Chris Hemsworth hat es getan, Hugh Jackmann hat es getan und Rafael Nadal auch. Die Schauspieler und der Sportler haben ein Selfie mit dem wohl bekanntesten Bewohner von Westaustralien gemacht: dem Quokka. Das Kurzschwanzkänguru ist in den sozialen Netzwerken ein echter Star. Tausende Fotos finden sich unter dem Hashtag #quokkaselfie.

Quokka hat Tourismus auf Rottnest Island angekurbelt

Die Bekanntheit und Beliebtheit des Tieres hat auch den Tourismus angekurbelt – vor allem auf Rottnest Island. Dabei sind die Tiere mit den schwarzen Knopfaugen, der Stupsnase und dem etwa 30 Zentimeter langen Schwanz gerade einmal 40 bis 60 Zentimeter groß und wiegen maximal 4,2 Kilogramm. Aber sie sind besonders niedlich – und vor allem zutraulich.

Etwa 10. 000 bis 12.000 von ihnen sollen auf der Insel leben, die 19 Kilometer vor der Küste von Fremantle liegt. „Im vergangenen Jahr hatten wir rund 80.000 Besucher, vor dem Selfieboom waren es nur rund 50.000. Eine solche Entwicklung hatten wir erst in zehn Jahren erwartet“, sagt Katie Melville von der Rottnest Island Authority.

Bei einer Tour auf Rottnest Island gibt es immer wieder etwas zu entdecken - etwa diesen Leuchtturm.

Wie viele andere Westaustralier kennt Melville die Insel, die innerhalb von 30 Minuten vom Festland mit der Fähre erreichbar ist, bereits seit ihrer Kindheit. „Viele Familien verbringen ihre Ferien auf der Insel“, erzählt die 32-Jährige. Ihren Aufenthalt nutzen die meisten dann auch, um ihren Kindern das Fahrradfahren beizubringen. Denn Rotto, wie die Einheimischen die Insel nennen, ist autofrei. Die elf Kilometer lange und viereinhalb Kilometer breite Insel lässt sich tatsächlich am besten mit dem Fahrrad oder dem E-Bike entdecken.

Rottnest Island am besten mit dem Fahrrad erkunden

Wie gut die Entscheidung für ein batteriebetriebenes Fahrrad war, merken wir schon nach den ersten Kilometern. Rottnest ist ziemlich hügelig. Obwohl die Sonne während unseres Aufenthaltes nicht allzu viel Kraft hat, kommen wir schnell ins Schwitzen. Auf unserem Weg zum West End der Insel reiht sich ein traumhafter Strand an den nächsten. 63 davon gibt es auf Rottnest Island, 20 der Buchten sind zum Schwimmen, Schnorcheln oder Surfen geeignet.

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Auf der kleinen Insel Rottnest Island vor der Küste von Fremantle gibt es 63 Strände und 20 Buchten wie die Little Parakeet Bay.


Am West End angekommen lassen wir den atemberaubenden Ausblick auf die Klippen und den weiten Ozean auf uns wirken. Dabei entdecken wir eine Gruppe Delfine im Wasser. Nur ein paar Hundert Meter weiter schwimmen Seelöwen. „Es gibt außerdem mindestens drei Nester von Fischadlern auf der Insel, eines davon ist mindestens 70 Jahre alt“, verrät Melville. Die Vögel kommen im Sommer zum Brüten nach Rottnest Island. Ein Grund dafür ist die reiche Auswahl an Fischen im Meer rund um die Insel.

Lobster fangen bei der Wild Seafood Experience

Die kommt auch Reisenden zugute – etwa bei einer Wild Seafood Experience. Während einer zweieinhalbstündigen Bootsfahrt sehen die Teilnehmer die Insel nicht nur aus einer ganz neuen Perspektive. Sie bekommen auch die Chance, selbst Western Rock Lobster, eine australische Langustenart, zu fangen. Dabei kann es allerdings ziemlich schaukelig werden. Zum anschließenden Essen mit jeder Menge frischem Seafood steuert die Crew deshalb eine der geschützter gelegenen Buchten an.

Bei der Wild Seafood Experience im Meer rund um Rottnest fischen die Teilnehmer nach Western Rock Lobster. Deckhand Ed Bridfield achtet genau darauf, dass die Tiere die richtige Größe haben (links). Sam Liu (rechts) aus Perth muss das Tier wieder ins Meer werfen.


Genießer kommen auch in Perth auf ihre Kosten. Die Millionenstadt wird regelmäßig zu einer der lebenswertesten Städte der Welt gewählt. In Perth gibt es mehr Restaurants pro Einwohner als in jeder anderen Metropole Australiens. Die Hauptstadt Westaustraliens ist der perfekte Ausgangspunkt für Touren durch den größten australischen Bundesstaat, der etwa ein Drittel des Kontinents einnimmt. Es lohnt sich aber auch, die Stadt selbst zu entdecken.

Hauptstadt Perth hat sich rasant entwickelt

Sie hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung durchgemacht. Dazu hat vor allem die Verlegung eines Teils des öffentlichen Nahverkehrs in den Untergrund beigetragen. Auf diese Art entstand eine Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und dem lebendigen Kultur- und Ausgehviertel Northbridge. Herzstück ist der neue Yagan Square, ein öffentlicher Platz mit Markthalle, Gastronomie, Gärten und jeder Menge Kunst.

Die Hauptstadt des Bundesstaates hat sich rasant entwickelt – der Yagan Square im Zentrum zeugt davon.

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In der ganzen Stadt gibt es viel Kunst

Kunst spielt auch an vielen anderen Orten im Stadtgebiet eine große Rolle. Das liegt auch an einem State Law, das vorschreibt, dass Bauherren, die für mehr als eine Million australische Dollar neue Gebäude errichten, mindestens ein Prozent der Kosten in Kunst im öffentlichen Raum investieren müssen.

Ein besonderer Blickfang im Stadtzentrum ist seit Ende vergangenen Jahres auch die Front des neuen Hotels The Adnate. Das Hotel wurde nach dem australischen Street-Art-Künstler Matt Adnate benannt. Sein Kunstwerk Mega Mural erstreckt sich über die kompletten 25 Stockwerke an der Fassade. Im Inneren gibt es nicht nur weitere Originale, sondern auch Reproduktionen der 30 wichtigsten Werke des Künstlers. Das Hotel passt damit ideal in die Nachbarschaft.

Das Mega Mural des Street-Art-Künstlers Matt Adnate an der Fassade des Adnate Hotels in Perth erstreckt sich über 25 Stockwerke.


Nur ein paar Gehminuten entfernt entdecken Besucher die Forgotten Spaces der Stadt. Im Rahmen des gleichnamigen Projektes wurden vor wenigen Jahren einige Straßenzüge mit Street-Art wiederbelebt. Seitdem haben sich vielerorts auch neue Bars und Restaurants angesiedelt, die zum Ruf der Stadt als Foodie-Place beitragen.

Margaret River Region ist bekannt für ihre Weine

Noch viel mehr Kulinarisches gibt es etwa drei Stunden Autofahrt südlich von Perth zu entdecken. Hier im Südwesten befindet sich eines von neun westaustralischen Weinanbaugebieten: die Margaret River Region.

In der Margaret River Region bieten mehr als 120 Weingüter Verkostungen an – das elegante Aravina Estate ist eines davon.


Mehr als 120 Weingüter bieten Verkostungen an. Einen Besuch lohnt etwa das Aravina Estate in Yallingup im Norden der Region. Das steht malerisch von Weinhügeln umgeben an einem kleinen See. Hortensienbüsche säumen die Wege auf dem großen, gepflegten Grundstück, auf dem auch ein Bach plätschert, in den Beeten blühen Rosen und Strelitzien.

Hier gibt es nicht nur Wein und gutes Essen. Im Weingut ist außerdem ein Museum untergebracht: die WA Surf Gallery. Die Region gilt nämlich auch als beliebter Surfspot. Im großen Ausstellungsraum sind Surfboards sowie die passende Kleidung, Trophäen, Fotografien, Zeitungsartikel und Magazine zu sehen.

Das Weingut Aravina Estate in der Margaret River Region bietet nicht nur Gutes für Genießer. Auf dem Gelände gibt es auch ein Museum, das dem Surfen gewidmet ist.


Auf den Hügeln um das Gutshaus reifen Trauben für Cabernet Sauvignon, Merlot, Shiraz, Malbec, Chenin Blanc und Chardonnay. Und nur wenige Kilometer weiter wartet schon das nächste Weingut auf Besucher.

Boutique-Brauerei bietet besondere Biere

Inmitten der Weingüter gibt es aber auch eine Adresse für alle, die lieber Bier trinken: Die Wild Hop Brewing Company ist eine kleine Boutique-Brauerei, die Biere in kleinen Mengen braut. Dabei entstehen so besondere Sorten wie das Earl Grey Tea Lager mit Teearomen. Auf der großen sonnigen Terrasse lassen sich die Besucher der Brauerei dazu kreative Gerichte aus saisonalen und lokalen Zutaten schmecken. Besonders beliebt ist bei vielen ein Snack, den das Küchenteam nach einer durchzechten Nacht kreiert hat: saure Gurke in Scheiben in einem Tempurateig frittiert. Schmeckt auch ganz ohne Kater.

Die Wild Hop Brewing Company in der Margaret River Region bietet Verkostungen an. Zum Bier wird Trüffelpopcorn gereicht – mit Trüffel aus der Region.

Im November kommen Gourmets zum Genussfest

Eine Reise in die Region lohnt sich für Genießer jedes Jahr vor allem Ende November. Dann steht das Genussfest Western Australia Gourmet Escape auf dem Weingut Leeuwin Estate auf dem Programm. Mehr als 50 weltberühmte Chefköche wie Nigella Lawson nehmen daran teil. Besucher haben dann die Chance, nicht nur hervorragende Weine zu probieren, sondern auch heimische Erzeugnisse. Außer Degustationen gibt es Vorträge und Meisterkurse zum Mitmachen.

Auf den 135 Kilometern des Küstenwanderweges Cape-to-Cape-Track gibt es viel zu sehen.

Atemberaubende Aussichten auf dem Cape to Cape Track

Die Region hat aber noch mehr als Kulinarisches zu bieten – etwa den berühmten Küstenwanderweg Cape to Cape Track. Die Route durch den Leeuwin-Naturaliste-Nationalpark ist 135 Kilometer lang, führt vom Cape Naturaliste im Norden bis zum Cape Leeuwin im Süden. Wer die ganze Strecke laufen will, muss dafür ungefähr acht Tage einplanen. Es lassen sich aber auch nur einzelne Abschnitte gehen – zum Beispiel mit Gene Hardy.

Die Margaret River Region ist ein Biodiversitätshotspot. Hier leben 6000 verschiedene Spezies.

Gene Hardy, Touranbieter

Der ehemalige Sportjournalist ist Vizepräsident der Friends of the Cape to Cape Track, also der Organisation, die sich der Pflege der Strecke verschrieben hat. Mit seiner Firma Cape to Cape Explorer Tours bietet er mehrfach ausgezeichnete Touren an. „Die Margaret River Region ist ein Biodiversitätshotspot“, sagt Hardy, „hier leben 6000 verschiedene Spezies.“

Mit dem Fatbike durch den Eukalyptuswald

Zu den Pflanzen, die in der Gegend vorkommen, gehören auch die Karribäume. Die Eukalyptusart wird hier nur Karri genannt. Die Bäume werden meistens bis zu 60 Meter hoch, können aber sogar eine Höhe von 90 Metern erreichen. Bei einer Fatbiketour mit Cam O’Beirne kommen wir den Karris im Boranup Karri Forest ganz nah – und haben ganz nebenbei jede Menge Spaß auf den Gefährten mit den dicken, breiten Rädern. Ganz zufällig begegnen wir dabei auch einem weiteren typischen Bewohner der Gegend: Im dichten Unterholz fressen sich zwei Emus satt.

Beim Valley of the Giants Tree Top Walk ganz im Süden sehen Reisende die Natur aus einer anderen Perspektive.

Baumriesen von oben sehen

Wer will, kann sich den Baumriesen aber auch in luftiger Höhe nähern: beim Valley of the Giants Tree Top Walk im Walpole-Nornalup-Nationalpark zwischen Denmark und Walpole. In schwindelerregenden 40 Metern Höhe führt der 600 Meter lange Baumwipfelpfad durch die Kronen der höchsten Eukalyptusbäume der Erde. Zurück am Boden lohnt es sich aber auch, die Augen offen zu halten. Vielleicht gelingt hier das #quokkaselfie. Denn auch in der Gegend leben die beliebten Social-Media-Stars aus Westaustralien.

Tipps für die Reise nach Westaustralien

Anreise: Flüge nach Perth sind für gewöhnlich täglich von Deutschland aus mit Umstieg etwa in Dubai oder Singapur möglich. Aktuell gilt jedoch wegen der Corona-Pandemie bis auf weiteres ein umfassendes Einreiseverbot für alle ausländischen Reisenden ohne ständigen Aufenthaltstitel in Australien. Insbesondere touristische Besuche sind grundsätzlich nicht gestattet, informiert das Auswärtige Amt.

Einreise: Deutsche benötigen für die Einreise nach Australien ein Visum, das sie vor Reiseantritt beantragen müssen. Das kostenlose eVisitor Visum ist zwölf Monate gültig und berechtigt innerhalb dieses Zeitraums zu beliebig vielen Australienaufenthalten von je maximal drei Monaten.

Beste Reisezeit: Perth gilt als sonnigste Stadt Australiens. Im australischen Sommer beträgt die Durchschnittstemperatur 29 Grad Celsius. Der Februar ist der heißeste Monat. Von Juni bis August liegen die Temperaturen bei etwa 12 Grad. Das Klima in der Margaret River Region ist mediterran mit Höchsttemperaturen von 25 bis 35 Grad. Im Winter liegen die Temperaturen bei 8 bis 16 Grad.

Unterkünfte: The Adnate (900 Hay Street, Perth): Stylishes Designhotel im Geschäftsviertel von Perth. Übernachtungen ab 179 AUD pro Nacht.
Olio Bello (36 Armstrong Road, Cowaramup): Glamping-Bungalows am See auf dem Gelände einer Olivenölfarm in der Margaret River Region. Übernachtungen ab 175 AUD pro Nacht.
Pullmann Bunker Bay Resort & Spa (Bunker Bay Road, Bunker Bay): Fünf-Sterne-Hotel mit 150 luxuriösen Villen am weißen Sandstrand in der Margaret River Region. Übernachtungen ab 230 AUD.

Olio Bello in der Margaret River Region gehört zu dem Top-Olivenölproduzenten. Auf dem weitläufigen Farmgelände am See stehen aber auch luxuriöse Glampingzelte.

Attraktionen:Rottnest Cruises: Die dreistündige Wild Seafood Experience mit Lobster-Fischen und fünfgängigem Seafood-Lunch und Getränken ist buchbar für 199 AUD für Erwachsene und 139 AUD für Fünf- bis Zwölfjährige.

Cape to Cape Explorer Tours: Mehrfach ausgezeichnete Touren auf dem Küstenwanderweg Cape to Cape Track – etwa als Halbtagestour für 165 AUD pro Person.

Margaret River Adventure Company: Zweieinhalbstündige Fatbiketouren durch den Karriwald bis zur Küste, 88 AUD pro Person.

Essen:Island Market Trigg Beach (364 West Coast Drive, Trigg): Stylishes Restaurant am Strand mit Blick auf den Ozean. Empfehlenswertes Frühstück.
Aravina Estate (61 Thornton Road, Yallingup): Mehrfach ausgezeichnetes Weingut mit feinem Restaurant in der Margaret River Region, das mit lokalen und saisonalen Produkten arbeitet.
Wild Hop Brewing Company (1301 Wildwood Road, Yallingup): Mikrobrauerei mit Restaurant in der Margaret River Region.
Yarri Restaurant & Bar (6/16 Cyrillean Way, Dunsborough): Zeitgenössisches Restaurant am Rand der Margaret River Region, das moderne, kreative Gerichte aus Zutaten aus Westaustralien auf der Karte hat.

Währung: Offizielle Landeswährung ist der australische Dollar (AUD). 1 Euro entspricht etwa 1,70 AUD.

App: Im App-Store ist die App Experience WA kostenlos erhältlich.

Weitere Informationen:Western Australia Visitor Centre, 55 William Street (Ecke Hay Street), Perth. Geöffnet: montags bis freitags 9 bis 17 Uhr, samstags und sonntags 9.30 bis 16 Uhr.

Die Reise wurde unterstützt von Tourism Western Australia. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.