Halbzeit im Südafrika-Urlaub von Michael (67) und Desiree Fabianek (50), doch plötzlich ist es vorbei mit dem guten Gefühl. Das Ehepaar aus Berlin wollte eigentlich bis zum 3. April in Kapstadt bleiben, doch ihre Fluglinie Turkish Airlines hat alle Flugverbindungen nach Deutschland eingestellt. „Dort ist seit Tagen niemand zu erreichen. Nur im Internet haben wir erfahren, dass Deutschland nicht mehr angeflogen wird“, sagt der 67-Jährige.

Südafrika bittet Touristen, die Heimreise anzutreten

Zudem hat Südafrikas Regierung alle Touristen gebeten, unverzüglich die Heimreise anzutreten, eine Visapflicht wurde wieder eingeführt. Jetzt versuchen die Fabianeks beim Konsulat in Kapstadt einen Termin zu bekommen. So wie den Berlinern geht es weltweit Tausenden Deutschen.

Deutschland plant bis zu 40 Rückholflüge

Außenminister Heiko Maas gab gestern bekannt, eine Luftbrücke zu organisieren, 50 Millionen Euro werden für ein Rückholprogramm zur Verfügung gestellt. Dafür wird mit kommerziellen Fluganbietern wie der Lufthansa vereinbart, in den kommenden Tagen Reisende aus besonders betroffenen Gebieten wie Marokko, Ägypten, der Dominikanischen Republik, den Philippinen und den Malediven nach Hause zu holen.

Allein in Marokko soll es um eine höhere vierstellige Zahl gehen. Der Bundesaußenminister rechnet mit 30 bis 40 Rückholflügen für Urlauber. Außerdem sprach die Bundesregierung eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen aus. Damit solle verhindert werden, dass noch weitere Bundesbürger im Ausland stranden.

Rückflug aus Südafrika ist fast unbezahlbar

Für die Fabianeks gibt es noch keine Lösung. Ihre Tochter Nina hat aus Bogota, wo sie wegen eines (wegen Corona kurzfristig abgesagten) Yoga-Workshops war, einen Rückflug nach Deutschland ergattern können – für unerschwingliche 3000 Euro. Doch die Angst, das südamerikanische Land, das seine Grenzen geschlossen hat, nicht mehr verlassen zu können, war zu groß.

Die Berliner Agenturinhaberin Anika Bors (35), die als Podcast-Producerin und Ernährungsexpertin seit Anfang Februar auf der malaysischen Insel Pulau Langkawi lebt und arbeitet, möchte vorerst bleiben. Einen Corona-Infizierten gibt es bereits auf der Insel, dazu 23 unbestätigte Fälle. „Ausländer dürfen vorerst bleiben“, sagte sie, wer aber neu ankomme, werde wieder zurückgeschickt. Hat sie Angst? „Eher davor, zurück nach Deutschland zu müssen, als hier zu bleiben.“