mundschutz arbeiten darf“, lautet ein Teil des Fazits der Diskussionsrunde, an der unter anderem Touristiker von Mallora, Teneriffa und aus Costa Rica teilgenommen haben.

Weil Unbeschwertheit und persönliche Interaktionen im Urlaub aber eine große Rolle spielen, um entspannen zu können, hoffe auch der Tourismussektor auf die schnelle Entwicklung einer Schutzimpfung.

Strandhotels in der Türkei bald ohne All-inclusive-Buffet?

Auch Vertreter der türkischen Reisebranche gehen davon aus, dass Urlauber nach der Pandemie Menschenansammlungen weiterhin meiden werden. Das gelte ebenfalls für All-inclusive-Buffets, die bislang in der Türkei ein weit verbreitetes Konzept waren, sagt der Vorsitzende des „World Tourism Forum Institute“, Bulut Bağcı, gegenüber „Tourexpi“​. 

„Bisher war das Verpflegungskonzept ‚alles inklusive‘ mit seinen offenen Buffets in der Türkei vorherrschend. Dabei waren die Gäste bereit, sich in Schlangen anzustellen und dieselben Servierbestecke zu verwenden. Das wird seinen Reiz verlieren.“

Ähnlich sieht das Müberra Eresin, die Vorsitzende des türkischen Hotelierverbands Türob. Zwar sei es schwer, Vorhersagen für die Zeit nach Corona zu treffen. „Doch ich bin der Meinung, dass die offenen Buffets nicht mehr vorgezogen werden. Es ist nur natürlich, dass es nun zu Veränderungen kommen wird, und das wird auch am Verpflegungskonzept ‚all-inclusive‘ nicht spurlos vorübergehen.“

Sie glaube, dass Hotels in Städten, die ohnehin weniger auf „all-inclusive“ setzen als Strandresorts, Hygienemaßnahmen in gastronomischen Bereichen leichter umsetzen könnten.