Kilometerlange schwarze und weiße Sandstrände, Nationalparks zum Wandern und atemberaubende Aussichten auf Vulkane: Die Kanaren-Inseln sind ein absolutes Traumziel für Urlauber. Auf den Inseln Fuerteventura, Teneriffa, Lanzarote, La Palma, Gran Canaria, La Gomera und El Hierro ist für jeden Urlaubstyp die richtige Urlaubsdestination dabei – ob Strandfaulenzer, Aktivurlauber oder Partygänger. 

Hunderte Hotel-Urlauber saßen in Quarantäne auf Teneriffa fest

Doch auf der beliebten Insel Teneriffa gab es Ende Februar auch die erste große Quarantäne-Situation für Urlauber: Zwei Wochen lang mussten rund 700 Gäste im H10 Costa Adeje-Palace ausharren, weil ein italienischer Urlauber mit dem Coronavirus infiziert war. Später kamen noch mehr Fälle hinzu.

Der erste Coronavirus-Fall auf Teneriffa führte dazu, dass ein komplettes Hotel mit mehr als 700 Gästen unter Quarantäne gestellt wurde.

Ausgangssperre auf Kanaren-Inseln noch bis Ende April

Und aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus gilt wie auf dem spanischen Festland und den Balearen auch für die Kanaren noch mindestens bis zum 9. Mai eine nationale Ausgangssperre. Wann sich der Tourismus auf den Kanarischen Inseln nach der Ausgangssperre erholt, ist aber noch völlig unklar. 

Die meisten Hotels auf Kanaren wollen nach Ende der Ausgangssperre nicht sofort öffnen

Ein Blick in Richtung der beliebtesten Urlaubsinsel der Deutschen stimmt pessimistisch: Der Tourismusverband Balears Exeltur befürchtet einen viermonatigen Totalausfall des Tourismus auf Mallorca. Auch auf den Kanarischen Inseln könnte man mit einer solchen Dauer rechnen. 

Die meisten kanarischen Hoteliers wollen offenbar nicht direkt bei einer Aufhebung der Ausgangssperre wieder eröffnen, das berichtet die „Fuerteventura Zeitung“. Bei einer Umfrage der Tourismusbehörde der kanarischen Regierung gaben 74 Prozent der befragten Betrieben an, nicht innerhalb der ersten drei Monate nach Ende der Ausgangssperre ihren Betrieb wieder aufzunehmen. An der Umfrage haben 239 Hotels und sonstige Beherbergungsbetrieben teilgenommen, die insgesamt 56.000 Betten auf allen Inseln repräsentieren.

Die spanische Regierung arbeitet fieberhaft an einem Tourismus-Plan für die Wiederbelebung, denn für die Branche in Spanien ist die Lage besonders hart: 2,6 Millionen Spanier arbeiten laut „German Trade & Invest“ direkt im Gastgewerbe, der Tourismus trägt 12,3 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei.

Auch die Wirtschaft auf den Kanarischen Inseln leidet immens. Wenn die Ausgangssperre endet und ab dem 26. April nach und nach wieder die Geschäfte öffnen könnten, würde zwar für die Bevölkerung wieder Alltag einkehren. „Aber wir sprechen dann noch nicht über die Öffnung der Grenzen für den Tourismus. Bis dahin wird es noch deutlich länger dauern. Und wir sind zutiefst besorgt über die wirtschaftlichen Auswirkungen und brauchen Unterstützung“, zitiert „Teneriffa News“ den Präsidenten der Kanarischen Inseln, Ángel Víctor Torres.

Sommerurlaub auf Kanaren eher unwahrscheinlich

Dass der geplante Sommerurlaub für Deutsche auf Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura und Co. in diesem Jahr stattfinden kann, gilt also als unwahrscheinlich.

Der Plan der Regierung sieht vor, erst 2021 wieder auf ausländische Touristen zu setzen, das bestätigte die Tourismusministerin María Reyes Maroto. Ähnlich wie in Deutschland geht man auch in Spanien von einer schrittweisen Wiederbelebung des Tourismussektors aus. An erster Stelle stünde, den nationalen Tourismus zu fördern.

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Eine geplante Kampagne soll Spanier dazu bringen, im Sommer im Inland zu reisen. Demnach sollen dann auch die Strände der nationalen Bevölkerung wieder offen stehen, internationale Touristen allerdings könnten zu einer Überfüllung führen. Damit wäre das Risiko einer weiteren Infektionswelle zu hoch.

Entschieden sei aber, so heißt es aus dem spanischen Kabinett, noch nichts, zitiert „ABC Espana“ ein Regierungsmitglied: „Es ist unmöglich, zum jetzigen Zeitpunkt etwas vorauszusagen, aber internationalen Tourismus halte ich für praktisch unmöglich.“

Balearen und Kanaren als Test: Dürfen Deutsche zuerst wieder auf diese Inseln?

Ein wenig Hoffnung bleibt, denn die Urlaubsinseln der Balearen und Kanaren könnten als Test dienen, so sagte es Javier Arranz vom Regionalkomitee für die Verwaltung des Coronavirus zumindest der Balearen-Zeitung „Ultima Hora“. 

Dort könnte ein Pilotversuch gestartet werden, die Restriktionen zu lockern. Denn die Inseln seien im Vergleich zum spanischen Festland weniger stark von der Corona-Infektion betroffen und zudem wegen ihrer Lage isoliert.