Die Lufthansa Group fliegt wegen der Corona-Pandemie derzeit nur mit zehn Prozent der eigenen Kapazitäten. Das führt dazu, dass zahlreiche Passagiere nun das Geld für den ausgefallenen Flug zurückhaben möchten. Für die Airline eine Herausforderung.

Denn der Konzern soll bereits am vergangenen Samstag, 21. März, die Online-Stornierungsfunktion in den Reservierungssystemen und auf den Websites der Konzern-Airlines deaktiviert haben. Das habe die Fluggesellschaft in ihrem Expert Newsletter für Reisebüros und Veranstalter thematisiert, wie das Branchen-Portal „Airliners“ berichtet. 

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Tickets können weiterhin telefonisch storniert werden

Darin heißt es demnach, bereits eingereichte Stornierungsanliegen würden zu einem späteren Zeitpunkt bearbeitet, die Erstattungsfunktion sei auf den Portalen bis auf Weiteres ausgesetzt.

Auf Nachfrage des Portals sagte ein Sprecher der Lufthansa Group, dass es sich bei dem Vorgang um eine Systemumstellung handele. Ticketstornierungen seien weiterhin telefonisch möglich. 

Die Hotline des Konzerns ist allerdings aufgrund des hohen Anrufaufkommens seit Tagen überlastet. Das bringt nicht nur Endkunden in die Bredouille, auch Reisebüros bleiben vorerst auf den Flugkosten sitzen. Der Lufthansa-Sprecher weist aber darauf hin, dass die Tickets nicht an Wert verlieren. Die Airline hat in diesem Zuge auch den Zeitraum für kostenfreie Stornierungen und Umbuchungen bis zum 31. August verlängert, wie es in einer Pressemitteilung heißt. 

Kunden, die sich für eine Umbuchung entscheiden, bekommen dafür sogar ein kleines Dankeschön von der Fluggesellschaft: 50 Euro Rabatt auf den neuen Flugzeitraum. 

Juristen zweifeln gesetzliche Grundlage an

Für die Reiseveranstalter bedeutet das jedoch Unsicherheit. Denn sie kommen durch die Aktion der Lufthansa in Zahlungsschwierigkeiten.

Da die Airline sie zudem mit der Abschaltung der Funktion überrascht habe, sähen einige Juristen keine gesetzliche Grundlage für das Aussetzen der Online-Stornierungsoption, auch das Wort Betrug sei in dem Zusammenhang schon gefallen, berichtet „Travel Inside“. Die Lufthansa Group hat weitere Informationen angekündigt.