Viele Airlines haben den Flugbetrieb während der Coronavirus-Pandemie praktisch eingestellt. Doch nicht alle Flieger bleiben am Boden, einige Strecken werden weiterhin bedient. Das hat in den USA anscheinend gesundheitliche Folgen für die Flugbegleiter. Denn: Einige Flugbegleitergewerkschaften in den Staaten berichten, dass sich bisher insgesamt mindestens 700 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert haben.

600 Flugbegleiter bei Southwest Airlines positiv auf Corona getestet

Bei der Billigfluggesellschaft Southwest Airlines sollen 600 Flugbegleiter positiv getestet worden sein. Das berichtet der Nachrichtensender „NBC DFW“. Laut der Gewerkschaftspräsidentin Lyn Montgomery von TWU Local 556 seien zwar „weit weniger als ein Prozent“ der Belegschaft an dem Virus erkrankt, jedoch schienen die Risikofaktoren zuzunehmen. Das sei „inakzeptabel“.

Sie fordert für über 17.000 Mitarbeiter von Southwest Airlines Masken und Handschuhe, soziale Distanzierung an Bord, ein spezielles Reinigungsteam zur Desinfektion von Tischen und Armlehnen sowie mehr Fieber-Scans an Flughäfen.

Gewerkschaftspräsidentin setzt sich für mehr Schutzmaßnahmen ein

Daraufhin sagte ein Sprecher von Southwest Airlines dem Sender: „Die Sicherheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter und Kunden von Southwest sind unsere kompromisslose Priorität. Southwest setzt weiterhin Maßnahmen ein, um Flugzeugkabinen, Flughafenstandorte und Arbeitsplätze in dieser beispiellosen Zeit unter Einhaltung aller Richtlinien des Gesundheitsministeriums auf höchstem Niveau zu halten.“

100 Flugbegleiter bei American Airlines am Coronavirus erkrankt

Weitere 100 Mitarbeiter sollen bei American Airlines am Coronavirus erkrankt sein. Das gab die Association of Professional Flight Attendants (APFA) offiziell bekannt, die rund 28.000 Flugbegleiter der Airline vertritt. Auch dort habe sich die Gewerkschaft dafür eingesetzt, dass „eine persönliche Schutzausrüstung für alle Mitarbeiter in jedem Flugzeug verfügbar ist“, so die APFA-Präsidentin Julie Hedrick. Denn: Flugbegleiter seien die Ersthelfer der Luftfahrt, und sie müssten als solche behandelt und geschützt werden.

Dazu antwortete American Airlines in einer öffentlichen Stellungnahme: „Wir stehen in regelmäßiger Kommunikation mit dem Gesundheitsministerium und befolgen dessen Anweisungen für gewerbliche Flugreisen. Unsere Anleitung für alle Teammitglieder besteht darin, sich regelmäßig auf Symptome von Covid-19 zu überwachen – auch wenn sie nicht glauben, dass sie ausgesetzt waren – und nicht zur Arbeit zu kommen, wenn sie sich nicht gut fühlen.“