Die Alhambra

Sie gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Spaniens: 2,6 Millionen Besucher pro Jahr kommen in die Alhambra. Die von schmucklosen Mauern umzogene Festung auf dem Sabikah-Hügel konserviert die wechselhafte Geschichte des andalusischen Granadas. Muslimische Mauren, Siedler vornehmlich aus Tunesien, Algerien und Marokko, eroberten die Bergstadt um 711. Während der Nasriden-Dynastie zeigten sie ihre Macht von der sogenannten roten Festung aus – dort, wo sich heute Touristen auf eine Zeitreise begeben.

Auf 13 Hektar erstrecken sich archäologische Fundstätten, prunkvolle Paläste und der monumentale Renaissancebau von König Karl V. Dazwischen ergrünen Oasen mit Wasserspielen. Besonders begehrt ist der Zutritt zur Perle der Alhambra – den Nasridenpalästen. Ihre golden glitzernden und mit unzähligen Mosaikfliesen besetzten Fassaden sind der Höhepunkt islamischer Kunst in Europa.

Hinter die Festungsmauern dürfen täglich maximal 7.000 Besucher schauen. Das limitierte Ticketkontingent mit vorgeschriebenen Zeiten soll den Ansturm auf das Unesco-Kulturerbe regulieren und ist wegen der hohen Nachfrage oft Monate im Voraus ausgebucht.

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Einer der Höhepunkte der Alhambra ist das Rennaissanceschloss von Karl V.

Der Flamenco

Zum Sonnenuntergang macht „die Rote“, wie Granada auch genannt wird, ihrem Namen alle Ehre und taucht sich meist in feurige Farben. Feurig geht es dann auch auf dem gegenüberliegenden Hügel im maurischen Viertel Albaicín zu. Zu den Klängen spanischer Folklore entlassen Straßenmusiker die Besucherscharen vom Aussichtspunkt Mirador de San Nicolás in das aufregende Nachtleben der Universitätsstadt. Womöglich anders als ein Großteil der mehr als 65.000 Studierenden in der Stadt, kehren viele Reisende in urige Höhlenwohnungen anstelle von Kneipen ein. Dafür sind die Viertel Albaicín und Sacromonte bekannt.

In den weiß gestrichenen und nur spärlich möblierten steinernen Höhlen nehmen Touristen an einer langen Tradition der Romabevölkerung Granadas, der Gitanos, teil: dem Flamenco. Gegen Eintritt dürfen die Besucher unter den von der Decke hängenden Kupferkesseln Platz nehmen. Die Bühne ist nicht mehr als der durch sie gebildete Stuhlkreis. Die Stars des Abends sind die Flamencotänzer. Sie winden ihre Körper zu den leidenschaftlichen Gitarren- und Kastagnettenklängen. Zum Mitklatschen sollten sich Besucher jedoch nicht hinreißen lassen – das wird oft als unangebracht empfunden.

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Am Abend lohnt es sich, eine Flamenco-Aufführung zu sehen, zum Beispiel im Cueva Maria la Canastera, einer Höhlenbar in Sacromonte.

Die Tapas-Kultur

Auch kulinarisch beeinflussten die Mauren Granada. Das ist heute noch in den wie ein Basar anmutenden Straßenzügen erlebbar, durch die häufig ein unaufdringlicher Duft von frisch gebrühtem Tee zieht. Mit der Reconquista im Jahr 1492 unter der Herrschaft von Ferdinand II. und Isabella I. hielten spanische Traditionen Einzug.

Wer nach Granada reist, kommt in die Tapas-Hauptstadt Andalusiens. Nirgendwo wird die Esskultur so gelebt wie hier. Zu jedem Getränk werden die kleinen Happen gratis dazu serviert. Auf den Tisch kommen viel Fisch und Meeresfrüchte. Kein Wunder – schließlich ist Granada nur knapp eine Autofahrstunde vom Meer entfernt. Reisende sollten ansonsten aber nicht nur Klassiker wie Serrano-Schinken oder Manchego-Käse bestellen.

Typisch für die Region sind warme Speisen wie Migas con tropezones, eine Art Eintopf aus Fleisch und Brot, sowie der würzige Kartoffelsalat Papas a lo pobre. Das Wichtigste: Essen Sie sich nicht in der erstbesten Tapas-Bar satt. Denn in Granada wäre das bei der Vielzahl an Lokalen schon fast eine Sünde – Tapas-Bar-Hopping ist ein Muss für die Abendgestaltung.

In einer der vielen Tapas-Bars von Granada kannst du zahlreiche Spezialitäten probieren - zum Beispiel Albondigas, also Fleischbällchen.

Die Sierra Nevada

Nach einer aktuellen Studie des Tourismusbüros Granada verbringt ein Drittel der Touristen drei Tage, 23 Prozent sogar vier Tage in der Bergstadt. Ausreichend Zeit, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ohne Hast zu sehen. Aber was wäre ein Besuch in Granada ohne einen Abstecher in die Sierra Nevada?


Wer das meiste aus dem Städtetrip herausholen und die Siesta zur Abwechslung nicht mit Ausspannen verbringen möchte, sollte einen Ausflug in die Ausläufer des Gebirges einplanen. Es ist die höchste Erhebung der Iberischen Halbinsel, 15 Gipfel sind höher als 3.000 Meter. Teilweise bis in den Frühling sind sie mit Schnee bedeckt. Sie sind ein beliebtes Ziel von Wintersportlern. Aber auch ohne Bretter unter den Füßen bietet das Naturschutzgebiet viele Möglichkeiten zur Naherholung.


Von Granada aus werden mehrere Tagesausflüge in den Nationalpark angeboten, bei denen meistens die Region La Alpujarra angesteuert wird. Typisch sind die weißen Dörfer in den Tälern und an den Steilhängen, die beinahe zu leuchten scheinen. In Trevélez, einer der höchstgelegenen Gemeinden Spaniens, lohnt es sich, den luftgetrockneten Serrano-Schinken zu probieren, der als bester des Landes gilt.

Die Sierra Nevada mit ihren schneebedeckten Berggipfeln ist beliebt bei Wanderern.

Die Semana Santa

In Granada spielen Traditionen eine wichtige Rolle. Dieses Jahr ist es wegen der Corona-Krise nicht möglich, aber möchte man den Höhepunkt im Kalender für Christen erleben, sollte man normalerweise unbedingt zur Osterzeit nach Granada reisen – zur Semana Santa. Von Palmsonntag bis Ostermontag wird die Region in einen Ausnahmezustand versetzt. Eine besonders wichtige Rolle bei den Feierlichkeiten spielen die Prozessionen: Bis tief in die Nacht ziehen die Prozessionszüge von der jeweiligen Heimatkirche durch die Straßen. Einheimische stehen gebannt am Wegesrand, sie lachen, weinen, klatschen. Die Stimmung ist andächtig und bewegend.

Die sogenannten Nazarenos mit ihren Spitzhauben und die Penitentes (Büßer) in ihren bodenlangen Kutten begleiten teilweise barfuß den Paso. Der Paso ist eine Art Tragetisch, auf dem je eine Szene des Kreuzweges oder die Trauer der Jungfrau Maria dargestellt wird. Eine immense Last, die von 30 bis 250 Trägern (Costaleros) gestemmt wird. Die Auserwählten werden von ihren Familien wie Helden gefeiert.

Die traditionelle Feier der Karwoche gilt als Fest von internationaler touristischer Bedeutung.

Während der Semana Santa zur Osterzeit sind feierliche Prozessionen eine wichtige Tradition.