Eigentlich sollte es ein entspannter Mutter-Tochter-Trip werden. Aber jetzt stehen die beiden Frauen vor Gericht. Die Provinzregierung der beliebten südkoreanischen Urlaubsinsel Jeju verklagt die 52-Jährige und ihre Tochter, weil sie ihre Reise nicht abgebrochen haben, obwohl die 19-Jährige grippeähnliche Symptome hatte. Und das Coronavirus wütete bereits, als sie die Reise am 20. März antraten. 

19-Jährige unterbricht Quarantäne für Kurzurlaub

Laut einer Pressemitteilung der Provinzregierung hätte die Tochter ihre Reise erst gar nicht antreten dürfen, wie der Nachrichtensender „CNN“ berichtet. Denn sie war nur wenige Tage zuvor von einem Auslandsstudium in Boston zurück in ihr Heimatland gekommen. In Südkorea sollen alle Einreisenden aber zunächst in 14-tägige Quarantäne. 

Die beiden Frauen aber machten sich trotzdem auf den Weg zur beliebten Urlaubsinsel. Während der insgesamt fünf Tage, die sie vor Ort verbrachten, hatten sie Kontakt mit mindestens 47 Menschen an 20 unterschiedlichen Orten. Mittlerweile mussten deshalb zwei Unternehmen schließen und zahlreiche Bewohner der Urlaubsinsel stehen unter Quarantäne.

Denn bei ihrer Rückkehr nach Seoul wurden die Touristinnen in einer Klinik auf das Coronavirus getest. Und das Ergebnis war positiv. 

Provinzregierung fordert hohe Entschädigung

Die Provinzregierung fordert nun in einer Zivilklage eine Entschädigung von 132 Millionen Won, was einem Betrag von knapp 100.000 Euro entspricht. Der Gouverneur der Insel kommentiert diesen Schritt in einer Mitteilung wie folgt: „Ich hoffe, eine deutliche Warnung vor Aktionen auszusenden, die den Kampf gegen das Coronavirus bedrohen.“