Not macht erfinderisch. Das jüngste Beispiel dafür, dass an diesem Sprichwort etwas dran ist, gibt ein Luxushotel in der Schweiz. Das Unternehmen Le Bijou betreibt zwei Hotels in den Schweizer Städten Luzern und Zug. Und da durch die Ausbreitung des Coronavirus auch dort die Gäste ausblieben, hat sich der Betreiber für ein neues Geschäftsmodell entschieden, wie die „Luzerner Zeitung“ berichtet.

Denn auf der Website des Unternehmens werden seit einiger Zeit sogenannte Quarantäne-Apartments angeboten. Den Schritt begründet CEO Alexander Hübner laut dem Medienbericht mit der zunehmenden Anfrage nach Aufenthalten für 14 Tage, also den exakten Zeitraum einer Corona-Quarantäne. „Darum haben wir daraus ein Angebot gemacht“, sagt Hübner. 

Menschen mit Corona-Symptomen werden nicht aufgenommen

Das Angebot richtet sich vor allem an Menschen, die sich vorsorglich in Quarantäne begeben wollen, um sich erst gar nicht mit dem Coronavirus zu infizieren. Gäste, die bereits Symptome aufweisen oder sogar positiv auf das Virus getestet worden sind, werden nicht angenommen. 

Möglich ist das Ganze ohnehin nur deshalb, weil die Hotelkette bereits vor der Corona-Krise jegliche Abläufe digitalisiert hatte. Denn von der Ankunft über die Essensbestellung bis hin zur Zahlung, es ist kein Kontakt zu anderen Menschen notwendig.

4.000 Euro für die medizinische Versorgung im Hotel

Wer möchte, kann sich während seines Aufenthaltes zudem gesundheitlich überwachen lassen. Das beginnt bei einem Hausarztbesuch und endet bei einem Corona-Test im Hotezimmer. Der wird allerdings nur genehmigt, wenn der Gast eindeutige Symptome aufweist. 

So praktisch und sicher der Service auch klingt, so teuer ist der ganze Spaß aber auch: Eine Nacht in einem Apartment der Mittelklasse kostet zwischen 400 und 500 Euro. Für die medizinische Rund-um-die-Uhr-Versorgung zahlen die Gäste etwas mehr als 4.000 Euro, und der Coronatest kostet noch mal knapp 500 Euro extra, wie die „Washington Post“ berichtet. 

Weitere Services wie Lieferservice für Speisen, Reinigung und Entertainment-Pakete kosten noch einmal je 150 Euro, pro Nacht versteht sich. 

Und wer sich den ganz großen Luxus während der Isolation gönnen möchte, der zahlt rund 800 Euro pro Nacht – und das nur für die Übernachtung. Rechnet man das auf mindestens 14 Tage Quarantäne hoch, dann kostet der Luxus-Ausflug gut und gerne um die 13.000 Euro. 

Kostenlose Nacht im Luxushotel für Ärzte und Krankenpfleger

Lediglich Menschen, die einen Beruf im Gesundheitswesen ausüben und derzeit durch die Corona-Krise einen deutlichen Mehraufwand haben, können in den Genuss der speziellen Apartments kommen, ohne dafür tief in die Tasche greifen zu müssen. 

Denn seit dem 27. März bieten die beiden Hotels von Hübner kostenlose Übernachtungen für Ärzte, Krankenpfleger und Co. an. Die dürfen sich nach ihrem harten Arbeitstag eine kleine Auszeit im Luxushotel gönnen, bezahlt wird diese dann von zahlreichen Sponsoren.