Das Coronavirus sorgt für viel Leid auf der ganzen Welt. Für die Natur und die Tierwelt hat die Pandemie allerdings auch positive Folgen. Nachdem in Venedig erstmals seit langer Zeit wieder klares Wasser in den Kanälen gesehen wurde, hat nun ein Camp in Thailand angekündigt, künftig auf Elefantenreiten zu verzichten.

In vielen Ländern Südostasiens ist das Reiten auf Elefanten immer noch eine beliebte Touristenattraktion. Dagegen protestieren immer wieder Tierschützer. Letztes Jahr machten sie am Weltelefantentag im indischen Jaipur auf die Situation vor Ort aufmerksam. Sie sagen, dass die Tiere nicht nur unter grausamen Bedingungen gefügig gemacht werden, sondern die Elefanten durch das beschwerliche tragen von Menschen auch Verletzungen und Krankheiten erleiden.

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Camp verzichtet auf sämliche Elefanten-Aktivitäten

Wie „CNN“ berichtet, hat das im nördlichen Thailand gelegene Maesa Elephant Camp nun beschlossen, auf sämtliche Shows mit Elefanten zu verzichten. Daneben werde das Reiten auf den Tieren verboten.

Die Chefin des Camps sagte gegenüber dem US-Nachrichtensender, dass die Touristenzahlen aufgrund der Corona-Krise von mehr als hundert Besuchern pro Tag auf weniger als 20 gesunken seien. Außerdem durften sich die Tiere frei auf dem Gelände bewegen, für einige der 78 Tiere sei dies das erste Mal in ihrem Leben gewesen.

Elefanten sollten nicht mehr als Belustigung dienen

Die Besitzerin der Anlage in Chiang Mai sagte, dass sie ohnehin geplant habe, das Konzept im Camp zu ändern. In Zukunft sollen die Touristen über die Tiere aufgeklärt werden, die Elefanten sollen aber nicht mehr als Belustigung für die Menschen dienen.

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Einige Elefanten leiden auch an dem Touristenschwund

Das Wegbleiben der großen Touristenmassen in Thailand hat aber nicht nur positive Folgen für die Elefanten. Immer wieder machen Tierschutzorganisationen auf die prekäre Lage der Tiere in dem Land aufmerksam. Der Tweet einer lokalen Zeitung bringt die neue Gefahr für die beliebten Tiere auf den Punkt. 

Darin heißt es, die Elefanten bekommen durch die ausbleibenden Einnahmen ihrer Besitzer nun weniger oder sogar nichts mehr zu essen und seien teilweise trotzdem stundenlang angekettet. Es bestehe durchaus die Möglichkeit, dass sie verhungern, an einen Zoo verkauft würden oder im illegalen Holzgeschäft des Landes eingesetzt werden. 

Aktivisten setzen sich für die Rechte der Elefanten ein

Es gibt in Thailand aber auch Menschen, die sich schon länger um die größten Landtiere der Welt kümmern und sich für sie einsetzen. Der reisereporter hat zum Beispiel mit einer Frau gesprochen, die im Elephant Nature Park rund 85 Elefanten eine natürliche Heimat gegeben hat. Im Nachbarland Kambdoscha ist seit diesem Jahr das Elefantenreiten komplett verboten.