Die Lieblings-Reiseziele der Deutschen wie Spanien, Griechenland und auch Italien haben ihre Grenzen dicht gemacht – statt Urlaub gibt es bisher Quarantäne.

Lange Schlangen von schwitzenden Touristen vor dem Kolosseum in Rom, überfüllte Wanderwege an den Cinque Terre, Handtuch an Handtuch an den Stränden der Adria-Küste: Diese Bilder wird es in diesem Sommer in Italien wohl nicht geben. Allerdings will die italienische Regierung die Grenzen ab dem 3. Juni für EU-Bürger wieder öffnen. Das verkündete sie in der Nacht zum 16. Mai.

Italien in Corona-Krise: Flugverkehr eingeschränkt, keine Kreuzfahrtschiffe

Doch das Auswärtige Amt rät nach wie vor drigend von nicht notwendigen Reisen nach Italien ab. In dem Land gab es aufgrund der Covid-19-Krankheitswelle lange eine Notfallverordnung. Die Folge waren gravierende Einschränkungen im Reiseverkehr, Quarantänemaßnahmen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Die zunächst bis zum 13. April 2020 geltenden Maßnahmen wurden bis zum 3. Mai 2020 verlängert. Ab dem 18. Mai gibt es aber einige Lockerungen. Beispielsweise öffnen wieder die Restaurants und die Strände. Diese Einschränkungen gelten aber weiterhin aktuell nach Angaben der deutschen Vertretung in Italien:

  • Einreiseerklärungdarlegen.
  • Das Anlegen von Passagier- und Kreuzfahrtschiffen in italienischen Häfen ist verboten.
  • Der Flugverkehr ist stark eingeschränkt, viele Flüge werden storniert. Einige wenige Verbindungen mit Lufthansa, Alitalia und Eurowings gibt es noch.
  • FlixBus-Verbindungen sind eingestellt.
  • Züge zwischen Italien und Österreich (sowohl über den Brenner als auch über Tarvisio) verkehren unregelmäßig und gegebenenfalls mit mehrmaligem Umsteigen. Zugfahrten über die Schweiz sind beschwerlich. Es gibt keine Direktverbindungen Schweiz–Deutschland mehr.
  • Die Durchreise durch Österreich ist per Auto und Bus zurzeit nur ohne Zwischenstopp möglich.

Für die Urlaubsinsel Sardinien gilt: Der Flug- und der Schiffsverkehr für Reisende von der und zur Insel wurde eingestellt. Alle Menschen, die die Insel betreten, müssen sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Sollten die Grenzen aber am 3. Juni öffnen, dann entfällt auch die Isolations-Pflicht.

Auch für Sizilien gilt: Der Flug- und der Schiffsverkehr für Reisende von der und zur Insel wurde erheblich eingeschränkt. Es bestehen derzeit noch täglich die Flüge Rom–Palermo/Catania, eine tägliche Zugverbindung nach Rom sowie einige wenige Fährverbindungen. 

Strandurlaub in Italien: Können deutsche Urlauber einreisen?

Einige Politiker zeigen sich sehr optimistisch: „Wir werden diesen Sommer an den Strand gehen“, sagte die Unterstaatssekretärin des Ministeriums für Kulturgüter und kulturelle Aktivitäten (MIBAC), Lorenza Bonaccorsi, der italienischen Zeitung „La Repubblica“.

Nachdem untersucht wurde, wie ein sicherer Zugang zu den Stränden gewährleistet werden kann, öffnen diese nun ab 18. Mai. Die Pläne gelten erst einmal nur für Touristen aus dem eigenen Land, ähnlich wie in Spanien und in Griechenland

Für genügend Social Distancing hatte eine Firma diese skurrile Idee: Plastik-Boxen am Strand aufstellen, um die Gefahr einer Corona-Ansteckung zu minimieren. Das Unternehmen Nuova Neon Group 2 hat die Boxen aus Plexiglas und Aluminium entworfen. Sie sind quadratisch, zwei Meter hoch, 4,5 Meter breit und haben eine Eingangstür.

 Die Planung eines Strandurlaubs in diesem Sommer ist eine Möglichkeit, die vergessen werden kann.

Mario Schiavina, Ex-Direktor einer Poliklinik

Doch Experten sehen das Sonnenbad für Touristen in weiter Ferne: „Die Planung eines Strandurlaubs in diesem Sommer ist eine Möglichkeit, die vergessen werden kann“, sagt Mario Schiavina, ehemaliger Direktor der operativen Abteilung für Pneumologie und intensive Atemtherapie des Policlinico Sant’Orsola in Bologna.

Und auch Innenminister Horst Seehofer sagte in einer Pressekonferenz am 13. Mai, auf der die Grenzöffnung zu Frankreich, Österreich und der Schweiz ab Mitte Juni thematisiert wurde: „Flugverbindungen von Italien und Spanien nach Deutschland werden weiterhin nicht möglich sein.“ Auch die direkten Nachbarländer würden die Grenzen nicht öffnen. Grund dafür sei, dass beide Risikogebiete seien und mit zu den am stärksten vom Coronavirus betroffenen Ländern weltweit gehören. Für deutsche Reisende sieht ein Urlaub in Italien daher immer noch eher schlecht aus.

Für Italien ist das eine Katastrophe: Die Tourismusindustrie des Landes beschäftigt 4,2 Millionen Menschen und trägt rund 13 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die Branche berichtete bereits Ende Februar über ihre „schlimmste Krise in der jüngeren Geschichte“, noch bevor Sperrmaßnahmen angekündigt wurden.