Das Coronavirus macht auch vor der Kreuzfahrt-Branche nicht halt: Etliche Reedereien sagen bis auf Weiteres alle Kreuzfahrten ab, darunter auch Aida und Tui Cruises. Aber was ist mit den Kreuzfahrtschiffen, die derzeit noch unterwegs sind? 

Weil immer mehr Länder ihre Grenzen schließen, stecken auch mehr und mehr Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen fest. Denn denen wird das Anlegen an vielen Häfen dieser Welt aktuell untersagt – so soll die weitere Ausbreitung des Coronavirus gehemmt werden. 

Und so harren Tausende Passagiere dieser Tage auf Schiffen vor den Küsten zahlreicher Orte aus. Der reisereporter zeigt dir im Überblick, wie die Lage auf den betroffenen Kreuzfahrtriesen ist. 

„Artania“, Australien

Das Schiff der Reederei Phoenix hat das letzte Mal am 13. März Passagiere in Australien aufgenommen. Danach haben alle Häfen, die noch auf dem Reiseplan standen, dicht gemacht. Die Passagiere hatten die Wahl: Entweder von Australien aus mit dem Flieger nach Hause oder die Heimreise auf dem Schiff in einer Außenkabine antreten.

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199 Menschen haben sich für den Flug entschieden, die restlichen 832 Passagiere blieben an Bord. Nur wenige Tage später haben dann 25 von ihnen erste Krankheitssymptome gezeigt, bei sieben Reisenden wurde das Coronavirus bereits nachgewiesen. Mittlerweile liegt das Schiff wieder an einem australischen Hafen, die meisten Passagiere wurden ausgeflogen. Nun will Australien das Schiff schnellstmöglich wieder ins Meer schicken. 

„Aida Mira“, Kapstadt

Rund 1300 Urlauber saßen mehrere Tage auf dem Kreuzfahrtschiff „Aida Mira“ vor der Küste Kapstadts fest. Am 23. März dann die Erleichterung: Die Passagiere durften von Bord und befinden sich nun auf der Heimreise. 

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus sperrt Südafrika derzeit seine Häfen grundsätzlich für Kreuzfahrtschiffe. Touristen im Land werden gebeten, schnellstmöglich nach Hause zu fliegen. 

„MS Braemar“, Bahamas

Vier Passagiere und ein Besatzungsmitglied an Bord der „MS Braemar“ wurden positiv auf das Coronavirus getestet, wie das britische Unternehmen Fred Olsen Cruise mitteilte. Demnach befinden sich mittlerweile auch zwanzig Passagiere sowie ebenso viele Besatzungsmitglieder in Isolation an Bord, nachdem diese grippeähnliche Symptome zeigten.

Nachdem das Schiff zunächst vor den Bahamas ausharren musste, hat Kuba die Menschen an Bord mittlerweile aufgenommen und die medizinische Versorgung sowie die Heimreise der Touristen in die Wege geleitet. 

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„Silver Shadow“, Brasilien

Ein kanadischer Passagier wurde am Samstag positiv auf das Coronavirus getestet, nachdem er gemeinsam mit einem anderen Touristen als Verdachtsfall ausgeschifft wurde, wie die Reederei Royal Carribean bekannt gab.

Nachdem die 609 Passagiere vorübergehend in Quarantäne gesteckt wurden, haben am 22. März die letzten 102 Passagiere das Schiff verlassen, wie lokale Medien berichten. Der bestätigte Fall werde weiter in einem Privatkrankenhaus in Brasilien behandelt. 

„Silver Explorer“, Chile

Auch auf der „Silver Explorer“ wurde ein Passagier positiv getestet. Das Schiff liegt mittlerweile in Chile am Hafen. Der 83-jährige Brite wird an Land behandelt und befindet sich in gutem Zustand, die restlichen Passagiere und Besatzungsmitglieder befanden sich zunächst noch an Bord des Schiffes. Am 18. März gab es laut Medienberichten eine geheime Aktion, in der die Passagiere vom Schiff zum nächstgelegenen Flughafen gebracht wurden. 

„Golden Princess“, Neuseeland

Das Kreuzfahrtschiff liegt bei Neuseeland vor Anker. Bislang wurde niemand an Bord positiv auf das Virus getestet, allerdings standen zunächst drei Passagiere unter Quarantäne. Wie die neuseeländischen Behörden mitteilen, wies einer der drei Symptome auf, die anderen beiden Touristen hatten demnach in den vergangenen zwei Wochen Kontakt zu einem bestätigten Fall.

Das Schiff ist nun auf dem Weg zurück nach Australien. Es ist möglich, dass die Passagiere sich dort vor Verlassen des Kreuzfahrtriesen einem Gesundheitstest unterziehen müssen. 

„Norwegian Jewel“, Pazifik

Etwas verzwickter gestaltete sich die Lage auf der „Norwegian Juwel“: Das Schiff harrte mehrere Wochen im Pazifischen Ozean aus, nachdem gleich zwei geplante Häfen das Anlegen untersagt hatten. Eigentlich sollte die Kreuzfahrt Französisch-Polynesien enden, aber das Schiff durfte nicht anlegen. 

Auch der vorherige Stopp auf Fidschi fiel laut der Reederei aus. Es gibt keine bestätigten Fälle an Bord des Schiffes, nicht einmal Verdachtsfälle. Die Ausschiffung fand schließlich am 24. März in Hawaii statt. 

„Pacific Princess“, Indischer Ozean

Die Passagiere auf der „Pacific Princess“ starteten im Januar zu ihrer großen Weltreise. Dem US-Fernsehsender „CNN“ berichtet ein Passagier, dass es an Bord zwar keine Corona-Fälle gibt, aber die Route des Schiffes dennoch stark beeinträchtigt ist. Es habe zuletzt am 3. März in Westaustralien erfolgreich einen Hafen angelaufen.

Seitdem seien Zwischenstopps wie Bali, Singapur und Phuket ausgefallen. Alle Länder hätten die Anreise aus Angst vor dem Virus verweigert. In Sri Lanka sei das Schiff mit Lebensmitteln und Treibstoff versorgt worden, aber niemand hätte es verlassen dürfen.

Nachdem schließlich auch die Seychellen die Häfen dicht gemacht hätten, habe man aufgegeben. Die Urlauber sind nun auf dem Rückweg nach Australien und am 21. März angekommen. Diejenigen, die bereits einen Heimflug haben, durften von Bord gehen. Alle anderen Passagiere müssen weiter auf dem Schiff ausharren. Das Schiff ist nun auf dem Rückweg nach Los Angeles.

„Coral Princess“, „MSC Magnifica“ und „Arcadia“

Die „Coral Princess“ ist am Donnerstag nach einem Service-Stop in Barbados aufgebrochen und soll am 4. April am Hafen Fort Lauderdale in Florida ankommen. 

Bereits am Montag hat der Kapitän der „MSC Magnifica“ in Australien die Heimreise der Passagiere organisiert. Das Kreuzfahrtschiff ist kurze Zeit später wieder nach Europa aufgebrochen. 

An Bord der „Arcadia“ befinden sich noch rund 1400 Passagiere. Sie haben ihre Tour aufgrund der Corona-Krise abgebrochen und sind nun auch auf dem Rückweg zum Startpunkt in England. Das Schiff der Reederei P&O Cruises wird am 12. April dort erwartet.