Die Corona-Pandemie führt in vielen Ländern zu massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Hotels werden vom einen auf den anderen Tag geschlossen, Flüge gestrichen. Die deutsche Regierung hat mit ihrer großen Rückholaktion nach Angaben des Auswärtigen Amtes zwar bereits mehr als 130.000 gestrandete Urlauber zurück nach Deutschland gebracht.

Deutsche sitzen wegen Corona auf Philippinen fest

Doch Tausende Touristen sitzen nach wie vor an ihrem Urlaubsort fest. Auch Elnaz Mahmudnoruzy (23) hat es getroffen, sie hängt mit vier Freunden auf der philippinischen Insel Cebu fest. Die Gruppe wartet seit zehn Tagen auf einen Flug – niemand weiß, wie es weitergeht. Sie starteten einen verzweifelten Hilferuf über Instagram, die Nerven liegen offensichtlich blank.

„Unsere Laune hat den Tiefpunkt erreicht. Wir sind völlig fertig“, sagt Elnaz im Gespräch mit dem reisereporter. Das Auswärtige Amt würde den Eindruck vermitteln, dass die Rückholaktion gut voranginge. „Davon spüren wir hier aber nichts. Es gibt keine verbindlichen Ansagen für uns von den Behörden, jeden Tag gibt es schlechte Nachrichten“, sagt die 23-Jährige.

Am Dienstagmorgen (Ortszeit) seien drei für die nächsten Tage geplante Rückholflüge von Cebu nach Deutschland gestrichen worden.

Urlauber stehen gedrängt vor dem Flughafengebäude auf der philippinischen Insel Cebu. Sie alle wollen mit der Rückholaktion der Bundesregierung nach Deutschland.

Geplante Rückholflüge nach Deutschland abgesagt

Jeden Tag würden sie sich neu auf der Website für die Rückholaktion registrieren, so wie es die Behörden fordern. Hilfe von der Botschaft? „Die ist geschlossen, die Telefonnummer dauerbesetzt.“ Die Hotline des Auswärtigen Amts? Selten zu erreichen. Viele Infos hätten sie nur über eine Whatsapp-Gruppe bekommen, in der etwa 250 gestrandete Urlauber auf Cebu Mitglied seien.

Die Wartezeit im Urlaubsparadies einfach genießen kann niemand. Viele der Gestrandeten würden inzwischen vor dem Flughafen von Cebu kampieren – doch das ist den Freunden zu riskant.

Deutsche harren auf Cebu in inoffiziell gemieteter Wohnung aus

Sie harren in einer Wohnung aus, die sie inoffiziell gemietet hätten. Offiziell dürften auf Cebu keine Unterkünfte mehr vermietet werden. „Der Vermieter sagt, wir sollen uns bedeckt halten. Daher gehen wir nur noch zum Einkaufen vor die Tür“, sagt die Hamburgerin. Wie lange sie in der Wohnung bleiben dürfen? „Das wissen wir nicht.“

Den Kontakt nach Deutschland halten sie via Handy – auch zu den Arbeitgebern. Doch da sich die Informationen so häufig änderten, sei es schwierig vorherzusagen, wann sie ihren Rückflug antreten können.

Das Auswärtige Amt teilt auf reisereporter-Anfrage mit: „Wir arbeiten mit den Flugunternehmen und den Behörden vor Ort mit Hochdruck daran, dass die verschobenen Flüge schnellstmöglich stattfinden können. Unsere Botschaft in Manila wird die Betroffenen umgehend informieren, sobald konkrete Daten feststehen.“

Elnaz und ihre Freunde wünschen sich jedoch nur eines: „Eine klare und verlässliche Aussage. Unsere Nerven liegen blank!“