Soziale Kontakte sollen gemieden werden. Wer trotzdem raus an die frische Luft möchte, geht am besten dorthin, wo viel Platz ist. In die Natur. Zumindest, so lange es in seinem Bundesland keine komplette Ausgangssperre gibt. 

Doch für einen normalen Waldspaziergang sind viele Kinder nur schwer zu begeistern, vor allem, weil man in diesen Zeiten nur mit der eigenen Familie, die im Haushalt lebt, und nicht mit Freunden losziehen darf.

Gerade im Februar, als das Ausmaß der Corona-Krise noch gar nicht absehbar war, ist das Buch „Abenteuer mit Kindern*“ von Sven Wehde (44), Blogger sowie Redakteur bei der Madsack Mediengruppe, erschienen. Er berichtet über verschiedene Möglichkeiten für Abenteuer mit Kindern in der Natur und verrät Tipps und Tricks zum Nachmachen.

Für den reisereporter empfiehlt er zehn schnelle Ideen aus dem Buch für kleine Frühlings-Abenteuer vor der Haustür. Für Übernachtungen oder Touren auf dem Wasser ist es zwar noch zu kühl, aber trotzdem lässt sich draußen viel erleben, das auch Kindern Spaß macht. Das sind die Top-Ten-Abenteuerausflüge von Sven Wehde und seiner Familie:

1. In der Natur kochen

Dieses Abenteuer geht schnell und Kinder lieben es. Das kann das Stockbrotbacken im Garten sein, aber noch schöner ist es, auf einer Wanderung oder bei einem kleinen Waldspaziergang den Kocher rauszuholen und für alle einen heißen Kakao oder eine Portion Nudeln zuzubereiten.

Aber man kann natürlich auch ein richtiges Outdoor-Kochevent aus einem Ausflug oder der Zeit im Garten machen. Da offenes Feuer in der Wildnis zu Recht fast überall verboten ist, nimmt man am besten einen Kocher.

Zur Auswahl stehen Gaskocher (Vorteil: Man kann die Hitze regulieren), Esbit-Kocher (Vorteil: sehr klein und leicht zu verstauen) oder die ebenfalls leichten und kleinen Spiritus-Kocher. Geeignetes Kochgeschirr gibt es in jedem Outdoorgeschäft und natürlich auch online zu bestellen.

Man hat allerdings in der Regel nur eine Flamme, das heißt, es ist beim Outdoor-Kochen nur schwer möglich in einem Topf Nudeln zu kochen, während in dem anderen die Sauce köchelt und in einer Bratpfanne der Bacon brutzelt. Das Zauberwort heißt hier One-Pot-Rezepte. Das sind Gerichte, die in nur einem Topf gekocht werden.

2. Eine Kompasswanderung

Spannender kann eine Wanderung kaum sein. Erstmal sucht die Familie sich ein Ziel, an dem eine Belohnung auf die erfolgreichen Pfadfinder wartet. Das kann in Nicht-Corona-Zeiten zum Beispiel eine Eisdiele oder ein toller Abenteuerspielplatz sein, am besten irgendwo in der Nähe eines großen Waldes.

Wie Früher: Bei einer Kompasswanderung bleibt das heißgeliebte Smartphone Zuhause. (Symbolbild)

Da jetzt fast alles geschlossen ist und Kontakte ja gemieden werden sollten, kann man auch einen Schatz irgendwo verstecken. Die Abenteuertour startet am anderen Ende des Waldes. Die Kinder müssen dann mit der Unterstützung der Eltern versuchen, das Ziel nur mit Hilfe einer Karte und eines Wander- beziehungsweise Marschkompasses zu erreichen.

Einfache Kompasse gibt es bereits für unter zehn Euro, die reichen für eine spielerische Tour völlig aus. Das Smartphone mit Google Maps oder das GPS-Gerät bleiben in der Tasche. Nur vorsichtshalber schaut Mama oder Papa zwischendurch doch mal kurz auf dem Handy nach, ob die grobe Richtung noch stimmt - und hilft gegebenenfalls mit kleinen Tipps.

3. Der Hexenschatz im Wald

Kinder lieben es, Schätze zu finden. Dafür kann man ein paar Süßigkeiten und ein kleines Spielzeug in eine Kiste tun. Eine hölzerne Truhe ist natürlich toll, aber ein Schuhkarton tut es auch. Vorsichtshalber sollte der Schatz dann zum Schutz vor Feuchtigkeit und Tieren in einen blauen Müllsack gewickelt werden, um ihn anschließend im Wald an einem markanten Baum unter Laub zu verstecken.

Mit Straßenmalkreide können noch ein paar Fantasiezeichen an Bäume gemalt und schließlich eine kleine, einfache Schatzkarte gezeichnet werden, die Eltern dann mit den Kleinen ganz zufällig im Garten finden... Keine Sorge, im Alter von vier oder fünf Jahren muss das nicht alles stimmig sein, da reicht der Glaube und die Fantasie der Kinder.

Besonders für Kinder ist eine Schatzsuche ein großes Vergnügen. (Symbolbild)

Dann geht es los in den Wald und alle holen sich den Schatz der Hexe. Unheimliche Geräusche, einsetzende Dunkelheit oder Sätze wie „Ich glaube, ich habe da eben eine gruselige Gestalt hinter dem Baum gesehen” können vorsichtig und entsprechend des Mutes der Kinder eingesetzt werden.

Sie sollen es ja spannend und aufregend finden, aber am Ende kein Trauma haben. Am Strand kann die Aktion auch als Piratenschatzsuche wiederholt werden. Dafür wird die Kiste im Dünensand vergraben und die Stelle mit Steinen markiert.

4. Schatzsuche-Olympiade

Eine andere Version der Schatzsuche ist die Olympiade. Dabei versteckt man den Schatz irgendwo im Haus. Doch um das Versteck zu finden, müssen die Kinder vorher draußen Aufgaben lösen.

Für jede geschaffte Herausforderung bekommen sie einen Buchstaben des Namens des Verstecks. Die Aufgabe können Rätsel sein, aber am schönsten ist es, wenn die Kinder etwas schaffen müssen, zum Beispiel über einen umgestürzten Baum balancieren.

5. Morgendämmerung in der Natur

Wenn die Nacht dem Tag weicht und die Sonne sich langsam ankündigt, sind die Tiere im Wald am aktivsten. Sie wissen schließlich, dass wir Menschen zu dieser Zeit am liebsten noch schlafen und im Wald noch Ruhe herrscht.

Am besten fragt man den ansässigen Jäger oder Förster vorher, ob sie einen Platz empfehlen können, an dem oft Tiere zu sehen sind. Vielleicht erlauben sie dann ja sogar ein kleines -Frühstücks-Picknick auf dem Jägerstand.

Doch Vorsicht beim Querfeldeingehen, Wildschweine haben jetzt im Frühjahr Frischlinge und verstehen keinen Spaß, wenn sie überrascht werden.

6. Geocachen

Die Kinder mögen Handys, aber eben auch Schatzsuchen und Schnitzeljagden? Dann kann Geocaching ein tolles kleines Abenteuer für die Familie sein. Wenn ein Schatz gesucht wird, laufen Kinder schließlich viel lieber, schneller und ausdauernder.

Und diese Schätze gibt es fast auf der ganzen Welt, denn die Geocaching-Gemeinde ist riesig. Der Schatz heißt eigentlich „Cache“, das ist meistens ein kleiner Behälter, in dem ein kleines Büchlein ist, in das sich Finder eintragen können.

Zudem ist oft ein kleines Präsent darin, das man mitnehmen darf. Dafür lässt man aber ein neues Geschenk da. Um den Cache zu suchen braucht man einen speziellen GPS-Empfänger oder ein GPS-Taugliches Smartphone sowie die dazugehörige App.

Die Koordinaten der Verstecke, die einen bis auf wenige Meter heranführen, findet man auf Seiten wie opencaching.de. Die Caches werden dabei auch beschrieben, damit der Sucher vorab weiß, in was für einem Gelände der Cache versteckt ist und wie schwer er zu finden ist.

Denn es gibt zwar viele Verstecke in der Natur, aber eben auch einige in der Stadt. Einige sind leicht zu finden, andere aber auch an schwer erreichbaren Stellen auf Bergen oder in Ruinen, die für eine Suche mit Kindern nicht geeignet sind.

Wenn Eltern sicher gehen wollen, dass die Kinder ein Erfolgserlebnis haben und der Cache auch auf jeden Fall da ist, gefunden wird und der Inhalt auch noch für Freude sorgt, kann man ihn natürlich auch selber verstecken und dann die Kinder suchen lassen. Mehr Spaß macht es aber, wenn Eltern selber mitsuchen können.

7. Ein Mittel gegen die Pubertät – Rollerskater-Tour:

Wenn Kinder in die Pubertät kommen, haben sie oft keine Lust mehr auf Spaziergänge oder Wanderungen, egal welcher Art. Dann müssen Eltern sich am Besten auf die Interessen der Kinder einstellen.

Für ältere Kinde eine gute Gelegenheit, sich auszupowern: Inlineskating.

So kann es sein, dass die Kids zwar eine Wanderung langweilig finden, aber eine Inliner- oder Rollschuhtour mit den Eltern spannend.

Die Herausforderung ist es, für so eine Tour die richtige Strecke zu finden, denn man braucht ja durchgehend Asphalt und möchte nicht mit den Kindern auf Straßen mit Autoverkehr fahren. Es gibt jedoch gute Fahrradkarten, die den Belag der Radwege jeweils mit anzeigen.

8. Indianerschleichen

Wer Rehe im Wald beobachten möchte, muss leise unterwegs sein. Das lässt sich mit einem tollen und spannenden Spiel üben. Gemeinsam durchquert man mit den Kindern ein kleines Waldstück.

Ziel ist es, so wenig Geräusche wie möglich zu machen. Also nicht reden und nicht auf herumliegende Äste treten. Wer ein lautes Geräusch macht, bekommt einen Minuspunkt. Wer am Ende die wenigsten Punkte hat, gewinnt.

9. Unterschlupf bauen

Einfach mal einen ganzen Nachmittag mit den Kids und Proviant im Wald verbringen, um eine coole Hütte zu bauen, macht richtig Spaß. Man geht dafür am besten in einen klassischen Laubwald mit viel Totholz. Es gibt zwei beliebte Varianten: das Tipi und das klassische Waldzelt.

Für das Waldzelt legt man einen großen und langen Ast mit der einen Seite in eine ein- bis eineinhalb Meter hohe Astgabel und mit der anderen auf den Boden oder auf eine niedrigere Astgabel. Dann stellt man zunächst von einer Seite Stöcke schräg gegen den Mittelast. Das Ganze kann dann noch mit Tannenzweigen oder Moos abgedichtet werden. So hat man schon mal einen einseitigen Unterschlupf.

Natürlich kann man auch auf der anderen Seite noch eine „Zeltwand“ bauen, sollte dann nur den Eingang nicht vergessen. Wichtig: Der Mittelast, der das Gewicht trägt, sollte nicht zu morsch sein, damit er nicht zusammenbricht. Er darf jedoch auch nicht zu dick und zu schwer sein, damit sich niemand verletzt, falls die Konstruktion mal zusammenkracht.

10. Boßelausflug

Wer aus Norddeutschland kommt, kennt diese Tradition bestimmt. Das Boßeln. In Friesland ist das ein richtiger Volkssport. Kurz erklärt geht es darum, einen schönen Spaziergang an der frischen Luft zu machen und sich dabei im Kugelweitwerfen zu messen.

Dafür bildet man zwei Teams und jede Mannschaft versucht nun die vorher festgelegte Strecke mit den wenigsten Würfen zurückzulegen. Um zusammenzubleiben wirft immer die Mannschaft, deren Kugel weiter zurückliegt. Damit man nicht durcheinander kommt, werden die Würfe aufgeschrieben.

Norddeutscher Nationalsport, der sich auf für Kinder hervorragend eignet: Boßeln.

Die Friesen sind bei den Wettkämpfen oft auf einsamen Straßen unterwegs, auf denen die Kugeln weit rollen (außerdem haben sie einen Bollerwagen mit allerhand Leckereien und Getränken dabei).

Doch das Boßeln funktioniert auch wunderbar bei einem Waldspaziergang oder im heimischen Garten. Die Originalkugeln (ein Set kostet um die 50 Euro) springen und rollen auch auf den Naturwegen richtig gut. 

Abenteuer mit Kindern*“ gibt es online bei Amazon und stationär in vielen Geschäftsstellen der Zeitungen der Madsack Mediengruppe.

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