Ausgangssperren, geschlossene Restaurants und Reisewarnungen: Dass die Corona-Pandemie die Welt in weiten Teilen zum Stillstand bringt, steht außer Frage. Wie genau sich das allerdings in den einzelnen Ländern bemerkbar macht, das ist durchaus unterschiedlich. Google hat nun die Bewegungsdaten von 131 Ländern im Zeitraum von 16. Februar bis 29. März dokumentiert und ausgewertet.

Das soll vor allem aufzeigen, wo sich die Menschen auf Beschränkungen einlassen und so helfen, das Coronavirus einzudämmen. Aber es zeigt auch, was gerade in beliebten Urlaubsländern los ist – oder eben nicht. Der reisereporter zeigt dir im Überblick, wie sich zehn beliebte Urlaubsorte der Welt anhand der Google-Daten seit Beginn der Pandemie verändert haben. 

Zum Vergleich die Bewegungsdaten von Google für Deutschland: 

Besuche von Restaurants und Kulturstätten haben sich um 77 Prozent reduziert. 

Die Menschen gehen 51 Prozent weniger in den Supermarkt, die Drogerie oder die Apotheke. 

Ausflüge in Nationalparks oder Erholungsstätten haben sich um 49 Prozent reduziert. 

In Bus, Bahn und Zug sind landesweit 68 Prozent weniger Menschen unterwegs. 

Italien

Italien ist für Vielreisende fast nur einen Katzensprung entfernt. Und sie finden dort eigentlich alles, was sie suchen könnten: Berge, Meer, Städte und eine herzliche Kultur. Und das sind nur einige Gründe, wieso das Land Jahr für Jahr auf dem Reiseplan Tausender steht. Eigentlich. Denn das Coronavirus hat das Land besonders schwer getroffen. Deshalb gilt auch bis zum 13. April eine allgemeine Ausgangssperre im Land. 

Der berühmte Trevi-Brunnen in Italiens Hauptstadt Rom ist menschenleer.

Das sagen die Bewegungsdaten von Google

Besuche von Restaurants und Kulturstätten haben sich um 94 Prozent reduziert. 

Die Menschen gehen 85 Prozent weniger in den Supermarkt, die Drogerie oder die Apotheke. 

Ausflüge in Nationalparks oder Erholungsstätten haben sich um 90 Prozent reduziert. 

In Bus, Bahn und Zug sind landesweit 87 Prozent weniger Menschen unterwegs. 

Spanien

Mit seinen vielen unterschiedlichen Inseln und schönen Städten und Stränden auf dem Festand gehört auch Spanien zu den Urlaubs-Hotspots in Europa. Während es Partyfreunde eher nach Mallorca oder Ibiza zieht, fliegen Shoppingbegeisterte gerne mal nach Madrid oder Barcelona. In diesem Jahr wird all das aber erst mal nicht stattfinden. Denn das Coronavirus fordert bereits das ganze Land. Bis zum 25. April gilt der Alarmzustand inklusive Ausgangssperre und Einreisestopp. 

Spaniens Städte sind seit Beginn der Corona-Krise kaum besucht.

Das sagen die Bewegungsdaten von Google

Besuche von Restaurants und Kulturstätten haben sich um 94 Prozent reduziert. 

Die Menschen gehen 76 Prozent weniger in den Supermarkt, die Drogerie oder die Apotheke. 

Ausflüge in Nationalparks oder Erholungsstätten haben sich um 89 Prozent reduziert. 

In Bus, Bahn und Zug sind landesweit 88 Prozent weniger Menschen unterwegs. 

Griechenland

Griechischer Wein ... Hörst du bei diesen Worten auch direkt den gleichnamigen Song? Verständlich, denn die griechische Kultur wirkt auch nach einem Urlaub in dem unaufgeregten Land am Mittelmeer nach. Das fängt bei den Kilos auf der Waage an, die du dem leckeren Essen dort zu verdanken hast, und hört bei der leidenschaftlichen Musik auf. Wegen der Corona-Pandemie gilt derzeit eine Ausgangssperre, vorerst bis zum 6. April. 

Eigentlich ist Athen das pulsierende Zentrum Griechenlands.

Das sagen die Bewegungsdaten von Google

Besuche von Restaurants und Kulturstätten haben sich um 80 Prozent reduziert. 

Die Menschen gehen 41 Prozent weniger in den Supermarkt, die Drogerie oder die Apotheke. 

Ausflüge in Nationalparks oder Erholungsstätten haben sich um 55 Prozent reduziert. 

In Bus, Bahn und Zug sind landesweit 76 Prozent weniger Menschen unterwegs. 

Portugal

Der südwestlichste Punkt Europas, der befindet sich in Portugal. Aber in dem Land gibt es noch weitaus mehr zu entdecken. Entschleunigte Kultur, atemberaubende Strände und Städte voller Kultur. Aber eben auch jede Menge Hotspots für Surfer. Das Coronavirus hat das Land zwar nicht so schwer erwischt wie seine Nachbarn, aber auch dort wurde der Ausnahmezustand verhängt. Allerdings gibt es keine Ausgangssperre und auch die Einreise ist nicht grundsätzlich untersagt. Strenge Kontrollen gibt es trotzdem. 

Coronavirus COVID-19: Lisbon deserted Lisbon, 04/02/2020 - Lisbon is a city almost deserted due to the state of emergency, to contain the pandemic of Coronavirus COVID-19 in Portugal. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY GerardoxSantos imago images/GlobalImagens

Das sagen die Bewegungsdaten von Google

Besuche von Restaurants und Kulturstätten haben sich um 83 Prozent reduziert. 

Die Menschen gehen 59 Prozent weniger in den Supermarkt, die Drogerie oder die Apotheke. 

Ausflüge in Nationalparks oder Erholungsstätten haben sich um 80 Prozent reduziert. 

In Bus, Bahn und Zug sind landesweit 78 Prozent weniger Menschen unterwegs. 

Ägypten

Normalerweise ist Ägypten sehr beliebt bei Tauchern und Menschen, die eine Sonnengarantie im Urlaub haben möchten. Und auch wenn das Land immer wieder Opfer von Terroranschlägen wurde, gehört es nach wie vor zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Besonders die Badeorte Hurghada und Marsa Alam sind dabei beliebte Anlaufpunkte für einen Urlaub. Durch das Coronavirus jedoch hat sich die Lage im Land verändert, zeitweise standen Touristen unter Quarantäne, ab dem 19. März sind alle Flughäfen des Landes dicht. Lediglich Rückholflüge für gestrandete Touristen finden noch statt. 

Statt von Touristen überrannt zu werden, werden die Pyramiden in Ägypten desinfiziert.

Das sagen die Bewegungsdaten von Google

Besuche von Restaurants und Kulturstätten haben sich halbiert. 

Die Menschen gehen 24 Prozent weniger in den Supermarkt, die Drogerie oder die Apotheke. 

Ausflüge in Nationalparks oder Erholungsstätten haben sich um 40 Prozent reduziert. 

In Bus, Bahn und Zug sind landesweit 52 Prozent weniger Menschen unterwegs. 

Kanada

Beeindruckende Berglandschaften, Wälder, in denen Bären leben, und weite Täler, Kanada gehört aus guten Gründen zu den Top-Fernreisezielen der Deutschen. Einige Urlauber mieten sich für ihre Zeit in Amerika einen Bus und reisen von Kanada in die USA oder bis nach Alaska. Derzeit ist das allerdings nicht möglich, denn die Grenze zwischen den USA und Kanada ist größtenteils geschlossen. Seit dem 18. März gilt eine allgemeine Einreisesperre für Touristen.

Das Coronavirus hält auch die Menschen in Toronto, Kanada, von den Straßen fern.

Das sagen die Bewegungsdaten von Google

Besuche von Restaurants und Kulturstätten haben sich um 59 Prozent reduziert. 

Die Menschen gehen 35 Prozent weniger in den Supermarkt, die Drogerie oder die Apotheke. 

Ausflüge in Nationalparks oder Erholungsstätten haben sich um 16 Prozent reduziert. 

In Bus, Bahn und Zug sind landesweit 66 Prozent weniger Menschen unterwegs. 

Thailand

Backpacker beginnen ihre Asientour gerne in Thailand, da die Preise dort bezahlbar sind und sie dort auf jede Menge Gleichegesinnte treffen. Die Landschaft in dem asiatischen Land ist natürlich auch durchaus sehenswert, die Kultur offen. Das hatte sich auch zu Beginn der Corona-Krise so fortgesetzt. Seit dem 25. März untersagt das Land jedoch jegliche Einreise, rund 90 Prozent der Hotels werden im April nun geschlossen, weil die meisten Touristen das Land bereits verlassen haben. 

Auch das Coronavirus legt Thailands Hauptstadt Bangkok nicht lahm.

Das sagen die Bewegungsdaten von Google

Besuche von Restaurants und Kulturstätten haben sich um 55 Prozent reduziert. 

Die Menschen gehen 27 Prozent weniger in den Supermarkt, die Drogerie oder die Apotheke. 

Ausflüge in Nationalparks oder Erholungsstätten haben sich um 54 Prozent reduziert. 

In Bus, Bahn und Zug sind landesweit 61 Prozent weniger Menschen unterwegs. 

Südafrika

Besonders für Länder in Afrika gilt die Pandemie als große Gefahr. Denn die Gesundheitsversorgung vor Ort ist nicht mit der in Europa vergleichbar. Südafrika gehört zu den beliebtesten Anlaufpunkten für Safari-Fans, Abenteuerlustige und Afrika-Interessierte. Derzeit ist eine Reise dorthin allerdings unmöglich, denn bis mindestens 16. April gilt eine landesweite Ausgangssperre, die auch einen allgemeinen Einreisestopp beinhaltet. Einige Urlauber befinden sich laut Angaben des Auswärtigen Amtes allerdings noch vor Ort, die Rückholung werde noch organisiert. 

Das Westkap in Südafrika gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen für Touristen.

Das sagen die Bewegungsdaten von Google

Besuche von Restaurants und Kulturstätten haben sich um 79 Prozent reduziert. 

Die Menschen gehen 60 Prozent weniger in den Supermarkt, die Drogerie oder die Apotheke. 

Ausflüge in Nationalparks oder Erholungsstätten haben sich um 55 Prozent reduziert. 

In Bus, Bahn und Zug sind landesweit 80 Prozent weniger Menschen unterwegs. 

Dominikanische Republik

Die Dominikanische Republik ist als Teil der Karibik für viele Reisefans der Inbegriff des Paradieses. Und das ist auch kein Wunder, denn dort findest du weiße Sandstrände, prächtige Palmen und jede Menge schicke Hotels in Bestlage. Und eigentlich jede Menge Sonnenhungrige aus aller Welt. Mittlerweile dürfte das Bild aber ein anderes sein, denn das Rückholprogramm für das Land ist bereits abgeschlossen, die Flughäfen dicht, auch Schiffe dürfen nicht mehr anlegen. Seit dem 27. März gilt außerdem eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 17 Uhr und 6 Uhr. 

Die Straßen von Santo Domingo in der Dominikanischen Republik sind leer.

Das sagen die Bewegungsdaten von Google

Besuche von Restaurants und Kulturstätten haben sich um 80 Prozent reduziert. 

Die Menschen gehen 63 Prozent weniger in den Supermarkt, die Drogerie oder die Apotheke. 

Ausflüge in Nationalparks oder Erholungsstätten haben sich um 73 Prozent reduziert. 

In Bus, Bahn und Zug sind landesweit 84 Prozent weniger Menschen unterwegs. 

Australien

Australien gilt als das Land der Kängurus und das Abenteuerland für Backpacker. Das wurde allerdings zuletzt vielen von ihnen zum Verhängnis, denn durch die Corona-Krise haben viele Gastronomen und Hotels im Land geschlossen. Und dort arbeiten Work-and-Traveler meistens. Zwischenzeitlich mussten alle Einreisenden ohnehin erst mal 14 Tage in Quarantäne. Mittlerweile gilt aber ein allgemeines Einreiseverbot, gestrandete Touristen können sich aber noch für die Rückholung registrieren. 

Der beliebte Bondi Beach in Sydney ist eigentlich immer voller Menschen.

Das sagen die Bewegungsdaten von Google

Besuche von Restaurants und Kulturstätten haben sich um 45 Prozent reduziert. 

Die Menschen gehen 19 Prozent weniger in den Supermarkt, die Drogerie oder die Apotheke. 

Ausflüge in Nationalparks oder Erholungsstätten haben sich um 35 Prozent reduziert. 

In Bus, Bahn und Zug sind landesweit 58 Prozent weniger Menschen unterwegs.