Kristallklares Wasser, unberührte Natur und (fast) keine Menschenseele weit und breit, das zeichnet die kleine Insel Budelli vor der Küste Sardiniens aus. Auf der nur 1,6 Quadratkilometer großen Insel lebt seit mehr als 30 Jahren der Aussteiger Mauro Morandi.

Und in diesen Zeiten kommt ihm die Erfahrung mit Einsamkeit zugute. In Italien herrscht seit Wochen Ausgangsperre, doch der 81-Jährige darf sich nach wie vor frei bewegen auf der Insel, da er ihr einziger Bewohner ist. Schon häufiger haben ihn Filmteams besucht... 

Aussteiger strandet auf Insel Budelli – und bleibt

Dass der frühere Sportlehrer auf Budelli landete, ist einem Zufall geschuldet. Mit 50 Jahren wollte Mauro auswandern aus Italien, ganz weit weg, am liebsten nach Polynesien in die Südsee. Also machte er sich mit einem Segelboot auf den Weg. Seine Reise endete aber bereits nach wenigen Seemeilen abrubt, da sein Boot einen Schaden erlitt.

So strandete er auf Budelli, verliebte sich in das winzige Eiland, dass zur Inselgruppe La Maddalena gehört, und wohnt dort bis heute. Langweilig werde ihm nie, berichtete er „CNN“. „Ich lese viel und ich denke viel nach. Ich glaube, viele Leute haben Angst davor zu lesen. Denn wenn sie es tun, beginnen sie automatisch, Dinge über das Leben zu hinterfragen, und das kann gefährlich sein. Wenn du Dinge in einem anderen Licht betrachtest und kritisch hinterfragst, könnten viele ihre getroffenen Entscheidungen bereuen.“

Bewohner der einsamen Insel gibt Tipps für Isolation und Ausgangssperre

Allen Leuten, die sich jetzt in soziale Isolation begeben müssen, empfiehlt er, die Lage anzunehmen und nicht zu klagen. Jetzt würden die Menschen gezwungen werden, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, dass sei doch etwas Positives.

Trotz des Einsiedlerdaseins bekommt Mauro aber nach wie vor mit, was um ihn herum in der Welt passsiert. Seine Quelle nach draußen: ein Smartphone. So hält er auch Kontakt zu seiner Familie, die in Modena im Norden Italiens lebt; in der Region, die besonders stark vom Coronavirus betroffen ist.

Sein Smartphone nutzt er aber nicht nur als Nachrichtenquelle. Er postet auch regelmäßig Bilder in den sozialen Netzwerken. Auf Instagram hat er über 40.000 Follower, auf Facebook gefällt seine Seite immerhin 15.000 Menschen.

Eine Botschaft hat er noch für alle, die jetzt freiwillig oder gezwungenermaßen zu Hause bleiben müssen. „Ich bleibe jeden Winter in meinem Haus. Für Monate. Nur sehr selten gehe ich über die Insel. Also wo zum Teufel ist das Problem, einmal zwei Wochen zu Hause zu bleiben? Das ist doch absurd.“