Die Corona-Pandemie hält die Welt an. Dieses Gefühl bekommt dieser Tage wohl fast jeder, der sich die leeren Innenstädte in Europa ansieht. Kaum vorstellbar, dass irgendwo auf unserem Kontinent derzeit ein normales Leben möglich ist, oder? Dann wirf mal einen Blick nach Skandinavien. Denn in Schweden läuft das Leben weitgehend normal weiter: Die Skigebiete sind gut besucht, Restaurants haben geöffnet und die Menschen im Land wirken, man könnte fast sagen, gelassen. 

Corona-Maßnahmen in Schweden sind freiwillig

Das jedenfalls lässt ein Blick in die lokalen Medien vermuten. Und auch die „Deutsche Welle“ berichtet von dem regen Leben an dem beliebten skandinavischen Reiseziel. Demnach liegt das vor allem daran, dass die schwedische Regierung die meisten Maßnahmen gegen das Coronavirus zwar an die in anderen europäischen Ländern angepasst hat, allerdings sind diese dort freiwillig.

Konkret appelliert Schwedens Auswärtiges Amt also an die Bürger, zu Hause zu bleiben und möglichst nicht zu reisen, eine Ausgangssperre oder ein Kontaktverbot gibt es dort allerdings nicht. 

Und die Schweden nutzen genau diese Freiheiten, um sich zu treffen. Versammlungen mit bis zu 500 Menschen sind weiterhin erlaubt, genauso wie Hotels und Restaurants weiterhin Gäste empfangen dürfen. Und selbst Schweden, die aus einem Risikogebiet wieder zurück in die Heimat kommen, müssen nicht zwangsläufig in Quarantäne, sondern nur bei auftretenden Symptomen.

Schweden setzt auf Herden-Immunität

Das zeigt sich auch in Schwedens Skigebieten. Laut Medienberichten sind die rund 30.000 Gästebetten in Åre, einem beliebten Anlaufpunkt für Wintersportler, noch belegt, die Skilifte laufen. Aber ein bisschen was merkt man dort schon von Corona: Am vergangenen Wochenende gab es die vorerst letzte Après-Ski-Party. Laut dem Bericht der „Deutschen Welle“ gebe es aber laut der schwedischen Regierung keinen Anlass dafür, die Skigebiete komplett zu schließen. 

Schweden setzt also selbst in Zeiten einer Pandemie auf den eher gelassenen Lifestyle. Ob das die richtige Strategie ist, steht in den Sternen. Wie es auch Großbritannien zu Beginn der Epidemie dort tat, setzt die schwedische Regierung nämlich auf die Theorie der Herden-Immunität. Aber das Vereinigte Königreich ist mittlerweile wieder von der Strategie abgewichen.