Umfassende Reisebeschränkungen, geschlossene Grenzen und gestrichene Flugverbindungen aufgrund des Coronavirus haben für Tausende teilweise verzweifelte Urlauber gesorgt, die im Ausland gestrandet sind. Einige haben ihre Rückreise selbst in die Hand genommen, während andere die Rückholaktion der Bundesregierung nutzten. Doch rund 50.000 Touristen sitzen noch im Ausland fest. Eine Rückkehr gestaltet sich schwierig, da die Urlaubsländer Ausgangssperren verhängt und die Flughäfen geschlossen haben.

Neben dem Stress haben allerdings alle Urlauber eine Sache gemeinsam: Sie müssen für die Kosten teilweise selbst aufkommen. Denn auch, wenn die Regierung 50 Millionen Euro für die Rückholaktion bereitstellt, ist der Rückflug für diese Passagiere nicht gratis: „Es muss niemand in Vorleistung treten. Allerdings werden die Betroffenen einen im Konsulargesetz festgeschriebenen Anteil der Kosten tragen müssen“, heißt auf der Infoseite vom Auswärtigen Amt unter dem Reiter „Was kostet es die Betroffenen“.

Höhe der Kosten für die Rückflüge ist unklar

Die genaue Höhe ist der Kosten ist unklar und anscheinend von Fall zu Fall verschieden. Vom Auswärtigen Amt heißt es: Die Kostenbeteiligung sei vergleichbar mit einem Economy-Ticket auf der betreffenden Route. 

Auch die einzelnen Botschaften liefern unterschiedlich konkete Angaben. „Die genaue Höhe der Kosten steht nicht fest, sie sind aber unter Umständen hoch“, so die Botschaft in Australien. Wesentlich genauer äußert sich die Botschaft in Kenia. Von dort heißt es: „Die Flüge werden alle ab Mombasa nach Frankfurt am Main gehen und werden von Condor durchgeführt. Die Kosten liegen bei circa 800 Euro pro Person. Diese werden später von Ihnen in Deutschland eingezogen.“

Passagiere verpflichten sich zu anteiliger Kostenübernahme

Sicher ist: Um an der Rückholaktion teilnehmen zu können, muss jeder eine Erklärung nach § 6 Konsulargesetz abgeben. Mit dem Ausfüllen und Einreichen der Erklärung verpflichtet sich der Passagier gesetzlich zur Erstattung anteiliger Kosten der Katastrophenmaßnahme.

Zuvor müssen sich die Urlauber jedoch auf einer eigens für die Rückholaktion eingerichteten Website registrieren. Da sie zu diesem Zeitpunkt die Erklärung noch nicht abgegeben haben, springen einige im letzten Moment ab. 

In Peru verzichten einige Touristen auf den Rückflug

In Peru mahnte die Botschaft deshalb: „Wir mussten feststellen, dass eine Vielzahl von Personen, die wir auf der Basis ihrer Registrierung auf Rückholprogramm.de angerufen haben, nicht an der Rückkehr interessiert waren, lieber auf einen späteren Zeitpunkt warten et cetera. Mit Verlaub gesagt: Das Rückholprogramm der Bundesregierung ist kein Wunschkonzert.“

Aufgrund solcher Personen hätte man bei der ersten Rückholaktion noch am frühen Morgen eine Nachrückliste abgearbeitet und trotzdem nicht alle Plätze füllen können. Generell bevorzugt worden seien Personen mit Vorerkrankungen, Behinderungen, unbegleitete Minderjährige oder Personen, die nach Covid-19 zur Risikogruppe gehören, so die Botschaft.