Weltweite Reisebeschränkungen, abgesagte Pauschalreisen und Kreuzfahrten, stark reduzierte Flugreisen und geschlossene Hotels – die negativen Auswirkungen des Coronavirus auf die Reisebranche und andere Bereiche sind riesig. Eine positive Nachricht gibt es allerdings: Durch die menschenleeren Straßen, Gewässer und Lüfte erholt sich die Natur.

Immer wieder gibt es Berichte über klares Wasser an Urlaubsorten, deren Gewässer normalerweise eher bräunlich sind. Schiffe und Boote, die Touristen für das Sightseeing nutzen, wirbeln sonst den Schlamm auf. Da nun aber das Leben in vielen Ländern stillsteht, können Einheimische wieder bis auf den Grund vieler Küstengewässer und Flüsse schauen. 

In Kolumbien sind wieder Fischschwärme und türkisblaues Wasser zu sehen

Im sonst stark verschmutzten Küstenwasser in der beliebten Hafenstadt Cartagena in Kolumbien ist das Wasser beispielsweise wieder türkisblau. Außerdem seien wieder Fischschwärme zu beobachten, berichten lokale Medien.

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Bereits am 11. März hatte der Bürgermeister dort sämtliche Schiffsaktivitäten eingestellt und damit die Kreuzfahrtsaison an einer der berühmtesten Küsten Kolumbiens unterbrochen.

Klares Wasser in beliebten Urlaubsorten in Italien

Auch in den Kanälen von Venedig sind ohne Touristenboote wieder Fische zu sehen. Bereits Mitte März kursierten verschiedene Bilder und Videos im Netz. In der Lagunenstadt nahm der Bürgermeister diese positiven Auswirkungen sogar als Argument, um erneut die Einführung der Eintrittsgebühren für Touristen zu rechtfertigen.

Im Hafen von Cagliari auf Sardinien sind sogar Delfine gesichtet worden. Weil keine Schiffe fahren, trauen sie sich ganz nah an die Küste heran und lassen sich von Menschen filmen. Die ursprüngliche Annahme, dass das Video der Delfine, dass Tausendfach auf Facebook geteilt wurde, im Hafen von Triest aufgenommen wurde, stellte sich später als falsch heraus.

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Tiere erobern ihren Lebensraum an beliebten Reisezielen zurück

Dass sich wilde Tiere an Orte trauen, die normalerweise stark von Menschen eingenommen sind, gibt es derzeit in mehreren Reiseländern. In Mexiko wurden ein Jaguar auf einem Hotelparkplatz und ein Krokodil in einem Shoppingviertel gesichtet.

Im Nordwesten von Wales übernehmen Ziegen den walisischen Badeort Llandudno, in London macht sich Damwild auf den Straßen breit und in Brasilien konnten vom Aussterben gefährdete Schildkröten ungestört an menschenleeren Stränden schlüpfen. 

Ziemlich kurios ist auch dieser Fall: An der amerikanischen Universität Havard machen Truthähne den Campus unsicher und in Chicago erkunden Pinguine das Shedd-Aquarium.

Luft in Europa und China enthält weniger CO2

Doch nicht nur die Tierwelt und die Gewässer erholen sich, auch die Luft wird sauberer. Satellitenaufzeichungen der Europäischen Weltraumagentur (ESA) zeigen einen Rückgang des Stickstoffdioxid-Gehalts in der Luft in Europa, vor allem in der norditalienischen Industrieregion, die besonders stark vom Coronavirus betroffen ist.

Ähnliche Messwerte zeigen sich auch in China. Laut einer  Analyse des Centre for Research on Energy and Clean Air wurden aufgrund der Corona-Krise im Februar etwa 200 Millionen Tonnen CO2 eingespart.