Angesichts ausbleibender Passagiere und der enormen Storno-Welle, der sich die Fluggesellschaften dieser Tage stellen müssen, war es nur eine Frage der Zeit, bis die erste Airline einen Rettungsschirm benötigt. Während viele Länder derzeit an staatlichen Rettungsprogrammen für die Airlines in der Corona-Krise arbeiten, meldet eine Insolvenz an. 

Condor kündigt Auftrag wegen Corona-Krise

Laut einem Bericht im „Focus“ hat die Geschäftsführung der Airline Thomas Cook Aviation in einer Videobotschaft über die Situation informiert. Demnach sei die Insolvenz unausweichlich gewesen, nachdem der einzige Kunde der Airline abgesprungen war.

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Denn eigentlich flogen die sechs Flieger des Konzerns zuletzt im Auftrag des deutschen Ferienfliegers Condor. Da aber auch Condor durch die Corona-Krise in finanziellen Schwierigkeiten steckt, hat sie den Vertrag gekündigt. 

Condor überstand zunächst Pleite von Thomas Cook 

Die Thomas Cook Aviation ist ursprünglich aus der Pleite der Airline Air Berlin hervorgegangen. Auftraggeber Condor hingegen ist das, was von der Insolvenz des Reiseanbieters Thomas Cook übrig geblieben ist. Die Fluggesellschaft hatte sich im vergangenen Herbst unter einen rechtlichen Schutzschirm gerettet und einen Staatskredit erhalten. 

Airline verhandelt mit möglichen Investoren

Nun begibt sich die Thomas Cook Aviation also in eine Insolvenz nach dem Schutzschirmverfahren. Das bedeutet, dass sie für eine begrenzte Zeit vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt wird, um in der Zeit neue Investoren zu finden oder sich selbst zu retten. Die Mitarbeiter bekommen in der Zwischenzeit Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit. 

Geschäftsführer Ralph Nagel äußerte sich in der Videobotschaft offenbar trotz der misslichen Lage optimistisch. So gäbe es bereits Gespräche mit möglichen Investoren, die etwa Flieger für medizinische Transporte oder Rettungsflüge brauchen. 

Zukunft von Condor ungewiss

Und Condor selbst? Die Zukunft der Fluggesellschaft steht derzeit noch in den Sternen. Eigentlich soll sie bis zum 15. April den Staatskredit zurückzahlen. Es sieht aber derzeit eher danach aus, als bräuchte sie weitere finanzielle Unterstützung in der Krise. Dafür gibt es viele Möglichkeiten, etwa eine Verstaatlichung oder ein Investment durch einen Reiseveranstalter.