Es sollte eine entspannte Weltreise-Kreuzfahrt werden, doch sie endet in einer Odyssee: Die „MSC Magnifica“ darf nirgends anlegen, seit Tagen kreuzt das Schiff vor der australischen Küste.

Die Weltreise startete Anfang Januar, zunächst lief alles nach Plan. Doch mit der weltweiten rasanten Ausbreitung des Coronavirus begannen auch für das Kreuzfahrtschiff die Probleme, auch wenn an Bord alle gesund und nachweislich niemand mit Covid-19 infiziert ist.

Nachdem zunächst geplante Stopps wie das Barrier Reef und Bali gestrichen worden waren, erklärte MSC die Kreuzfahrt mit rund 2.000 Gästen nach Tagen der Unsicherheit am 17. März offiziell für beendet. Die ersten Passagiere flogen von Melbourne aus zurück nach Deutschland.

Wegen Corona: „MSC Magnifica“ darf weder in Dubai noch in Australien anlegen

Etwa 700 Gäste entschieden sich dafür, auf gut Glück weiter an Bord zu bleiben. Sie sollten, so lautete der Plan, etwa zwei Wochen später in Dubai aussteigen.

Doch am vergangenen Mittwoch dann änderten die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Regierungspolitik und schlossen den Hafen von Dubai für alle ausländischen Schiffe. 

In einer schriftlichen Info an die Passagiere teilte MSC-Kapitän Roberto Leotta mit: „Da wir aufgrund der plötzlich geänderten Reisebeschränkungen der Regierungen derzeit keinen bestätigten Anlaufhafen haben, werden wir vor der australischen Küste kreuzen.“ 

Doch auch dort darf das Schiff nicht anlegen, die australische Regierung schließt der Zeitung „The West Australian“ zufolge nicht aus, Kriegsschiffe einzusetzen, um ein Andocken im Hafen von Fremantle zu verhindern.  

Die Kreuzfahrtgäste wünschen sich nur eines: „Wir wollen doch nur an Land, zum Flughafen und nach Hause. Wir haben fast 700 deutschsprachige Passagiere an Bord. Alle sind gesund. Noch!“

Lösung zeichnet sich ab: Kommt „MSC Magnifica“ bald nach Europa?

Am Donnerstagabend (Ortszeit) dann sagte ein Sprecher von MSC Cruises dem reisereporter auf Anfrage, die Reederei erwarte, „dass das Schiff bald seine Rückreise nach Europa aufnehmen wird. Auf dem Weg dorthin wird es Stopps zur Betankung und Aufnahme von Proviant einlegen.“ Der letzte nicht technisch-bedingte Stopp des Schiffes sei am 10. März in Wellington, Neuseeland, gewesen. „Seitdem hat das Schiff nur rein technische Hafenanläufe in Hobart, Sydney und Melbourne absolviert“, so der Sprecher.

Auswärtiges Amt: Suche nach Anlaufhafen schwierig

Das Auswärtige Amt hingegen teilte dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ mit, in engem Kontakt zum Reiseveranstalter zu stehen und sich weiter darum zu bemühen, in der Region einen Hafen zu finden, der bereit ist, das Schiff einlaufen zu lassen. Noch gebe es da jedoch keine Lösung, hieß es dazu am Freitagnachmittag.

Die Suche nach einem Staat, der willens ist, das Schiff andocken zu lassen, gestalte sich schwierig. Dieser müsste in der Lage sein, die Passagiere auf den Virus zu testen und gegebenenfalls in Quarantäne zu nehmen.