Safari vom Sofa aus – ganz neu ist die Idee nicht. Immerhin laufen auf Streaming-Diensten und in Mediatheken Natur- und Wildlife-Dokumentationen rauf und runter – und seit dem Ausbruch des Coronavirus sind auch Webcams aus den Nationalparks in Afrika beliebt. Doch einige Safari-Anbieter gehen nun noch weiter und lassen einen Guide losziehen, verbunden mit Menschen weltweit über das Smartphone.

„Wir wollten eine interaktive Show gestalten, durch die Menschen während dieser Pandemie unterhalten werden und die gleichzeitig für unsere Arbeit sensibilisiert“, sagt ein Sprecher von Discover Africa, einer Marketingagentur für Touranbieter aus Südafrika, dem reisereporter. Auf der Facebook-Seite startete das Experiment am Karfreitag und findet nun jeden Abend um 17 Uhr statt. 

Obwohl viele Nationalparks in Subsahara-Afrika noch geöffnet sind, werden die meisten Videos nicht live gesendet. Sie werden eingespielt, während ein Guide live dazu erzählt, was gerade passiert. Am Sonntagabend beispielsweise wurde ein Löwe im Dunkeln im Kruger-Nationalpark in Südafrika gefunden.

Ein Guide führt durch die Video-Safari und klärt Fragen von Nutzern

Der Guide erklärte, warum die Kamera so lange auf das Tier gerichtet war: „Aufgrund ihres Verhaltens gehen wir davon aus, dass sich noch andere Löwen in der näheren Umgebung befinden“, erzählt der Guide, während die Löwin ihre Beute frisst. 

Die Videos, sagt Discover Africa, seien von Partnern und bei eigenen Trips in der jüngsten Vergangenheit erstellt worden. Der Unterschied zu den bisherigen Webcams ist dabei, dass immer ein ausgebildeter Guide zur Seite steht. Der erzählt nicht nur mehr über die Tiere und Situationen, die die Nutzer zu sehen bekommen, sondern antwortet auch auf Live-Kommentare. So können Zuschauer – wie auf einer richtigen Safari – all ihre Fragen zur Tierwelt loswerden. 

Virtuelle Safari: Löwen suchen und Elefanten gucken vom Sofa aus

„Wir versuchen zu bilden, zu interagieren und gleichzeitig Informationen mit unserem Publikum zu teilen. Wir haben auch regelmäßig Umfragen, was unsere Fans interessiert“, sagt der Sprecher dem reisereporter. Bisher komme das Angebot gut an. 

Auch andere Anbieter haben die Idee in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Reiseverboten aufgegriffen. Auf der Facebook-Seite „andBeyond Travel“ sind ebenfalls Videos zu sehen – auch hier steht ein Guide Frage und Antwort. Die Aufnahmen stammen aus dem privaten Ngala Private Game Reserve in Südafrika, in dem beispielsweise Elefanten leben. Dort starten unter dem Stichwort „wildlife watch“ sogar mehrfach am Tag Touren, auch aus anderen Ländern.  

Live-Sendung auf Youtube aus privatem Reservat in Südafrika

Auch auf Youtube finden sich solche Veranstaltungen. „WildEarth“ streamt zweimal täglich live aus dem privaten Dujuma Private Game Reserve in Südafrika. Um 5 Uhr morgens deutscher Zeit und um 14.30 Uhr nachmittags starten – genau wie bei echten Safaris – die Gamedrives. 

Ein Guide ist mit dem Jeep unterwegs und erzählt und zeigt, was er am Wegesrand und im Busch so findet. In der restlichen Zeit sind auf dem Youtube-Kanal Bilder von der installierten Kamera zu sehen, die das Wasserloch filmt. Um das Wildlife auch in Zeiten ohne Touristen unter anderem vor Wilderei zu schützen, bittet die Agentur auf ihrer Website um Spenden für die Live-Safaris.