Nur noch wenige Flieger sind derzeit aufgrund der Corona-Pandemie noch am Himmel zu sehen. Weltweit stellen Airlines den Flugbetrieb praktisch ein. Auch auf den Weltmeeren ist kaum noch ein Kreuzfahrtschiff unterwegs, weil viele Reedereien ihren Reisebetrieb einstellen

Die Krise trifft die Crew-Mitglieder von Airlines und Reedereien, Tausende bangen um ihre Jobs oder wurden bereits entlassen. Besatzungsmitglieder der Kreuzfahrtschiffe müssen an Bord ausharren, weil sie durch veränderte Ein- und Ausreisebestimmungen vieler Länder daran gehindert werden, an Land zu gehen. 

Viele Flugbegleiter werden hingegen für die nächste Zeit wohl kein Flugzeug mehr von innen sehen. Sie verabschieden sich daher teilweise mit rührenden Botschaften von den Passagieren und berichten über ihre Situation in den sozialen Medien. 

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KLM-Flugbegleiterin verabschiedet sich auf ungewisse Zeit mit einem Lied von den Passagieren

So kursiert ein Video auf Twitter, in dem eine Stewardess der niederländischen Fluggesellschaft KLM das Lied „When Will I See You Again“ der 70er-Jahre Band The Three Degrees singt. 

Damit thematisiert sie die Ungewissheit aller Flugbegleiter, die nicht wissen, wann sie wieder in ihrem Beruf tätig sein können. Denn: Die Airline streicht aufgrund zunehmender Reisebeschränkungen bis zu 2.000 Jobs.

Ihren Auftritt kündigt sie mit folgenden Worten an: „In dieser schwierigen Zeit möchte ich mich auf andere Weise von Ihnen verabschieden. Wir, diese Flugbesatzung, sind ziemlich traurig darüber, was mit KLM und bei anderen Airlines passiert. Wir haben ein blaues Herz (damit spielt sie auf die Airline-Farbe an, Anm. d. Red.) und wissen nicht, wann wir es Ihnen noch einmal zeigen können. Heute bringt uns Musik zusammen, und deshalb werde ich ein Lied singen, um mich zu verabschieden. Die gesamte KLM-Crew wünscht Ihnen alles Gute und bleiben Sie gesund.“

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Stewardess von Virgin Australia dankt Passagieren ein letztes Mal für den gemeinsamen Flug

Ein ähnliches Video hat die australische Airline Virgin Australia auf ihrem Twitter-Account veröffentlicht. Darin dankt eine Stewardess der Fluggesellschaft den Passagieren mit gebrochener Stimme für den gemeinsamen Flug, denn sie vermutet, es könnte der letzte sein:

„Ich möchte nur sagen, es besteht die Möglichkeit, dass dies unser letzter operativer Flug auf absehbare Zeit ist. Als Crew haben wir den Himmel so lange als unser Zuhause bezeichnet, dass es ein wenig surreal ist zu wissen, dass wir nun zum letzten Mal landen. Im Namen des gesamten Virgin-Australia-Teams wünschen wir Ihnen in diesen Zeiten alles Gute. Bitte passen Sie auf sich sowie Ihren Nachbarn auf.“

Kurz darauf kündigte die Fluggesellschaft an, die Inlandsflüge um 90 Prozent zu reduzieren und alle internationalen Flüge einzustellen. Außerdem sollen 8.000 Mitarbeiter vorübergehend entlassen werden.

Mitarbeiter von Ryanair sendet virtuelle Umarmungen

Auch die irische Airline Ryanair hat ab dem 24. März nahezu alle Flüge gestrichen, bereits am 19. März sind 80 Prozent der Flugverbindungen entfallen.

Twitter-User Alexintheskies sendet in diesem Zusammenhang virtuelle Umarmungen an alle Kollegen der Luftfahrt, die ihre Jobs verlieren, unbezahlt ihres Arbeitsplatzes verwiesen wurden oder eine ungewisse Zukunft haben. Zum Abschluss schreibt er: „Ich habe dieses Gruppenfoto immer gemocht, da wir alle lächeln.“

Flugbegleiter vergleicht die Krise mit Szenen aus dem Film „Titanic“

Während andere eher nostalgisch zurückblicken und ihren Kollegen Trost spenden, müssen wenige Flugbegleiter den Betrieb weiterhin aufrechterhalten.

Ein Twitter-User vergleicht die Situation mit einer Szene aus dem Film „Titanic“. Dazu schreibt er: „Du willst wissen, wie es ist, ein Flugbegleiter während der Coronavirus-Pandemie zu sein? Erinnerst du dich an die weiterspielende Band auf der ‚Titanic‘? Das sind wir alle.“ 

Besatzungsmitglieder von Tui Cruises bleiben trotz Kündigung an Bord

Auch die Besatzungen vieler Reedereien müssen die Stellung an Bord halten, auch wenn es derzeit keinen regulären Gästebetrieb gibt. Tui Cruises habe für ihre Crew-Mitglieder daher die Arbeitszeiten sowie die Vergütung angepasst. Man hätte eine Sondervereinbarung zur Regelung der Arbeitsbedingungen mit den Arbeitgebern der Schiffsbesatzung und der Internationalen Transportarbeitergemeinschaft (ITF) getroffen, so Tui Cruises gegenüber „Reise vor 9“. 

Besatzungsmitglieder, deren Verträge ausgelaufen sind, würden an Bord bleiben, da sie aufgrund von veränderter Ein- und Ausreisebestimmungen nicht in ihre Heimatländer geflogen werden können. Kost und Logis übernehme das Unternehmen.

Da die Umstände für die verbleibende Besatzung belastend sei, versuche man, den Aufenthalt an Bord so angenehmen wie möglich zu gestalten. Beispielsweise seien Restaurants, Bars und das Pooldeck für die gesamte Besatzung geöffnet. Und alle hätten kostenlose Internetkontingente erhalten, damit sie ihre Familien zu Hause kontaktieren können.