Kein Urlaub, keine überregionalen Tagesausflüge, keine Verwandtenbesuche, keine Schule, kein Toben auf dem Spielplatz: So sieht der Alltag von Familien in Deutschland derzeit aus. Denn die Ausgangs- und Reisebeschränkungen der Bundesregierung gelten noch mindestens bis zum 3. Mai. Wolfang Schäuble (CDU), Präsident des Deutschen Bundestages, hat daher nun einen ungewöhnlichen Vorschlag: Er will, dass die Sommerferien 2020 verkürzt werden.

Aktuelle Deals

Wolfgang Schäuble: Sommerferien 2020 aus diesem Grund verkürzen

„Bis auf Ausnahmen bleiben die Schulen noch einige Zeit geschlossen. Daher frage ich mich, ob die Verantwortlichen in den Ländern darüber nachdenken, die Schulferien in der Sommerzeit etwas zu verkürzen“, sagte der CDU-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“.

Zum einen biete das die Gelegenheit, versäumten Schulstoff nachzuholen. Außerdem sei derzeit auch noch völlig unklar, wann und wie die Deutschen im Sommer verreisen könnten. Die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt erst einmal bis 3. Mai. Ob sie verlängert wird, ist aber ebenso unklar wie die Antwort auf die Frage, wann Hotels und Gastbetriebe in Deutschland wieder öffnen dürfen.

„Das Urlaubskonto vieler Eltern dürfte durch die Krise jetzt schon strapaziert sein. Ich kann die verstehen, die sich fragen, wie sie da noch sechs Wochen Sommerferien organisieren sollen“, so Schäuble weiter.

Umfrage: Deutsche finden Idee von verkürzten Sommerferien gut

Bei vielen Deutschen dürfte dieser Vorschlag gut ankommen, zumindest zeigt das eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey, welche die „Augsburger Allgemeine“ in Auftrag gegeben hat. Danach spricht sich eine Mehrheit der Befragten (55,1 Prozent) dafür aus, die Sommerferien zu verkürzen. 35,7 Prozent sind gegen den Vorschlag, unentschieden bleiben 9,2 Prozent.

Andere Idee von Tourismusverband: Sommerferien verschieben

Es ist nicht der erste Vorschlag in die Richtung, die Sommerferien in diesem Jahr nicht regulär stattfinden zu lassen. Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern hatte den Vorschlag gemacht, die Sommerferien auf August und September zu verschieben– und zwar in seinem Bundesland sowie in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.