Die Corona-Pandemie durchkreuzt nicht nur die Reisepläne im Ausland, sondern auch in Deutschland. Die Bundesländer an der Nord- und Ostsee haben bereits Mitte März entschieden, die Inseln für Touristen zu sperren und alle Hotels, Ferienwohnungen und Restaurants zu schließen.

Schnellstmöglich, spätestens bis 25. März, sollten alle Urlauber die deutschen Inseln verlassen, sodass sich nur noch Personen mit erstem Wohnsitz dort aufhalten. Das gilt für die beliebten Inseln Rügen, Usedom, Poel und Hiddensee in Mecklenburg-Vorpommern ebenso wie für Norderney, Wangerooge und Borkum in Niedersachsen sowie für Sylt, Amrum und Fehmarn in Schleswig-Holstein. Sie wurden schrittweise abgeriegelt und bleiben zunächst bis zum 18. April für Urlauber dicht, darauf einigten sich letztlich die Ministerpräsidenten.

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Polize kündigt Strafen für Touristen auf Norderney an

Aber: Nach Angaben der Inselgemeinde Norderney befanden sich am Sonntag noch immer 4.000 Touristen vor Ort. Aufgrund dessen hatte der Landkreis Aurich per Allgemeinverfügung angeordnet, dass alle Touristen die Inseln Norderney, Baltrum, Juist und auch das Binnenland schon bis zum 22. März verlassen mussten – drei Tage früher als geplant.

Auch Handwerker und Bauarbeiter haben Einreiseverbot. Nur Menschen, die den Bedarf an Strom, Wasser, Gas und die medizinische Versorgung sicherstellen, dürfen von außen auf die Inseln.

Um die Räumung konsequent voranzutreiben, will die Polizeiinspektion Aurich nun die Polizeipräsenz auf den Inseln deutlich erhöhen. Wer sich jetzt noch unrechtmäßig dort aufhält, muss mit einer Strafe rechnen, kündigt die Polizei in einer Mitteilung an.

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Urlauber versuchen, illegal Ferienwohnungen zu mieten

Die meisten Urlauber kommen der Aufforderung gelassen nach: „Wir sind eigentlich für vier Wochen auf der Insel, aber wir haben vollstes Verständnis dafür, dass man zum Schutz der Inselbewohner die Insel auch wieder verlässt“, so ein Urlauber gegenüber dem Sender „RTL“.

Andere suchen hingegen nach Schlupflöchern und versuchen, Ferienwohnungen zu mieten, da die Hotels geschlossen sind. „Wir haben derzeit deutliche Hinweise darauf, dass sich einige Besucher nicht an diese Verfügung halten wollen beziehungsweise dass einige Vermieter sich darüber hinwegsetzen könnten“, heißt es von der Polizei Aurich.

Daher gebe es seit Sonntag, 22. März, auf Norderney zusätzliche Unterstützung bei den Lautsprecherdurchsagen und den Kontrollen im Bereich von vermieteten Objekten. Bei Verstößen erhalten Vermieter eine Strafanzeige und Touristen müssen die Insel kostenpflichtig verlassen. Gleiches gelte für Campingplätze und deren Besucher. Auch dort soll zusätzlich kontrolliert werden.

Auch auf Fehmarn widersetzen sich einige Touristen und Vermieter den Anordnungen, es soll sogar einen illegalen Gästeschmuggel geben, berichten die „Kieler Nachrichten“. Offenbar sollen einige Vermieter Besucher mit ihrem Privatauto auf die Insel holen. Deshalb kommt es auch dort zu verstärkten Kontrollen.

Diese Maßnahmen werden auf Sylt und Fehmarn durchgeführt

Die Landesregierung Schleswig-Holstein hat neben den Touristen auch alle Menschen mit Zweitwohnsitz zur Abreise aufgefordert. Aufgrund von Allgemeinverfügungen der Kreise Ostholstein und Nordfriesland müssen Betroffene nun ihre Wohnungen unter anderem auf Sylt, Amrum und Fehmarn verlassen. Die Polizei kontrolliert Autos ohne das Kennzeichen NF.

Auch Fluganreisen auf die Insel Sylt sind untersagt. Bewohner, die von den Beschränkungen ausgenommen sind, sollten auf eine Anreise per Flug verzichten, heißt es von der Polizei. 

Polizei appeliert an Vernuft der Urlauber

„Wir würden uns wünschen, dass diese Maßnahmen nicht notwendig werden und wir unsere Polizeikräfte alsbald wieder in anderen Bereichen einsetzen können, wo sie gebraucht werden“, so die Polizei Aurich, die damit noch mal eindringlich an die Vernunft der Urlauber appelliert und darum bittet, die Insel zu verlassen.